Die Schweizer Curler im Spiel gegen Italien. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

International

Schweizer Curler unterliegen Aussenseiter Italien

Nach der Niederlage gegen die starken Briten verlieren die Schweizer Curler um Skip Peter De Cruz mit 4:7 auch gegen Aussenseiter Italien.

In ihrem nächsten Match treffen Valentin Tanner, Peter De Cruz, Claudio Pätz und Benoît Schwarz am Donnerstagmorgen um 6:05 Uhr Schweizer Zeit auf Dänemark um Skip Rasmus Stjerne. Für die Schweizer wird der erste Sieg an ihren ersten Winterspielen gegen die Zweiten der WM 2016 in Basel schiere Pflicht sein.

Gegen die vom Wahlgenfer und früheren Swiss-League-Spieler Joël Retornaz angeführten Italiener hatte De Cruz’ Team alle vier Direktbegegnungen an Welt- und Europameisterschaften gewonnen – mit dem aussagekräftigen Steinverhältnis von 30:15. Just an ihrem ersten Olympia-Turnier liessen sie sich jedoch überraschen.

Der Trumpf der Italiener

Die Italiener haben im baumlangen Ausnahmetalent Amos Mosaner auf der vierten Position einen besonderen Trumpf in ihren Reihen. In ihrem ersten Match in Gangneung forderten sie die Topfavoriten aus Kanada bis zum letzten Stein des 10. Ends, ehe sie 3:5 verloren. Dennoch sind sie ein an grossen Anlässen wenig erfolgreiches Team, mit dem die Schweizer mit ihrem Vorsprung an Klasse und Können im Normalfall fertig werden müssten.

Wie schon im Match gegen Schottland kam die Schweizer Nummer 4 Benoît Schwarz bei weitem nicht an eine normal gute Leistung heran. Im direkten Vergleich mit dem jungen Mosaner, der mit der erstklassigen Quote von 94 Prozent an geglückten Versuchen brillierte, büsste Schwarz 18 Prozent ein. Allein mit diesem schweren Defizit auf der wichtigsten Position, der vierten, ist ein Match kaum zu gewinnen.

In den ersten acht Ends wurde nie mehr als ein Punkt geschrieben. Die Italiener verschafften sich den entscheidenden Vorteil, indem sie im 2. und im 6. End je einen Stein stahlen. Das erste Zweierhaus der Partie glückte den Schweizern im 9. End. Sie konnte damit auf 4:5 verkürzen. Aber die Italiener schlugen zurück mit eine Zweier, den sie eigentlich gar nicht mehr benötigt hätten.

Ein Fehlstart bedeutet nicht schon alles

Olympia-Turniere im Curling können überraschungsreich verlaufen. Ein Fehlstart, wie er am ersten Wettkampftag den Männern des CC Genf mit zwei Niederlagen – eine davon gegen einen Aussenseiter – passiert ist, muss nicht notwendigerweise den Misserfolg am Ende des Turniers bedeuten.

Ein anderes Schweizer Team lieferte hierfür ein eindrucksvolles Beispiel. Die Davoserinnen um Skip Mirjam Ott verloren 2010 in Vancouver die ersten drei Spiele. Sie siegten danach sechsmal in Folge und erreichten die Halbfinals souverän.

Die drei Niederlagen am Anfang erlitten sie indessen gegen Schweden, Kanada und China – gegen die drei auf dem Papier stärksten Gegner, die sich damals auch auf dem Eis als die besten erwiesen. Die Schweizerinnen wurden am Schluss Vierte hinter Olympiasieger Schweden, Kanada und China.

(sda) 

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