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Der Telebasel News-Beitrag vom 19. März 2018.

Baselland

«Mobile Ärzte» im Fokus des Kantons

«Mobile Ärzte» schafft es nicht aus den Schlagzeilen: Erst vor kurzem mussten sie Mitarbeitern Gelder nachzahlen, nun tauchen neue Vorwürfe auf.

Es war ein Schock, als eine Informantin aus dem Unternehmen einen AHV-Auszug beantragte und man ihr mitteilte, dass ihr Arbeitgeber, die Mobile Ärzte AG aus Allschwil, sie gar nicht angemeldet habe. «Mir wurden keine AHV-Gelder einbezahlt, obwohl sie auf meinem Lohnausweis als Abzug aufgeführt wurden», erzählt die Betroffene, die anonym bleiben möchte. Doch das soll nicht das einzige Verhegen des privaten Notfallunternehmens sein.

Auch bei den Beiträgen an die Pensionskasse stellte sie Unstimmigkeiten fest. Ihr sei regelmässig mehr Geld vom Lohn abgezogen worden, als in die Pensionskasse eingezahlt wurde. Der Informantin sollen deshalb zwischen 700 und 800 Franken fehlen. Eine Differenz, die sie nun zurückfordern will.

SVA BL bestätigt Fälle

Die Baselbieter Ausgleichskasse ist informiert über die Situation und bestätigt gar, dass es weitere Betroffene gibt: «Mehrere ehemalige und aktuelle Mitarbeiter haben sich diesbezüglich bei uns gemeldet», sagt Kurt Häcki, stellvertretender Leiter der Ausgleichskasse. Vier seien bekannt, er vermute aber noch weitere Fälle, so Häcki weiter.

Sie hätten nun ein Revisionsverfahren eingeleitet, was bedeutet, dass die Mobile Ärzte AG ihre Lohnabrechnungen offen legen muss. Erste Ergebnisse zur Untersuchung werden in den nächsten Wochen erwartet.

Falsche Abrechnung der Ferienzeit

Erst 2015 wurden fehlerhafte Abrechnungen der Arbeits- und Ferienzeit bekannt. Damals bestätigten mehrere Personen gegenüber Telebasel, dass ihnen Unter- statt Überstunden geltend gemacht wurden. Schliesslich zahlte die Mobile Ärzte AG die fehlenden Beträge nach. «Es kann sein, dass wir da etwas nicht so korrekt gemacht haben», sagte Chefarzt Michael Gloger damals gegenüber Telebasel. «Wir werden mit Sicherheit solche Fehler oder solche Falschabrechnungen nicht mehr machen.»

Die neusten Recherchen von Telebasel zeigen aber ein anderes Bild. Laut Rolf Wirz, Mediensprecher der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion, hätten sich wieder vermehrt Ratsuchende bei der Rechtsberatung des Amts gemeldet:« Zum Teil haben wir an die zuständigen Stellen verwiesen oder im Bereich Arbeitsrecht die weiteren Möglichkeiten aufgezeigt», so Wirz.

Auch nach mehreren Anfragen von Telebasel war die Chefetage der Mobile Ärzte AG heute nicht zu erreichen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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