Am Start und in der Bahn schnell: Martina Fontanive und Anschieberin Irina Strebel. (Bild

Schweiz

Schweizer Frauen brillieren in St. Moritz

Die Schweizer Bobfahrerinnen überzeugen beim Heim-Weltcup in St. Moritz mit einem 5. Platz durch Martina Fontanive/Irina Strebel und einem 6. Rang durch Sabina Hafner/Eveline Rebsamen.

Als der Zweierbob von Fontanive durchs Ziel fuhr und der Betreuer einen Finger in die Höhe hob, gab es kein Halten mehr. Ein Jauchzer von Fontanive und ihrer Anschieberin Strebel, und schon standen auch die bisher Führenden an der Bahn und klatschten ab. Denn die eben von der Spitze verdrängten waren Hafner und Rebsamen, die eigentliche Schweizer Nummer 1.

Die Heimbahn brachte den Schweizerinnen einen nicht erwarteten Erfolg. Für Martina Fontanive war es ihr mit Abstand bestes Karriereresultat, die Baselbieterin Hafner war seit sieben Jahren nie mehr so gut. Die beiden Schweizer Schlitten hatten bereits nach dem ersten Durchgang, in denen sie von vorteilhaften hohen Startnummern profitierten, die Plätze 5 und 6 belegt und bestätigten ihre Leistung im zweiten Durchgang souverän. Fontanive verlor auf Tagessiegerin Elana Meyers Taylor aus den USA 93 Hundertstel, Hafner 1,07 Sekunden.

Zu spät für Olympia

Überrascht vom Spitzenresultat zeigte sich Fontanive nicht, obwohl sie zuvor einen 17. Platz aus dem Jahr 2015 in Innsbruck als Bestmarke stehen hatte. «Wir waren in allen Trainings vorne dabei», sagte die 31-jährige Zürcherin selbstbewusst. Entsprechend habe sie sich einiges ausgerechnet. Umso bedauerlicher ist es, dass ihre gute Form für eine Olympiaqualifikation zu spät kommt. «Wir hatten Anfang Saison grosse Probleme mit dem Schlitten und den Kufen», erklärt Fontanive. Erst in den letzten Wochen bekamen sie diese in den Griff. «Nun fokussieren wir uns halt auf die Spiele 2022.»

Seit dem Weltcupsieg (und EM-Titel) von Fabienne Meyer im Januar 2014 in Königssee war nie mehr ein Schweizer Frauen-Bobteam in den Top 5 klassiert. Das glänzende Ergebnis perfekt machte Sabina Hafner mit ihrer Anschieberin Eveline Rebsamen, die ihr Olympiaticket mit der «B-Norm» bereits zuvor fast auf sicher gehabt hatten. «Jetzt haben wir aber auch die richtige Limite erreicht», freute sich die 33-jährige Baselbieterin, die bereits vor einer Woche in Altenberg mit dem 7. Platz überzeugt hatte. Und vor allem: «Dass Martina Fünfte wurde, ist für den Schweizer Frauen-Bobsport fantastisch.»

Seit ihrem zwischenzeitlichen Rücktritt war Hafner nie mehr so weit vorne klassiert. Ihren bisher einzigen Podestplatz feierte die Elektrotechnikerin vor 13 (!) Jahren ebenfalls in St. Moritz als Zweite.

(sda)

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