(Bild: Kanton Basel-Stadt)

Basel

Kantonslabor stellt viele Chemikalienrecht-Verstösse fest

In Basel-Stadt verstossen zahlreiche zum Verkauf angebotene Chemikalien sowie Firmen, die mit solchen hantieren, gegen einschlägige Vorschriften. Das Basler Kantonslabor hat im vergangenen Jahr von 58 kontrollierten Produkten neun gleich aus dem Verkehr gezogen.

Die Verkaufsverbotsquote von 15 Prozent der kontrollierten Chemieprodukte wegen schwerwiegender Mängel sei «inakzeptabel» und «bedenklich», unterstrich das kantonale Labor Basel-Stadt in einer Mitteilung vom Montag. «Besonders bedenklich» sei die schlechte Selbstkontrolle.

Produkte nahm das Kantonslabor im letzten Jahr insgesamt 58 unter die Lupe. Davon entsprachen 43 nicht allen Vorschriften, was eine Quote von 74 Prozent bedeutet. Das Schweizer Chemikalienrecht ist weitgehend mit entsprechendem EU-Recht harmonisiert; teils verweist das Schweizer Recht auf EU-Recht.

Unmittelbare Gefahr für Mensch und Umwelt wurde darunter neun mal beanstandet: Deswegen aus dem Verkehr gezogen wurden sieben zulassungspflichtige Produkte sowie zwei Stoffe und Zubereitungen. Unter anderem waren zum Verkauf angebotene Biozide nicht zugelassen, respektive verbotene Stoffe in Produkten enthalten.

91 Prozent der Betriebe beanstandet

Die Palette der untersuchten Produkte reichte von Farben über Duftstoffe bis zu Reinigungs- oder Pflanzenschutzmitteln. Unter anderem waren sieben Produkte nicht zugelassen, acht falsch eingestuft, und neun wurden unzulässig beworben. Bei fast der Hälfte war zudem das Sicherheitsdatenblatt mangelhaft.

Betriebe hatte das Kantonslabor 2017 insgesamt 44 kontrolliert, darunter 18 Hersteller und Importeure, fünf Abgabestellen und 21 berufliche Verwender. Dazu kamen vier Nachkontrollen. Mit 40 beanstandeten Betrieben liegt die Rüffel-Quote bei 91 Prozent. Unmittelbare Gefahr für Mensch und Umwelt wurde 13 mal beanstandet.

Ungenügende Selbstkontrolle wurde 17 Mal moniert, ebenso oft Verstösse gegen Melde- und Zulassungspflicht. Gar 20 Mal wurde unkorrekter Umgang und Lagerung kritisiert. Elf Firmen hielten personenbezogene Vorschriften nicht ein, zwei leisteten sich unsaubere Werbung für Chemikalien.

(sda)

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