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Der Telebasel News-Beitrag vom 22. Januar 2018.

Basel

Partynacht endet mit brutaler Vergewaltigung

40 Monate Freiheitsstrafe und ein Landesverweis droht einem 25-jährigen Spanier, der im September im Erlenmatt-Quartier eine 25-jährige Frau brutal vergewaltigt haben soll.

Die heutige Befragung am Basler Strafgericht liess auch Menschen mit einer dicken Haut nicht kalt. Während der Beschuldigte alles abstritt oder von gegenseitigem Einvernehmen sprach, schilderte das mutmassliche Opfer – eine junge Frau und zweifache Mutter – eine komplett andere Geschichte. Dabei ging sie bis ins kleinste Detail.

Die Befragung des Fünfergerichts konnte der Beschuldigte im Nebenraum per Videoübertragung verfolgen. Im Anschluss wurde er zur Version des Opfers befragt. Der Anwalt des arbeitslosen Mannes sagte, das Opfer sei selber schuld, sie hätte ja nicht auf die Avancen eingehen müssen. Dies sorgte im Saal für ziemliche Irritation und Kopfschütteln.

An Strassenfest getroffen

Es habe an einem Strassenfest am frühen Abend begonnen. Mit einer Gruppe von Leuten aus der lateinamerikanischen Szene begab sie sich laut Anklageschrift in eine Bar in der Nähe. «Dort haben wir getanzt und getrunken und ich bin mit dem Beschuldigten ins Gespräch gekommen», erzählte die zierliche, sichtlich angeschlagene Frau in klarem Tonfall.

Als in der Bar langsam die Lichter ausgingen, habe sie mit dem Beschuldigten noch an eine andere Party in der Nähe gehen wollen. Die genannte Party erreichten die beiden aber nie. Der Mann lotste sie in die Wohnung, in der er mit seinen Eltern lebt.

Viele Verletzungen diagnostiziert

Dort habe er dann angefangen sie zu bedrängen und Sex verlangt. Er habe auch nicht aufgehört, als sie geschrien und sich gewehrt habe.

Laut Anklageschrift kam es zu einer vaginalen und einer analen Vergewaltigung. Laut dem Bericht des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) erlitt die zweifache Mutter  diverse Verletzungen, unter anderem Hauteinblutungen am Hals und Rücken und einen Schleimhauteinriss im analen Innenbereich.

Dem Beschuldigten wirft die Staatsanwaltschaft sexuelle Nötigung, Vergewaltigung und mehrfache Tätlichkeiten sowie zusätzlich Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes vor. Die Staatsanwaltschaft fordert 40 Monate Freiheitsstrafe unbedingt, eine Busse von 3‘000 Franken sowie sieben Jahre Landesverweis. Das Urteil gibt das Gericht voraussichtlich am Dienstag bekannt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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