Die Schweiz ruft die Verantwortlichen dazu auf Rechenschaft zu ziehen. (Bild: Keystone)

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Schweiz verurteilt angeblichen Giftanschlag auf Ex-Spion

Die Schweiz reagiert besorgt auf die Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal. Sie verurteilt den Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok.

Jeder Einsatz chemischer Waffen verstosse gegen das Völkerrecht und sei allen Akteuren «jederzeit und unter allen Umständen» verboten, schreibt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Der Nervengift-Anschlag reihe sich in eine Serie entsprechender Verstösse gegen das Völkerrecht im Verlauf der letzten Jahre ein. Die erstmalige Verwendung eines Nervengifts der Nowitschok-Klasse sei dabei «aussergewöhnlich» und «besorgniserregend». Die Schweiz rufe dazu auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

London wies 23 russische Diplomaten aus

Der 66-jährige Skripal und seine 33-jährige Tochter Yulia waren vor über zwei Wochen bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie befinden sich nach der Vergiftung weiterhin in lebensbedrohlichem Zustand.

Skripal hatte als Offizier des russischen Militärgeheimdienstes GRU für die Briten spioniert. Er wurde in Russland verurteilt und 2010 bei einem grossen Agenten-Austausch nach Grossbritannien entlassen. Das Nervengift Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion produziert. Daher glaubt die britische Regierung, dass Russland hinter dem Attentat steckt.

Am Mittwoch legte London wegen des Giftanschlags die bilateralen Beziehungen zu Moskau auf Eis und wies 23 russische Diplomaten aus. Russland weist jegliche Verstrickung in das Attentat zurück und kündigte an, bald Vergeltungsmassnahmen zu verhängen.

Macron meidet russischen Pavillon bei Buchmesse

Gastland des «Salon du livre» ist Russland. Bei seinem dreistündigen Vorbesuch in Paris am Donnerstag, 15. März 2018 mied Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron jedoch den russischen Pavillon. Aus Solidarität mit seinen britischen Freunden habe er entschieden, nicht den russischen Stand zu besuchen, erklärte er.

(sda)

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