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Die Highlights des Spiels. (Video: Telebasel)

Basel

Die «Citizens» zeigen dem FCB die Grenzen auf

Dass Manchester City wohl das schwierigste Los war, dass der FC Basel hat ziehen können, zeigte sich am Dienstagabend in aller Deutlichkeit. Innerhalb von 9 Minuten schossen die Engländer 3 Tore und brachen dem FC Basel nach knapp 25 Minuten bereits das Genick.

Es fing doch besser an als erwartet. Erinnert sich der FCB-Fan nämlich ans allererste Champions League-Spiel in dieser Saison, auswärts gegen Manchester United, so war man bei diesem Spiel froh gewesen, dass nach 10 Minuten noch kein Gegentor gefallen war. Das war am Dienstagabend anders.

Die grosse Chance und die Frage nach dem Elfmeter

Nach dem Ilkay Gündogan bereits nach zwei Minuten und dem ersten Eckball für Manchester City FCB-Torwart Tomas Vaclik das erste Mal mit einem Kopfball prüfte, war der FC Basel an der Reihe. Nach einem hohen Zuspiel von Blas Riveros auf Dimitri Oberlin zieht der 20-jährige Stürmer praktisch alleine auf ManCity-Schlussmann Enderson los, wird dann aber doch noch von Kyle Walker gestoppt.

Nur wenige Minuten später ist es wieder Dimitri Oberlin, der im gegnerischen Strafraum für Furore sorgt. Er legt sich den Ball vor und will an Verteidiger Nicolas Otamendi vorbeiziehen, dieser checkt den FCB-Stürmer aber von der Seite. Oberlin lässt sich wahrscheinlich zu theatralisch fallen, der Elfmeterpfiff bleibt nämlich aus.

Genickbruch innerhalb von 9 Minuten

Anstatt eines Elfmeters, welcher der FCB-Anhang fordert, nimmt das Unheil nun seinen Lauf. Mit dem eroberten Ball zieht Manchester City vors FCB-Tor und holt einen Eckball heraus. Kevin De Bruyne spielt den Ball direkt zum Kopf von Ilkay Gündogan, der den Ball elegant in die Maschen köpft. Schlecht verteidigt vom FCB und der Anfang vom Ende.

Denn nun kommen die «Citizens» in Fahrt. Nur 4 Minuten später verlängert Léo Lacroix eine ungenaue Flanke von Raheem Sterling genau in die Füsse von Bernardo Silva, welcher mit einem wunderbaren Schlenzer mit links auf 2:0 erhöht. Tomas Vaclik ist zwar noch mit den Fingerspitzen am Ball, kann das Tor aber nicht mehr verhindern.

5 Minuten später und nach insgesamt 23 gespielten Minuten erobert Fernandinho den Ball im Mittelfeld, Sergio Agüero kriegt den Ball, legt ihn sich vor und schiesst aus gut 20 Metern ins linke untere Eck. Vaclik probiert gar nicht erst an den Ball zu kommen. 3:0.

«Wenn du nach 25 Minuten 0:3 zurückliegst, ist es vorbei»

Was denn dem Trainer nach den ersten 25 Minuten durch den Kopf gegangen ist, wird Raphael Wicky an der Pressekonferenz nach dem Spiel gefragt. «Du hoffst einfach, dass es nicht in diesem Takt weitergeht.» Und fügt noch an: «Wenn du nach 25 Minuten 0:3 zurückliegst, ist es vorbei».

Harte, aber klare Worte des Cheftrainers, die aber nicht die Mentalität seiner Mannschaft widerspiegeln. Denn der FCB liess sich trotz dem Rückstand nicht unterkriegen, gab nicht auf. Auch nach dem Ilkay Gündogan in der 53. Minute auf 4:0 erhöhte, machte der FCB nicht das, was der Trainer nach dem Lugano-Spiel noch bemängelt hatte. Die Mannschaft von Raphael Wicky zeigte Charakter und erspielte sich gar Chancen.

«Man muss natürlich sagen, dass Manchester City nach dem 4:0 auch das Tempo etwas zurücknahm.», meint Michael Lang nach dem Spiel. Trotzdem kann er, wie auch der Trainer, einige positive Erkenntnisse aus diesem Spiel mitnehmen. Machtdemonstration hin oder her – der FCB wurde nicht von A bis Z ausgespielt.

«Ich habe Mannschaften gesehen, die gegen Manchester City nur verteidigten. Das haben wir nicht gemacht, wir hatten auch offensive Aktionen.» Es mache den Trainer deshalb auch stolz, dass seine Mannschaft sich nicht komplett ausspielen liess.

Verfügbarkeit und Abstimmung

Um Manchester City in dieser Verfassung zu schlagen oder auch nur annähernd mit dem Star-Ensemble von Pep Guardiola mithalten zu können, braucht es einen perfekten Tag. Das hatte der FCB nicht. Die Abstimmung innerhalb der Mannschaft passte nicht zu 100 Prozent, mit Eder Balanta fiel eine wichtige Personalie aus, weshalb der FCB in einer Aufstellung spielte, die zuvor noch nie so auf dem Platz stand.

«Das soll keine Ausrede sein. Wir hätten auch mit einer eingespielten Mannschaft wie im Herbst nicht gegen Manchester City gewonnen.», findet Michael Lang und auch Raphael Wicky glaubt nicht, dass dies ausschlaggebend für die Niederlage war.

Am Ende bleiben dem FCB folgende Dinge: einmal mehr ein ausverkauftes Stadion und tolle Stimmung, eine grundsätzlich gute Leistung gegen DEN Überflieger der Saison und eine Lehrstunde, wenn man so will, in welcher dem «kleinen» FC Basel die Grenzen vom momentan effizientesten Team Europas aufgezeigt wurden.

FC Basel 1893 – Manchester City FC 0:4 (0:3)
St. Jakob-Park. – 36‘000 Zuschauer (ausverkauft). – SR Jonas Eriksson (Schweden).
Tore: 14. Gündogan 0:1 (De Bruyne). 18. Bernardo Silva 0:2. 23. Agüero 0:3. 53. Gündogan 0:4.

FCB: Vaclik; Xhaka, Lacroix, Suchy; Lang, Serey Die, Frei, Riveros; Elyounoussi (85. Bua), Oberlin, Stocker (71. Ajeti).

Manchester City: Ederson; Walker, Kompany, Otamendi, Delph; De Bruyne (63. David Silva), Fernandinho, Gündogan; Bernardo Silva, Agüero (85. Danilo), Sterling (57. Sané).

Bemerkungen: FCB ohne Balanta und Vailati (beide verletzt). Manchester City ohne Gabriel Jesus, Mendy (beide verletzt).

Verwarnungen: 38. Xhaka (Foul). 59. Fernandinho (Foul). 89. Serey Die (Foul). 89. Gündogan (Unsportlichkeit).

(Der Telebasel Sport-Beitrag vom 14.02.2018)

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