Der Basler Zahnimplantate-Hersteller Straumann wächst immer weiter. (Bild: Keystone)

Basel

Straumann knackt Milliardengrenze

Der Basler Zahnimplantate-Hersteller Straumann wächst und wächst: Der Umsatz überstieg 2017 erstmals die Milliardengrenze und der Reingewinn stieg um 20 Prozent.

Übernahmen, Ausbau im digitalen Bereich und der Einstieg in die Kieferorthopädie: Der Zahnimplantate-Hersteller Straumann hat 2017 aufs Gas gedrückt.

Der Umsatz stieg um 21 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken und der Gewinn legte trotz beträchtlicher Investitionen zu um 20 Prozent auf 275,6 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern betrug 283,6 Millionen Franken und erhöhte sich damit um 25 Prozent.

«2017 war ein richtungsweisendes Jahr», wird Straumann-CEO Marco Gadola in der Mitteilung zitiert. «Wir erweiterten den Umfang unseres Geschäfts, unsere technologischen Fähigkeiten und unsere Produktionskapazitäten.»

Straumann habe überdies in neue Märkte, Tochtergesellschaften und die Mitarbeitenden investiert. Zum Ende des Jahres 2017 arbeiteten mehr als tausend Mitarbeitende mehr für das Unternehmen als noch 2016 – nämlich 4881 Personen.

Mehrere Übernahmen

Akquisitionen und Übernahmen steuerten 32 Millionen Franken zum Umsatz bei, wie es in der Mitteilung heisst. Mit den Übernahmen steigt Straumann ins Geschäft mit der Kieferorthopädie ein und vertieft sein Engagement im digitalen Bereich.

So erwarben die Basler unter anderem das US-Unternehmen ClearCorrect, das Schienen zur Korrektur von Zahnfehlstellungen herstellt. Eine Beteiligung von 38 Prozent kaufte Straumann am spanischen Jungunternehmen Geniova, welches Zahnspangen mit Schienen kombiniert.

Zu den Zukäufen gehört auch die kanadische Firma Dental Wings, welche Technologien für die digitale Zahnmedizin anbietet. Straumann erwarb zudem eine Beteiligung von 35 Prozent am Unternehmen Rapid Shape, was den Zugang zu 3-D-Drucktechnologien ermöglichen soll. Ebenfalls geschluckt haben die Basler das US-Startup Loop Digital Solutions, das eine Online-Plattform für Zahnärzte und Spezialisten entwickelt hat.

Überall gewachsen

Das Kerngeschäft bleibt jedoch jenes mit Zahnimplantaten. 2017 trug dieses zwei Drittel zum Wachstum der Gruppe bei, wie es in der Mitteilung heisst. Sämtliche Geschäftsbereiche zeigten zweistellige Zuwächse, weshalb Straumann insgesamt ein organisches Wachstum von 16 Prozent verzeichnete.

Besonders stark gewachsen sind dabei das Non-Premium-Geschäft sowie der Bereich Biomaterialien. Besonders stark sei bei letzterem die Nachfrage nach Knochenersatzmaterialien sowie Membranen gewesen, schreibt Straumann.

Nach Regionen gesehen verzeichneten Nordamerika mit 19 Prozent und Asien/Pazifik mit 24 Prozent die stärkten Zuwächse. In Nordamerika versuchte Straumann Grosskunden der Konkurrenten abzuwerben – und gewann damit mehr als 1000 neue Kunden hinzu. In Asien war vor allem China mit dem Premium-Segment die treibende Kraft hinter dem Wachstum.

Den grössten Umsatz erzielte Straumann aber in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, mit 488 Millionen Franken. Die Einführung neuer Produkte sowie digitale Lösungen trugen hier zum Wachstum bei.

Von den Ergebnissen sollen auch die Aktionäre profitieren. Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von 4,75 Franken pro Aktie vor, nach 4,25 Franken im Vorjahr. Straumann ist zuversichtlich, dass der Aufwärtstrend 2018 weitergeht: Die Gruppe erwartet, dass der globale Dentalimplantatmarkt rund 4 Prozent wachsen wird.

(sda)

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