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Der Telebasel News-Beitrag vom 31. März 2018.

Basel

Eltern gegen Ritalin

Die Abgabe von Ritalin an Schüler sorgt im Baselbiet für heisse Köpfe. Eltern befürchten, dass immer mehr Kinder mit dem Medikament behandelt werden.

Der dreifache Familienvater Fredi Jaberg macht sich Sogen, als er liest, in welche Richtung die Baselbieter Regierung das Bildungssystem lenken will, wird er zusammen mit anderen Eltern aktiv.

Im Vorstoss der Regierung, «Bildungsqualität in der Volksschule stärken – Angebote der speziellen Förderung und der Sonderschulung», heisst es, dass in Zukunft der Kanton Abklärungen bei den Kindern anordnen kann, auch wenn die Eltern dagegen sind.

Schon heute übten Lehrer Druck auf Eltern aus. «Oft motivieren Lehrpersonen oder Schulleiter Eltern ganz stark, ihre Kinder medikamentös zu unterstützen. Und zwar in einem Mass, dass die Eltern das Gefühl haben, es gehe um eine Verordnung und das ist eine Kompetenzüberschreitung», so Jaberg.

Grund liegt im Fachwissen

Wenn Eltern von Lehrern empfohlen bekommen, Abklärungen zu machen, gehen sie mit ihnen zur Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychiatrie Baselland auf dem Bruderholz. Die Direktorin merkt, dass immer mehr Eltern kommen, sieht die Entwicklung aber positiv. «Es gibt natürlich eine Sensibilisierung bei den Lehrern, die heutigen Lehrer kennen das Krankheitsbild ADHS, Zappelphilipp-Störung, wie man früher sagte. Sie wissen nun natürlich, okay, hier könnten wir etwas machen. Sie informieren dann entsprechend die Eltern und sagen, wir haben schon gute Erfahrungen gemacht mit anderen Kindern, die Ritalin bekommen haben.»

Deshalb sei es auch wahrscheinlich, dass mehr Abklärungen gemacht und dadurch mehr Fälle von medikamentös behandeltem ADHS auftreten würden. Die Vernehmlassung zum Vorstoss der Regierung dauert noch bis zum 4. Mai 2018.

3 Kommentare

  1. Hatte von 2001-2003 ritalin genommen… war ein sogwnanntes adhs-kind… jedoch kann ich sagen, dass mein kinderarzt mir ein holzspielzeug gab und ich musste es zussammenbauen danach bemerkte er wie schnell er mich ablenken konnte… es gab keine weiteren abklärungen und ich bekam die damals macimale dosierung von ritalin… ich weis das ich panikatacken hatte. Ich dachte ich werde verfomgt… war down…. einfach rjig gestellt psychisch kapputt…. ich empfehle es keinem, da ich sehr schlechte erfahrungen damit gemacht habe… habe nun srlber 2 kids und werde egal wie anstrengend es ist die beiden auspauern als jemals eine solche pille zu geben.Report

  2. ADHS Abklärungen beim Kind anordnen durch den Kanton, gegen die Eltern? Verschreibungen gegen das mitspracherecht der Eltern? Möglichst noch mitbestimmen durch welche Ärzte? …was denkt da nur Remo Largo darüber!Report

  3. Es gibt gerade mal ca. 5% dieser Kinder, die das “ADHS” Syndrom aufweisen und bei denen Ritalin geholfen hat. Aber Ritalin ist eine Droge (gleiche Basis wie Kokain) und wird auf dem Drogenmarkt mit KiddyKoks vermarktet!
    (und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz). Aber die Ursachen für Zappelphilippe liegen viel mehr daran, dass diese Kinder mehr Bewegung und Auslauf brauchen, dass sie mit einem Ziel lernen und auch die grundlegenden Regeln kennen, wie man erfolgreich lernt und sich Wissen aneignet. Die Studierphänome, die auftreten können, wenn diese Regeln nicht beachtet werden, sind genau die Zappelphilipp Phänomene. Statt zum Psychologen oder Psychiater zu rennen, sollten die Lehrer sich diese Methoden aneignen, denn das Problem liegt grösstenteils in unseren Schulen, wie schon der UNO Kinderrechtsausschuss im 2015 in seiner Resolution darauf hinwies.Report

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