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Der Telebasel News Beitrag vom 30. Januar 2018.

Baselland

Immer mehr Waffen sind im Umlauf

Noch ist nicht klar, mit was für einer Waffe Wirtschaftsanwalt Martin Wagner am Sonntag erschossen wurde. Nach dem tragischen Ereignis stellt sich die Frage, wie einfach man in der Schweiz eine Waffe erwerben kann.

Sowohl Schweizer wie auch Ausländer mit einer Aufenthaltsbewilligung C können sich um einen Waffenerwerbsschein bewerben. Zum genauen Vorgehen sagt Adrian Gaugler von der Baselbieter Polizei: «Grundsätzlich kann jeder Schweizer und jeder Ausländer mit einer C-Bewilligung bei uns im Kanton einen Waffenerwerbsschein bekommen. Dafür muss er ein Gesuch stellen, einen Strafregisterauszug mitschicken, und eine Kopie der ID.» Diese Unterlagen würden dann überprüft. Falls keine Auffälligkeiten vorliegen würden, werde der Waffenerwerbsschein ausgestellt.

Im Baselbiet nimmt die Anzahl ausgestellter Waffenerwerbsscheine laut Angaben der Baselbieter Polizei laufend zu. Alleine im letzten Jahr haben die Behörden 1’651 Erwerbsscheine ausgestellt.

Waffenerwerbsscheine von 2014 bis 2017. Grafik: Telebasel

Seit 2008 werden alle erworbenen Waffen in einem Register eingetragen. Nicht nur das Kaufen von Waffen erfordert einen Waffenerwerbsschein. Auch der Tausch, die Schenkung, die Erbschaft, die Miete und die Gebrauchsleihe erfordern eine solche Bewilligung. Auch die Zahl der registrierten Waffen nimmt im Baselbiet zu. Alleine von 2014 bis 2017 um fast 8500 Stück.

Registrierte Waffen im Kanton BL von 2014 bis 2017. (Grafik: Telebasel)

Im Register werden die erworbenen Waffen jedoch erst seit 2008 eingetragen. Dass heisst, Waffen die vorher den Besitzer gewechselt haben, sind dort gar nicht eingetragen. Adrian Gaugler spricht von einer Dunkelziffer.

Benjamin Haberthür, Präsident des Kantonal-Schützenverbands BS, sieht darin jedoch kein Problem. Viel mehr beunruhige ihn die unbekannte Anzahl illegaler Waffen: Das sei das Problem.: «Wir haben so viele Krisenherde auf dieser Welt, wo Konflikte ausgetragen werden, wo Waffen herumliegen. Die werden schwarz gehandelt.» Er würde es zudem begrüssen, wenn künftig bei Verbrechen die mit einer Schusswaffe begangen werden, jeweils angegeben würde, ob der Täter die Waffe legal oder illegal erworben habe.

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