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Der Telebasel Report vom 15. November 2017.

Basel

Report: Fitness-Boom unter der Lupe

An der grössten Fitness-Messe der Schweiz diskutierte das Who-is-Who über die neusten Trends. Der Report hat die neusten Entwicklungen unter die Lupe genommen.

EMS – das heisst soviel wie Elektro-Myo-Stimulation und scheint einer der vielversprechendsten Trends der Fitness-Branche zu sein. Das Prinzip ist einfach: Während man trainiert jagen bis zu 20 Dioden Strom in die Muskeln. Der Trainings-Effekt ist dadurch um ein Vielfaches höher, als ohne EMS. «20 Minuten reichen und du bist komplett am Ende», verspricht Vertreiber Lukas Jäggi an der Fitness-Expo.

Aber keine Angst: Die Stromstösse sind derart schwach, dass für den Körper keine Gefahr besteht, bestätigt Daniel Goricki, Sportmediziner und Orthopäde aus Basel. Aus seiner Sicht treffe EMS genau den Zeitgeist: «Alles muss effektiver werden – möglichst viel in möglichst kurzer Zeit – das ist die Devise in unserem Alltag. Entsprechend gierig werden sich die Manager und Alleinerzieher und Alleinerzieherinnen auf EMS stürzen.»

Sportmediziner Daniel Goricki nimmt den EMS-Anzug unter die Lupe. (Bild: Telebasel)

Funktionierendes Sicherheitssystem als Bedingung

Ganz ohne Vorbehalte ist das System jedoch nicht: «In der Literatur sind bereits zwei Fälle beschrieben, in denen Menschen so lange mit Strom trainiert haben, dass sich ihr Muskel regelrecht aufgelöst hat», warnt Goricki. Auch Jäggi, der die EMS-Anzüge vertreibt warnt ausdrücklich vor unsachgemässer Verwendung: «Ein solcher Anzug ist eine Waffe. Bereits 20, vielleicht 30 Minuten zu viel und die Muskeln sind futsch». Wer mit EMS trainiert, müsse sich zwingend und immer an die empfohlene Maximaldauer halten.

Damit man die Anzüge dennoch bedenkenlos tragen kann, haben die neusten Modelle Sicherungsmechanismen eingebaut. Jäggi: «Sensoren erkennen sofort, wenn ein Muskel übermüdet ist – danach schaltet sich das System automatisch ab». Auch wenn ein übereifriger Sportler danach versucht, das System manuell wieder hochzufahren, sei eine Blockade eingebaut. Eine sinnvolle Ergänzung, findet auch Daniel Goricki: «Wenn das so ist, brauche ich auch so ein Ding.»

Gruppenkurse mit Functional Training sind hoch im Kurs. (Bild: Telebasel)

Functional Training auf dem Vormarsch

Nebst EMS scheint das sogenannte Functional Training endgültig den Durchbruch geschafft zu haben. Wie übrigens EMS auch, gibt es das Functional Training schon seit Jahren. Im Massenmarkt angekommen sind beide aber erst seit Kurzem. Zum Functional Training gehören unter anderem Trainingsformen wie Crossfit, Pilates, Core-Stability oder auch Yoga. «Functional Training ist extrem mannigfaltig», erklärt Daniel Goricki. «Im Unterschied zum klassischen Krafttraining, wo einzelne Muskeln gezielt isoliert und trainiert werden, sind beim Functional Training immer mehrere Muskeln und gar Muskelpartien im Einsatz».

Gearbeitet wird oft auch mit dem eigenen Körpergewicht. Bestes Beispiel dafür sei das Training mit dem TRX-Band: «Auch mit dem TRX-Band gibt es Übungen für die Bauchmuskulatur – aber immer so, dass möglichst viele andere Muskeln zur Stabilität der Übung beitragen müssen».

Das TRX Band – Inbegriff des Functional Trainings. (Bild: Telebasel)

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