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Das Telebasel Report vom 10. Januar 2018.

Basel

Report: Obdachlos in Basel

Knapp 400 Menschen in Basel sind obdachlos. Sie kämpfen täglich um ihre Mahlzeiten und Schlafplätze. Der Telebasel Report war selbst einen Tag lang auf der Gasse unterwegs und zeigt den Alltag vieler Basler Obdachloser.

Eigentlich war Heiko Schmitz ein erfolgreicher Bauunternehmer mit eigenem Geschäft. Zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter lebte er jahrelang glücklich in Köln. Doch dann ging es plötzlich schnell: Zwei seiner Kunden hatten nicht bezahlt und schon sass Schmitz auf einem Schuldenberg. Um diesen abzuzahlen kam er in die Schweiz. Schmitz arbeitete auf verschiedenen Grossbaustellen. Dann ein Arbeitsunfall. Die Versicherung zahlt nicht. Mietschulden, die er nicht mehr bezahlen kann – Zwangsräumung. «Und plötzlich stand ich auf der Strasse», sagt Schmitz.

Heiko Schmitz zeigt uns seinen allerersten Schlafplatz: ein Bänkli im Solitude-Park. (Bild: Telebasel)

«Damit hätte ich nie im Leben gerechnet»

Seine erste Nacht verbringt er auf einem Bänkli im Solitude-Park. «Ich hätte nie im Leben damit gerechnet, dass ich jemals in einem Park übernachten müsste», sagt Schmitz heute. Für Schmitz kommt es knüppeldick: wenige Tage später beendet seine Frau ihre Beziehung: «Per SMS, nach 22 Jahren Ehe», sagt er. Und gerade als es ihm wieder besser geht, erfährt er quasi unter der Brücke vom plötzlichen Tod seiner einzigen Tocher: «Autounfall».

In der Gassenküche am Lindenberg kriegt Jede und Jeder, der es nötig hat, für drei Franken ein vollwertiges Menü. (Bild: Telebasel)

«Verhungern muss in Basel niemand»

Die ersten Tage als Obdachloser seien hart gewesen, erinnert sich Heiko Schmitz. Sich selbst einzugestehen, dass man auf der Strasse lebt, dass man es ohne Hilfe gar nicht mehr schaffen kann: «Hilfe gibt es in Basel überall – aber sie anzunehmen ist anfangs unglaublich schwierig». Gassenküche, Soup&Chill oder sonstige Angebote lernt er laufend kennen. Er merkt: In Basel gibt es mehrere Institutionen, die sich um Obdachlose kümmern. «In Basel muss keiner verhungern», sagt Schmitz heute. Gleich mehrere Angebote wechseln sich so ab, dass Obdachlose beinahe zu jeder Tages- und Nachtzeit irgendwo Unterschlupf finden:

Morgen:
07:30 – 09:30 Uhr   Gassenküche: Frühstück (gratis)

Mittag/Nachmittag:
08:30 – 17:00 Uhr    Treffpunkt Glaibasel (Mittagessen 5.-)
09:00 – 17:00 Uhr    Treffpunkt Gundeli (6.-)
10:00 – 17:00  Uhr    Tageshaus für Obdachlose (3.-)

Abend:
17:00 – 21:00     Soup&Chill: Brot, Früchte, Suppe (gratis)
17:15 – 19:30     Gassenküche: Abendessen (3.-)

Nacht:
20:00 – 08:00     Notschlafstelle: Übernachtung (Einheimisch: 7.50 / Auswärtig: 40.-)

Heiko in der Notschlafstelle Basel: Zum Glück musste er selber nur drei Mal hier schlafen. (Bild: Telebasel)

Der Telebasel Report hat Heiko Schmitz einen Tag lang begleitet und durfte hinter die Kulissen der verschiedenen Institutionen schauen.

1 Kommentar

  1. ein paar bemerkungen :
    wieviel geld braucht es im tag ,um das hier zubezahlen ? ( essen und schlafen )und woher kommt das geld ?
    warum meiden ex junki die notschlafstellen ,wenn drausen minus hat und sie vorziehen es drausen in klälte zu übernachen ?Report

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