Featured Video Play Icon
Der Telebasel Report vom 21. März 2018.

Basel

Report: Krankenkassen-Wahnsinn

Sie steigen und steigen. Für viele Haushalte sind die Krankenkassen-Prämien schon nicht mehr bezahlbar. Wieso ist das so? Und: Was wird dagegen unternommen?

37,7 Milliarden. Eine unfassbare Zahl. So viel kostet die Schweizer Gesundheitsversorgung in einem einzigen Jahr. Das sind neun Prozent des BIP. Also fast ein Zehntel der gesamten Schweizer Wirtschaftsleistung fliesst in das Gesundheitssystem. Das Problem? 37,7 Milliarden – das war vor 20 Jahren.

Gesundheitskosten mehr als verdoppelt

Seither ist einiges passiert. Denn aus 37,7 Milliarden sind mittlerweile 85 Milliarden geworden. Tendenz: Steigend. Denn die Gesundheitskosten steigen ungebremst – jedes Jahr um durchschnittlich vier Prozent. Nicht mehr lange, dann werden es 90 Milliarden sein. Wir reden nun von 13, 14 Prozent des BIP.

Gemäss Stefan Felder, Professor für Gesundheitsökonomie an der Uni Basel ein Problem: «Der Staat hat auch andere Aufgaben zu erledigen: Bildung, äussere Verteidigung usw. Mittlerweile bringt der ständig wachsende Gesundheitsbereich diese Bereiche aber in Bedrängnis». Seit Jahren versuchen deshalb Politiker, die Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen. Gebracht hat das bisher wenig, sagt Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte bei comparis.ch: «Sei es die Einführung eines neuen Krankenversicherungs-Gesetzes, die Einführung einer neuen Spitalfinanzierung – das Kostenwachstum geht ungebremst weiter».

Mehr als verdoppelt: Die Gesundheitskosten steigen jährlich um durchschnittlich vier Prozent an. (Grafik: Telebasel)

Mit den Kosten steigen die Prämien

Die einzelne Bürgerin und der einzelne Bürger spürt das Wachstum am eigenen Portemonnaie. Denn: Prämien sind eigentlich nichts anderes als das Abbild der Kosten. Die Krankenversicherer zahlen das, was die Bevölkerung in Anspruch nimmt. Diese Kosten werden der Bevölkerung dann via Prämien überwälzt. Steigen die Gesundheitskosten – steigen die Prämien. Ganz einfach. Wer die Prämien senken will, muss also die Kosten senken.

Mit den Kosten steigen die Prämien: So einfach ist es. (Grafik: Telebasel)

Menge oder Preise – das ist hier die Frage

Die Formel ist einfach: Kosten = Menge mal Preis. Wer also Kosten senken möchte, muss entweder die konsumierte Menge reduzieren oder den Preis senken. Für einmal sind sich die Experten einig: «Die Preise sind, abgesehen von einzelnen besonders innovativen Medikamenten, eigentlich nicht gross gestiegen. Wir müssen ganz klar sagen: Ja, wir konsumieren viel mehr Gesundheitsleistungen – ein klares Mengenwachstum», sagt etwa Felix Schneuwly von comparis.ch.

Jede und jeder Einzelne sei deshalb ein wenig mitschuldig am ständigen Prämienwachstum: «Früher hat man halt eher mal auf ein Hausmittelchen zurückgegriffen oder hat eine Grippe halt auch einfach einmal eine Grippe sein lassen – heute rennen wir gleich zum Doktor und brauchen dann erst noch eine Zweit- und Drittmeinung von einem Spezialisten. Das ist halt einfach extrem teuer», sagt Schneuwly.

Die meisten Kosten in der obligatorischen Grundversicherung entstehen in den Spitälern. Das ist aber gut so: Genau für die teuren Operationen gibt es die Versicherung ja auch. (Grafik: Telebasel)

Welche Lösungsansätze das Prämien-Wachstum nun endgültig stoppen sollen, sehen Sie im Report vom 21. März 2018.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel

Auch interessant