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Der Telebasel News Beitrag vom 27. März 2018.
Basel

Zunahme von Tötungsdelikten im 2017

In Basel-Stadt sind 2017 mehr Straftaten registriert worden als im Vorjahr. Gegen die Staatsgewalt richteten sich deutlich mehr Delikte.

Die Kriminalitätslage in Basel-Stadt ist für die Behörden «recht stabil». 2017 wurden mit 28’525 (Vorjahr: 27’734) Straftaten aller Kategorien knapp 800 Delikte respektive 2,8 Prozent mehr registriert als im Vorjahr. Vieles liegt im Schwankungsbereich der Vorjahre.

Verstösse gegen das Strafgesetzbuch (StGB) wurden 2017 im Kanton mit 21’910 Straftaten vier Prozent mehr registriert als 2016 – jedoch ein guter Viertel weniger als 2012. Mit 68,9 Prozent (15’093 Fälle) war nach wie vor der Grossteil Vermögensdelikte, wie Verantwortliche am Dienstag vor den Medien erläuterten.

Im Stadtkanton, der mit seiner Struktur und Grenzlage zusammen mit Genf weiterhin die landesweite Kriminalitätsstatistik anführt, seien die Zahlen «relativ stabil geblieben», bilanzierte der Erste Staatsanwalt Alberto Fabbri. Manche Veränderungen gegenüber dem Vorjahr seien eher zufällig; zudem gebe es eine hohe Dunkelziffer.

Drei Tötungen

Neben den Vermögensdelikten entfielen bei den StGB-Fällen 12,9 Prozent (2817 Fälle) auf Delikte gegen die Freiheit – inklusive Hausfriedensbruch bei Einbrüchen. Delikte gegen Leib und Leben waren es 6,6 Prozent (1436) – drei Menschen waren 2017 bei zwei Attacken getötet worden, niemand im Vorjahr, was statistisch eine enorme Steigerung ergibt.

Die Verdoppelung der versuchten Tötungsdelikte auf 16 Fälle wollte Kripo-Chef Hans Ammann ebenfalls nicht überbewerten: Die Abgrenzung solcher zu schweren Körperverletzungen sei heikel, und jene hätten um gut zwei Drittel abgenommen auf 13 Fälle.

Hingegen wurden 2017 in der Kategorie Vermögensdelikte deutlich weniger Raubdelikte registriert: Gegenüber dem Vorjahr sank deren Zahl mit 83 um einen Drittel. Dies wurde auch mit polizeilichen Präventionsbemühungen und konsequenter Ahndung erklärt.

Die Zunahme der Betrügereien um 30 Prozent auf 1163 Fälle liegt für Ammann derweil im Schwankungsbereich. Er erklärte dies etwa mit zunehmendem Internetbetrug und Fake-Anrufen von falschen Polizisten.

Mehr Gewaltbereitschaft

Gegen die öffentliche Gewalt wurden 637 Delikte gezählt; das bedeutet eine Zunahme um 53 Prozent. Darunter nahmen die Gewalt und Drohung gegen Beamte um 50 Prozent zu auf 373 Fälle. Ammann sprach von schwindendem Respekt und steigender Gewaltbereitschaft, vor allem im abendlichen Ausgang und alkoholisiert oder verladen.

Betäubungsmitteldelikte waren 2017 insgesamt 3968 verzeichnet worden, was ein Plus von 7 Prozent ausmacht. Deren Zahl hängt indes unter anderem von den polizeilichen Kapazitäten für Kontrollen ab. Zudem fällt Drogenkonsum nicht selten als Nebendelikt bei Kontrollen aus anderen Gründen an, wie Dezernatschef Thomas Homberger erklärte.

Zahlenmässig dominieren Kiffer-Fälle mit 1161 erwischten Konsumenten. Auch beim Schmuggel sieht Homberger vergessliche Kleinkonsumenten hinter der Zunahme um 30 Prozent auf 207 leichte Fälle: Manche dächten nicht an den Joint in ihrer Tasche, wenn sie im Tram nach Weil fahren – bei einer Kontrolle werde der registriert.

Ganzjährig Schnee

Beim Drogen-Handel jedoch liegt Cannabis nur knapp hinter den Stimulantien. Die Basler Behörden setzten ihre Prioritäten klar auf schwere Fälle von Drogenhandel, betonte Homberger. Im Fokus stünden die Stimulantien, neben Amphetaminen vor allem Kokain. Den Handel dominierten Nigerianer, doch Albaner versuchten in diesem lukrativen Markt Fuss zu fassen – Koks sei auch in Basel sehr weit verbreitet.

Die Aufklärungsquote stieg übrigens leicht bei Drogendelikten auf 95,9 Prozent, sank aber bei StGB-Taten leicht auf 36,3 Prozent. Hingegen wurden alle drei Tötungen aufgeklärt, wie Ammann weiter erklärte.

Die Jugendkriminalität blieb im Rahmen der Vorjahre, wobei eine statistische Änderung den Vorjahresvergleich erschwert. Von von den erfassten 341 Vermögensdelikten entfielen gut 40 Prozent auf meist kleinere Ladendiebstähle, wie die leitende Jugendanwältin Verena Schmid Lüpke sagte.

(sda)

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