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Der Telebasel Sonntags-Talk vom 14. Januar 2018 mit Sibel Arslan, Thomas de Courten und Baschi Dürr.

Basel

NoBillag, Herkunft von Straftätern und Trump am WEF

Sollen wir in Zukunft nur noch Werbungs- und Abo-Fernsehen schauen? Das wollen die NoBillag-Freunde vom Gewerbeverband. Darüber und über die Herkunft von Straftätern sowie Trumps Auftritt in Davos diskutieren Basta-Nationalrätin Sibel Arslan, SVP-Nationalrat Thomas de Courten und Regierungsrat BS, Baschi Dürr.

NoBillag: Bundesgelder statt TV-Gebühren?

Seit Monaten debattiert die Schweiz heftig über die NoBillag-Initiative, die die TV- und Radio-Gebühren im bisherigen Stil abschaffen will. Gegner befürchten, dass damit nicht bloss die Abgaben sondern auch gleich die SRG abgeschafft würde. Diese Woche nun trat das Umfeld der Initianten erstmals mit konkreten Vorschlägen an die Öffentlichkeit: Der Schweizerische Gewerbeverband. Das löste ungläubiges Staunen aus.

Anstelle der «Zwangsgebühren» wollen die Gewerbler nämlich nun Steuergelder, eine Viertelmilliarde Franken, an eine SRG (oder an ähnliche Nachfolgesender) übergeben – als finanzielles Bett spezifischer Sendungen. Auch soll die SRG in der Lage sein, mehr Werbegelder zu generieren, obwohl gleichzeitig Pay-TV eingeführt werden soll, das das Publikum mutmasslich schwinden lassen wird. Telebasel fragt: Bundesgelder statt TV-Gebühren? Und wird das Fernsehen in Zukunft schlechter und teurer?

Sollen wir Herkunft mutmasslicher Straftäter nicht mehr nennen?

Enorme Dresche in Medienkommentaren kassierte der neue Basta-Grossrat Oliver Bolliger als er mit einer schriftlichen Anfrage von der Basler Regierung wissen wollte, ob sie gewillt wäre, das Zürcher Modell zu übernehmen: In Mitteilungen der Zürcher Stadtpolizei werden künftig die Nationalitäten von mutmasslichen Straftätern nicht mehr genannt. Mit diesem Entscheid löste Stadtrat Richard Wolff (Alternative Liste) eine nationale Debatte aus.

Bolliger sagt: «Die Herkunft des Täters oder der Täterin ist nicht relevant für die Schwere eines Delikts. Sie beinhaltet keine Erklärung für das begangene Verbrechen». Kritiker reden von einer Verschleierung. Telebasel fragt: Was nützt die Nennung der Herkunft?

Trump in Davos: Proteste und «Dreckslöcher»

Für Klaus Schwab hätte es ein enormer Prestigegewinn sein können: Nach Chinas Machthaber und Welt-Nr. 2, Xi Jingping, im vergangenen Jahr kann er dieses Jahr die Nr. 1 am Weltwirtschaftsforum WEF in Davos präsentieren: Den amtierenden US-Präsidenten. Aber bei Donald Trump löste die Ankündigung schon nach Stunden eine Protestwelle aus –  bei Chinas Machthaber hatte kaum jemand die Stimme erhoben.

Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli hält es für angesagt, ein «Signal» zu setzen, der immerhin demokratisch gewählte Präsident sei nicht «welcome». Juso-Präsidentin Tamara Funiciello kündigte Aktionen an. Sie nannte ihn einen «sexistischen, rassistischen, orangen Trottel».

Bislang unterschrieben über 12’000 Personen eine Online-Petition gegen Trumps Besuch. Andreas Freimüller, Präsident von Campax: «Wir wollen so viele Unterschriften wie möglich haben. So kann unsere Stimme auch auf der anderen Seite des Atlantiks gehört werden.» Und nun soll Trump laut Aussage mehrerer Parlamentarier auch noch arme Herkunftsländer von Einwanderern als «Drecksloch-Länder» verunglimpft haben.

Telebasel fragt: Was nützt der Protest? Ist uns ein Präsident willkommen, der angeblich andere Länder als «Dreckslöcher» («Shitholes») bezeichnet?

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