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Der Telebasel News Beitrag vom 12. Januar 2018.

Basel

Schweizer Unis wollen nichts von einer «Universität Schweiz» wissen

Die Baselbieter FDP und SVP plädieren für spezialisierte Universitäten. Die Aufgabe des Status Volluniversität bei der Zentralisierung von Fakultäten auf einen Standort ist aber weder für Erziehungsdirektorin Monica Gschwind, noch für die fünf betroffenen Universitäten eine Option.

Die Universität Basel soll weniger Fächer anbieten. Diese Abkehr von der sogenannten Volluni haben Partiesprecher von FDP und SVP Ende November im Landrat geäussert. Seit Tagen trägt FDP-Landrat Paul Hofer diese Idee in die Öffentlichkeit: «Ich habe mir die Frage gestellt, wieviel Ressourcen wir zur Verfügung haben.

Wenn wir davon ausgehen das diese limitiert sind und die europäische bzw. globale Konkurenz betrachte, sehen wir, dass wir eigentlich vom Gedanken der fünf Volluniversitäten wegkommen müssen.» Die aus den Gedanken resultierende Lösung stellt die FDP mit de «Universität Schweiz» als Lösung vor. Würden sich vielleicht zwei Universitäten auf ein Spezialgebiet konzentrieren, die anderen Unis nicht. Mit den freigewordenen Ressourcen soll so die «Universität Schweiz» laut Hofer global konkurrenzfähiger werden.

Für die Universität Basel will Hofer nicht über Fakultäten urteilen, welche verschwinden bzw. gestärkt werden sollen. Dass will er den Verantwortlichen, wie dem Unirat, überlassen.

«Nostalgie ist ein süsses Gift, aber es macht faul»

«Es kann ja nicht sein, dass man in der heutigen Zeit, in der die Mobilität so weit vorangeschritten ist, 15 Minuten in den Zug sitzt, um eine Vorlesung zu besuchen», sagt Hofer zum studentischen Pendeln nach Liestal. Würde eine Fakultät Basel ganz den Rücken kehren, müssten die Studenten je nach Standort mehr als zwei Stunden pro Tag von Basel aus zur Vorlesung pendeln.

Für Hofer kein Problem. Denn ein GA der SBB sei ja immer noch billiger als die Monatsmiete am Ort der konzentrierten Fakultät. Die heutigen Studenten sollen eben mit der Zeit gehen. Da gehöre ein längerer Anfahrtsweg einfach dazu. Denn: «Nostalgie ist ein süsses Gift, aber es macht faul», zitiert Hofer einen Merksatz.

Paul Hofer im Interview. (Video: Telebasel) 

Universitäten wollen nichts von einer Volluni wissen

Keine Stellungnahme zu einer Abkehr von der Volluni nimmt die Universität Basel. Die Universität Lausanne schreibt lediglich, dass Koorperationen mit benachbarten Universitäten und Hochschulen bereits stattfinden würden. Von den fünf Volluniversitäten erklärt die Uni Genf, sie arbeite gerne mit anderen Unis zusammen: «Desweiteren legt die Universität Genf sehr viel Wert auf Interdisziplinarität, welche notwendig ist, um sich mit den komplexen Herausforderungen unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen.»

Noch deutlischer schreibt die Uni Bern: «Die Universität Bern bekennt sich in ihrer Strategie 2021 zur Volluniversität. Die Vielfalt einer Volluniversität ist das Fundament, um in ausgewählten Themenschwerpunkten inter- und transdisziplinäre Spitzenleistungen in Forschung und Lehre betreiben zu können.»

Monica Gschwind hält an Volluni fest

Und auch die Baselbieter Erziehungsdirekdorin Monica Gschwind hält wenig von der Idee aus ihrer eigen Partei. Auf Anfrage von Telebasel schreibt Monica Gschwind: «Ich stehe hinter einer Volluniversität Basel, wie dies von den beiden Trägerkantonen in der Parlamentsvorlage zum Globalbudget 2018-2021 bekräftigt wurde. Der Universitätsrat wird im Rahmen der Arbeiten zur neuen Universitätsstrategie 2030 Überlegungen zu einer konsequenten Fokussierung anstellen, wie dies übrigens auch das neue Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz vorsieht, und eine entsprechende Auslegeordnung vornehmen.»

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