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Der Telebasel News Beitrag vom 18. Januar 2018.

Basel

Mehr Fluglärm über Basel?

Am Donnerstag lädt der EuroAiport zur Neujahrs-Medienkonferenz. Nachdem 2017 die zehn Prozent Marke der umstrittenen Südanflüge überschritten wurde und auch Easyjet in Basel ausbaut, regt sich Unmut.

Anfang Jahr wurde bekannt, dass der Anteil der umstrittenen Südanflüge am Flughafen Basel-Mühlhausen 2017 die kritische zehn Prozent Marke knapp überschritten hat. Im Dezember kündete Easyjet einen weiteren Ausbauschritt an. Der britische Billigflieger möchte am EuroAirport zwei zusätzliche Maschinen in Betrieb nehmen. Somit erhöht sich die Zahl der stationierten Flugzeuge auf elf. Easyjet verspricht sich dadurch eine halbe Million zusätzliche Passagiere.

Der Telebasel News Beitrag vom 12. Dezember 2017. 

Am Donnerstag, 18. Januar 2018 blickte der EuroAirport an der Neujahrs-Medienkonferenz auf das letzte Jahr zurück, aber auch in die Zukunft. Die Passagierzahlen auf dem Flughafen Basel-Mülhausen befinden sich weiterhin im Steigflug: Mit nahezu 7,9 Millionen Fluggästen hat der EuroAirport (EAP) 2017 sein siebtes Rekordjahr in Folge verzeichnet.

Exakt 7’888’725 Passagiere wurden im vergangenen Jahr auf EAP registriert. Das sind 7,9 Prozent mehr als 2016, wie die Direktion des binationalen Flughafens am Donnerstag mitteilte. Damit entspreche das Wachstum dem Durchschnitt der europäischen Flughäfen. Gegenüber dem Vorjahr hat es sich verdoppelt.

Steigende Passagierzahlen erwartet

Auch für das laufende Jahr rechnet die Flughafendirektion mit steigenden Passagierzahlen. Allerdings wird ein verlangsamtes Wachstum um 3 Prozent auf 8,1 Millionen Fluggäste erwartet.

Dies ist auch bei der Fracht der Fall, welche 2017 um 10,8 Prozent auf 112’283 Tonnen zulegte. Für 2018 ist dagegen ein halb so grosses Plus von noch 5 Prozent auf 117’000 Tonnen budgetiert. Besonders gut entwickelte sich 2017 die geflogene Luftfracht: Mit 64’303 Tonnen betrug die Zunahme 17 Prozent.

Obwohl auf dem EAP deutlich mehr Passagiere und Luftfracht abgefertigt wurden, blieb die Zahl der Starts und Landungen 2017 praktisch konstant. Mit 95’610 Bewegungen belief sich das Wachstum auf nur gerade 0,1 Prozent.

Easyjet belegt Spitzenplatz

Bei den Airlines belegt Easyjet am EAP unangefochten den Spitzenplatz. Allerdings sank der Marktanteil des britischen Billigfliegers leicht von 60 auf 59 Prozent.

Auf Rang zwei folgt Wizz Air mit einem Anteil von 6 Prozent. Die ungarische Fluggesellschaft erzielte mit 39,8 Prozent das stärkste Wachstum bei den Passagieren aller Airlines am EAP.

Mehr Fluglärm am späten Abend

Dank dem Einsatz grösserer Flugzeuge mit mehr Sitzen werde die Schere zwischen Passagierzahlen und Flugbewegungen in Zukunft immer weiter auseinandergehen, sagte Flughafendirektor Matthias Suhr vor den Medien. Die Lärmbelastung durch den EAP sei in den letzten Jahren denn auch stabil geblieben.

Allerdings räumte Suhr ein, dass die Lärmbelastung zwischen 23 und 24 Uhr zugenommen habe, was aber in erster Linie auf Verspätungen zurückzuführen sei. Derzeit werde jedoch nach Lösungen gesucht, um die Situation für die Anrainer zu verbessern.

Keine Angaben zum finanziellen Ergebnis

Keine Angaben wurden an der Jahresmedienkonferenz zum finanziellen Ergebnis des EAP gemacht. Der Abschluss liege noch nicht vor, sagte Suhr. Er rechnet jedoch mit einem Ergebnis im Rahmen des Vorjahres. 2016 hatte der Flughafen bei einem Umsatz von 133,2 Millionen Euro einen Nettobetriebsgewinn von 24,8 Millionen Euro erzielt.

Um die Infrastruktur und die Dienstleistungen zu verbessern, hat der EAP im vergangenen Jahr 24 Millionen Euro investiert. Im laufenden Jahr sollen es gar 38 Millionen Euro sein. «Wir platzen aus allen Nähten», sagte der Flughafendirektor.

Suhr kann sich gut vorstellen, dass der EAP dereinst von Billig-Airlines für Langstreckenflüge bedient wird. In Frage kämen für dieses neue Segment kleine Grossraumflugzeuge wie der Airbus A350 für Flüge nach Nordamerika und Asien, sagte der EAP-Chef. Noch habe sich bei ihm aber keine Fluggesellschaft mit einem solchen Projekt gemeldet.

Unmut wegen Expansion

Im Hinblick auf die Expansion am EuroAirport macht sich auch Unmut breit, vor allem in Bezug auf eine mögliche Zunahme des Fluglärms. Auch der Bahnanschluss wird voraussichtlich mehr Passagiere bringen. Fünf Verbände aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz fordern Massnahmen gegen die Zunahme des Fluglärms am EuroAirport Basel-Mühlhausen (EAP). Sie haben am Donnerstag eine trinationale Umweltcharta unterzeichnet.

Es gäbe nämlich keine sichtbare Anstrengungen, um die negativen Auswirkungen der Expansionspolitik zu erfassen, zu bewerten oder gar einzudämmen, heisst es in der Medieneinladung. Mit der Charta werden die gemeinsamen Forderungen dokumentiert.

Nachtflugsprerre und Flugbewegung

Aufgrund der enormen Zunahme des Fluglärms möchte die Anrainer eine strikte Nachtflugsperre von 23 bis 6 Uhr. Das hätten die Kantonsparlamente der beiden Basel bereits verlangt, heisst es in der Charta. Ebenfalls wird eine Begrenzung der Flugbewegungen auf 100’000 pro Jahr gefordert. Als dritte Forderung definierten die Verbände die Abschaffung der lärm- und schadstoffintensiven Kurvenflüge bei Start und Landung.

Ziel der Charta sei die Verbesserung von Lebensqualität und Gesundheit der Anrainer, aber auch die Klarstellung von Optionen und Grenzen der Flugverkehrswirtschaft auf dem EuroAirport.

Flughafendirektor will davon nichts wissen

Flughafendirektor Matthias Suhr lehnte am Donnerstag an der EAP-Jahresmedienkonferenz eine Nachtflugsperre ab. Die Randzeiten seien für den Passagierverkehr und – namentlich zwischen 05:00 und 06:00 Uhr – für die Expressfracht von grosser Bedeutung. Auch von einer Obergrenze für Starts und Landungen wollte er nichts wissen. Dagegen sei auch der Flughafen an neuen Flugrouten interessiert.

Unterzeichnet haben die Charta Organisationen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz: Die «Association de Défense des Riverains de l’Aéroport» aus Frankreich und die Bürgerinitiative Südbadischer Flughafenanrainer sowie aus der Schweiz das Forum Flughafen – nur mit der Region, der Schutzverband der Bevölkerung um den Flughafen Basel-Mülhausen und Gemeinden des Gemeindeverbunds Flugverkehr.

Anstieg der Spitzenlärmwerte

Gemäss dem neusten Bericht der die Regierungen der beiden Basel beratenden Fluglärmkommission hatte 2016 eine Zunahme der Flugbewegungen zu mehr Fluglärm am späten Abend geführt. Stärker belastet als im Vorjahr waren dabei insbesondere die Gebiete südlich des Flughafens. Im Weiteren gab es 2016 einen Anstieg der Spitzenlärmwerte.

2017 hatte zudem der Anteil der umstrittenen Südanflüge am Flughafen Basel-Mülhausen die kritische Zehn-Prozent-Marke knapp überschritten. Nun müssen die Behörden Massnahmen suchen.

(abo/sda)

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