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Der Telebasel Talk vom 30. Januar 2018.

Basel

Wie wollen Sie Eva Herzog schlagen, Herr Jans?

Beat Jans will 2019 um die Nachfolge von Ständerätin Anita Fetz kämpfen - gegen seine Genossin Eva Herzog. Wie will er in der Partei siegen, die sich selber als «feministisch» beschreibt?

Es gibt Daten, die wie Bruchstellen im Leben eines Menschen wirken. Für Eva Herzog ist es zweifellos der 12. Februar 2017, der Tag, an dem «ihre» Unternehmenssteuerreform III brutal an der Urne versenkt wurde.

Im Kampf für diese Reform war sie zur Hochform aufgelaufen, hatte bürgerlichen Nationalpolitikern inhaltliche Zugeständnisse und Achtung abgerungen. Die sonst wenig SP-freundliche BaZ schrieb sie bereits zur Bundesrätin hoch, bezeichnete sie als «Unbestrittene».

Beat Jans gegen die USR III

Dann aber kam Beat Jans. Er obsiegte in der parteiinternen Parolenschlacht, brachte die Basler SP auf nationale Referendumslinie, zerstörte den Nimbus der Unbesiegbarkeit jener Politikerin, die in Regierungsratswahlen jeweils mit Rekordresultaten bestätigt wurde.

Aus jener SP, die sich im öffentlichen Bewusstsein Basels als dominierende Regierungspartei des fast gutbürgerlichen Kompromiss’ nahe der Mitte verankert hatte, brach unerwartet die dezidierte Linke hervor, die dem austarierten Paket eine Absage erteilte – ohne Rücksicht auf mögliche spätere Verluste.

Jans dürfte damals zu Bewusstsein gekommen sein, dass er in der Partei breiten Rückhalt geniesst. Jedenfalls genug, um sich in das Wagnis gegen die «Unantastbare» (BZBasel) zu stürzen, die darauf hoffen durfte, mit einer fast konkurrenzlosen Wahl die Basler SP-Ständerats-Dynastie fortzusetzen. Er wird in Herzog eine unerbittliche Gegnerin finden.

Eva Herzog muss nach Auslaufen ihrer dritten Regierungszeit nach Bern, will sie ihre politische Karriere fortsetzen. Und der Politikerin, die ihren Erfolg auch dem Talent verdankt, den Standpunkt des bürgerlichen Gegners mit einzubeziehen, liegt naturgemäss der Ständerat viel näher als die lauteren Parteifrontenkämpfe in der grossen Kammer.

Herr Jans gegen die Frau Herzog

Eva Herzog hat ihre wirksamste Karte bereits gespielt, ihre persönliche Ambition mit dem feministischen Anliegen der Partei geschickt verquickt, und den SP-Frauen unüberhörbar ein Signal gesandt: Auf Anita Fetz soll eine Frau folgen.

«Als SP-Frau habe ich hier eine klare Meinung!», sagte sie der BZBasel. Und: Schwächt Jans mit seiner «Männerkandidatur» nicht die Wahlchancen seiner Partei? Seine mögliche Gegen-Kandidatin Patricia von Falkenstein (LDP) meint ja in der BZBasel: «Gegen Eva Herzog müssten wir mit einem Mann gar nicht erst antreten. Gegen Jans wären die Chancen zumindest minim besser».

Zu den Pluspunkten, die Beat Jans anführen kann, gehört, dass er bereits seit 2010 im Bundeshaus politisiert. Dass er zum Vizepräsidenten der SP Schweiz aufgestiegen ist und lange als Fraktionschef gehandelt wurde. Ob er, der wohl für sich in Anspruch nimmt, näher an der aktuellen nationalen Parteilinie zu politisieren, auch in Basel punkten kann, wird sich 2019 zeigen.

Wie will Beat Jans Eva Herzog schlagen? Dieser Frage stellt sich Beat Jans ab 18:40 Uhr im Talk vom 30. Januar 2018.

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