Bei der krisengeschüttelten VW-Tochter Audi sorgt ein Bericht über die bevorstehende Ablösung von Chef Rupert Stadler für Aufregung. (bild: Keystone)

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Bericht über Aus für Audi-Chef lässt Wogen hochschlagen

In der «Bild»-Zeitung hiess es am Freitag, der Audi-Chef solle im April abgelöst werden. Ihm werde Missmanagement im Zusammenhang mit der Dieselaffäre vorgeworfen.

VW-Chef Matthias Müller, der auch Verwaltungsratspräsident von Audi ist, schrieb dagegen an die Mitarbeiter: «Geben Sie bitte nichts auf über Medien gestreute Personalspekulationen, die jeder Grundlage entbehren.»

Im Verwaltungsrat herrschte Verwunderung. Mehrere Insider sagten Reuters, sie hätten von einer in Kürze anstehenden Ablösung Stadler nichts gehört. Dies stehe derzeit nicht auf der Agenda. Der Verwaltungsrat kommt nächste Woche zusammen. Die Eigentümerfamilien wollten sich nicht äussern.

Unter Druck

Der 54-jährige Stadler, der Audi seit 2007 führt, steht seit Bekanntwerden der Abgasaffäre und Audis Verwicklung darin enorm unter Druck. Kritiker werfen ihm vor, dass er bei der Aufarbeitung des Skandals eine unglückliche Figur abgebe. Über sein bevorstehendes Aus wird immer wieder öffentlich spekuliert.

In den vergangenen Wochen sorgte der einst erfolgsverwöhnte Oberklasse-Autobauer erneut für Negativ-Schlagzeilen, als die Staatsanwaltschaft zu zwei Razzien ausrückte. Die Ermittler hatten bereits vor knapp einem Jahr die Konzernzentrale in Ingolstadt durchsucht. Stadler selbst blieb dabei unbehelligt. Auch bei internen Untersuchungen wurde Insidern zufolge kein belastendes Material gegen den Manager gefunden.

Stadler wolle Audi aus der Krise führen

Stadler selbst betonte in der Vergangenheit, er wolle Audi aus der Krise führen und wieder nach vorne bringen. Weil neben dem Dieselskandal auch hausgemachte Probleme die Marke mit den vier Ringen hinter die Konkurrenz hatten zurückfallen lassen, wurde im vergangenen Sommer die halbe Geschäftsleitung ausgetauscht.

Stadler blieb aber im Amt – Verwaltungsrat Wolfgang Porsche als Vertreter der Eigentümerfamilien stärkte ihm damals öffentlich den Rücken. VW-Chef Müller schrieb nun an die Mitarbeiter, Audi brauche «die volle Konzentration seines Managements und der gesamten Belegschaft unter der bewährten Führung von Rupert Stadler».

Favorit für die Nachfolge scheinbar Winfried Vahland

Die «Bild»-Zeitung berichtete dagegen, Stadler solle in die VW-Konzernleitung wechseln. Für diesen Posten war er schon lange vor Bekanntwerden des Abgasskandals gehandelt worden.

Favorit für die Nachfolge an der Audi-Spitze ist dem Blatt zufolge der frühere Chef einer anderen VW-Tochter: Winfried Vahland. Der ehemalige Skoda-Boss war in den Wirren der Dieselaffäre zeitweise als VW-Chef gesehen worden, verliess aber das Unternehmen. In dem «Bild»-Bericht hiess es weiter, auch BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich sei eine Alternative an der Audi-Spitze. (sda)

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