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Der Telebasel Talk vom 13. Februar 2018 mit Dominik Reifler.

Basel

Fundamentalistische Gellertkirche?

Rigide Moralpredigten und Mobbing hinter poppigen Gottesdiensten? In inquisitorischem Ton schilderte die Tageswoche die Gellertkirche als Hort von Fundamentalisten und Endzeitkriegern. Was ist dran? Im Talk nimmt Pfarrer Dominik Reifler Stellung.

Mit diesem Harmagedon-Kitsch-Bild fuhr die Tageswoche kürzlich eine Kampagne gegen die Gellertkirche, zitierte Passagen aus Predigten, die dem Redaktor den Lesefluss «ins Stocken» gebracht hätten, gab Aussagen von ehemaligen Mitgliedern wieder, die sich kühl behandelt, kritisiert oder unter Druck gesetzt fühlten, weil sie sich der in der Kirche gepredigten Sexualmoral nicht unterstellten – was die Tageswoche mit dem Wort «Mobbing» zusammenfasste.

Prominente Kirchenbesucher

Immerhin ganz in den fundamentalistischen Untergrund scheint sich die Gellertkirche auch laut der Tageswoche noch nicht verabschiedet zu haben, so werden beispielsweise SP-Grossrätin Dominique König-Lüdin und SVP-Grossrat Patrick Hafner als ihre Besucher aufgeführt. Erwähnt wird, dass die Gellertkirche Mitglied der Schweizerischen evangelikalen Allianz ist, erwähnt wird nicht, dass zu diesen Mitgliedern auch etwa die Heilsarmee, der CVJM oder eine Reihe anderer Kirchen gehören. Zu den fünf Beiträgen zum Thema gehört auch ein Interview mit (einem genervten) Kirchenratspräsident Lukas Kundert, da die Gellertkirche «trotz freikirchlichem Gebaren» (Tageswoche) zur evangelisch-reformierten Landeskirche gehört.

Feminismus als Feind

Die von der Tageswoche aus dem öffentlich zugänglichen Archiv aufgeführten Stellen vertreten ein konservatives, patriachales, auf die Sündhaftigkeit des Menschen und Endzeitlichkeit orientiertes Glaubensbild mit dauernden Ermahnungen auf den heilsbringenden Regelkatalog.

Wir zitieren daraus:

«Gewaltig, was von Frauen ausgeht, die vor Gott stehen! Und ihre Berufung heisst: Leben gebären!»

«In der Bibel wird 21 Mal an den Untergang von Sodom und Gomorra erinnert. … Unsere Stadt, unsere Umgebung heute ist nicht viel anders.»

«Oft ist Sexualität bei Frauen geprägt von Rache oder von Enttäuschung im Bezug auf den eigenen Vater und wird dann gerne als Waffe in der Beziehung eingesetzt.»

«Nur durch gewieftes Taktieren konnten westliche, feministische Gruppierungen das Gender-Mainstreaming-Projekt … durchsetzen.»

«Haltet euch fern von Unzucht … Was meint Paulus hier im Thessalonicherbrief mit Unzucht? Da ist die Antwort ziemlich klar und eindeutig: Es geht umfassend um jede Form von vor- und ausserehelichem Geschlechtsverkehr.»

«Und zugegeben, Frau macht es uns Männern nicht immer einfach, unsere Blicke und Gedanken im grünen Bereich zu halten.»

Gerade die letztzitierte Aussage erinnert an den Aufruf des Basler Imamen Ardian Elezi, der Muslimen empfahl, im Sommer das Rheinufer zu meiden, weil die leicht bekleideten Damen zur Sünde verleiten könnten.

Zum Thema Homosexualität wird Pfarrer Dominik Reifler so zitiert: «Wir vertreten den Wert, dass das biblische Menschenbild auf Ehe und Familie hingeordnet ist. Dazu ermutigen wir Menschen in erster Linie. Wir sehen uns nicht in der Lage, Menschen zu einem Lebensstil zu ermutigen, zu welchem die Bibel nicht ermutigt. Aber auch wir haben offene Fragen zu diesem Thema und wissen, dass einfache Antworten hier zu kurz greifen. Wir haben geschätzte Freunde in der Gellertkirche, die homosexuell sind und sind mit ihnen im Dialog.»

Im Talk: Pfarrer Dominik Reifler.

2 Kommentare

    1. Es ist offensichtlich, dass die Religionen die Menschen mit der Sexual-Odeologie unter politische Kontrolle bringen wollen. Mit der katholischen Kirche in den letzten Jahrhunderten ist das aber sehr durchsichtig geworden. Es gibt viel grössere Probleme in den Religionen als der Sex und die Schwulen. Die “besorgten” Kleingläubigen sollten jeweils gefragt werden, warum ihnen dies so wichtig erscheint!
      Zudem ist zu fragen, warum in der Einmannreligion die Frauen so unwichtig sind, wenn sie denn die Gebärerinnen sein sollen! Ausserdem haben die das Problem von Glaube und Realität. Glauben können wir alles, wissen aber nicht! 😉Report

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