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Der Telebasel Sport Beitrag vom 13. März 2018.

Basel

Wie lange darf Raphael Wicky noch verlieren?

Die Negativspirale beim FCB dreht sich weiter und weiter. Trainer Raphael Wicky wirkt ratlos – so auch seine Spieler. Zieht die neue Führung die Konsequenzen?

Fünf Spiele gegen nationale Gegner. Vier Niederlagen. Im Cup sang- und klanglos ausgeschieden. In der Meisterschaft praktisch keine Chance mehr. So sieht die Statistik nach dem Start der Rückrunde aus für den FCB. Da interessiert der würdige Abschluss in der Champions League gegen Manchester City herzlich wenig.

Keine Antworten

Umso schlimmer: Trainer Raphael Wicky scheint keine Antwort auf die Negativspirale seiner Mannschaft zu haben. Ratlosigkeit und Ernüchterung steigen. Die qualitativ beste Mannschaft der Schweiz scheint kein Rezept mehr gegen die eigens geschaffene Krise auf Lager zu haben. Die Frage also, wie lange der Walliser noch als FCB-Trainer verlieren darf, steht im Raum und ist völlig berechtigt.

Selbst ins Abseits gestellt

Wie lange wird die neue Führung um Bernhard Burgener und Marco Streller noch mitansehen, wie Wicky den Zugang zu seinen Spielern, auch dank fehlender Erfolge, immer weiter verliert? Vermutlich hat sich die Führung mit den vielen Personalrochaden selber ins Abseits gestellt – und Wicky gleich mit. Fakt ist: Es wurde nie ein Hehl daraus gemacht, dass es beim FC Basel diese Saison zu einem Umbruch kommt.

Die Art und Weise dieses Umbruchs aber, erhöht den sowieso bereits hohen Druck ins Unermessliche. Wie gross der erneute Umbruch nach einer Seuchen-Rückrunde im Sommer werden könnte, will sich noch niemand ausmalen.

Natürlich kann der FCB mit Angeboten aus den Topligen Europas nicht mithalten, schon gar nicht, wenn sie im zweistelligen Millionenbereich liegen. Doch wie man beim FCB darauf reagiert hat, ist diskutabel.

Léo Lacroix als Ersatz für Manuel Akanji mal aussen vorgelassen, steht hinter der Rückholaktion von Valentin Stocker, Fabian Frei und Samuele Campo ein grosses Fragezeichen. Natürlich werden die Eigengewächse mit offenen Armen – auch vom Publikum – empfangen und ihr Talent ist unbestritten. Bezüglich dessen, was die Ankunft dieser Spieler im Team auslösen könnte, hat Sportchef Marco Streller kurzfristig hoch gepokert –  anscheinend zu hoch. Für eine langfristige Einschätzung ist es allerdings bei weitem noch zu früh.

Keine Mannschaft

Niemand von Aussen sieht in das Gefüge und die Dynamik in der rotblauen Umkleidekabine. Zu professionell wird der Verein nach aussen abgeschirmt. Zu gut vorbereitet und trainiert sind die Spieler auf medialer Ebene. Ob etwas Grösseres in dieser Winterpause passiert ist, das diese Verunsicherung ausgelöst hat, kann man nur spekulieren. Ob die ständige Rotation und das Ändern der Spielausrichtung von Raphael Wicky die Krux ist, kann auch nicht vollends beantwortet werden. Es sind aber sicherlich Rädchen, die zurzeit negativ ineinander greifen.

Die Aussage von Marco Schneuwly in Diensten des FC Luzern, dass der FCB über gute «Einzelspieler» verfüge, trifft es dann doch ziemlich auf den Kopf. Der FC Basel hat hervorragende Fussballer. Eine hervorragende Mannschaft sind sie (noch, oder nur phasenweise) nicht.

Warten auf die Wende

Noch scheint die Fassade am Turm zu St. Jakob nur angekratzt. Wie lange dauert es aber, bis diese anfängt zu bröckeln? Der FCB figuriert zwar noch auf dem zweiten Tabellenplatz und die Young Boys aus Bern zeigen eine Saison, die man so eigentlich nur am Rheinknie kennt. Trotzdem muss man der jetzigen Form des FCB klar attestieren, dass sie nur noch Durchschnitt ist. Und das kann nicht der Anspruch des Ligakrösus’ sein.

Eine neue Chance auf die Wende bietet sich dem FCB am Mittwoch, 14. März 2018,  auswärts gegen Lausanne Sports. Doch wie lange man geduldig auf diese ominöse Wende noch warten will in Basel, scheint niemand beantworten zu wollen.

3 Kommentare

  1. Falsche Frage. Richtig wäre meiner Meinung nach: Wie lange darf Marco Streller noch Niederlagen verantworten? Raphael Wicky hat in der ersten Saisonhälfte bewiesen, wie er eine Mannschaft Schritt für Schritt auf die Erfolgsschiene bringen kann. Ihn trifft keine Schuld, wenn der Sportchef in der Winterpause zwei enorm wichtige Leistungsträger ziehen lässt und lieber alte Kollegen zurückholt, statt sich reinhängt, um Topspieler für die wahren Baustellen zu finden.Report

  2. Mit Hrn. Dubuis völlig einverstanden.
    Es ist zu leicht, Interpretationen zusammen zu biegen, dies je nach Resultat.
    Alle Argumente, die hier aufgeführt werden, können – eben je nach Resultat – so oder so gedeutet werden.Report

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