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Telebasel Regio vom 8. Januar 2018.

Basel

Pfyfferli begeistert mit Biss und Selbstironie

Das Pfyfferli-Ensemble thematisiert den Sparkanton Baselbiet, politische Korrektheit und die Anerkennung der Fasnacht als Weltkulturerbe. An der Premiere gab es dafür reichlich Applaus.

Bünzlihafte Koranverteiler treffen am Claraplatz auf nicht ganz so fromme Klosterfrauen. Basler Lokalpatrioten nehmen sich mit einer schwülstigen Ode an die Stadt selbst auf die Schippe und parodieren dabei gleich noch die urchigen Appenzeller als Käsewerbung.

Zum Schluss verhören «Fasnachtsschugger» gar noch einen Waggis, der vor dreissig Jahren mal eine Frau mit Räppli gestopft hat – ein Fall für #MeToo?

Mit pikanten Rahmenstücken macht das Pfyfferli den Auftakt zur Vorfasnacht. Wie es sich jeweils im Januar gehört, verwandelt sich der Gewölbekeller am Spalenberg in eine Sardinenbüchse: Das Fauteuil ist beim bereits jetzt ausverkauften Pfyfferli proppenvoll. Dabei hat das Schauspielensemble mit Caroline Rasser, Salomé Jantz, David Bröckelmann, Myriam Wittlin und Roland Herrmann hat den Applaus auf sicher.

«Folterbangg» und Bebbi-Parodie

Immer wieder verstehen es die Macher des Pfyfferlis, nicht einfach nur das Baselbiet und Donald Trump, sondern auch die Bebbi aufs Korn zu nehmen. In «Gäll, Alain» schlüpft Caroline Rasser erneut in die Rolle einer versnobten Baslerin mit Schosshündchen.

Einer tattergreisigen Zunft ist ebenfalls ein Rahmenstück gewidmet. Da wäre auch der Fasnächtler, der glaubt, mit einem Bombensujet das Rad neu erfunden zu haben. Dabei trinkt er sich an der Sujetsitzung bloss die Cliquenkrise schön.

Der Telebasel News Beitrag vom 6. Januar 2018. 

Dann gibt’s noch den «Folterbangg»: Dieser verbrät in wenigen Versen die schlechtestmöglichen Schnitzelbank-Pointen, mal angefangen mit der über die Ohren von Prinz Charles.

Eine Prise Selbstironie gibt’s auch bei der Musical-Einlage stolzer Basler, deren Lokalkitsch schliesslich in Kleingeistigkeit mündet. Einziger Wermutstropfen: Bei manchen Witzen, etwa zum Thema politische Korrektheit, handelt es sich dann doch um etwas alte Kalauer. Dies tut aber dem durchgängig unterhaltsamen und pointenreichen Programm keinen Abbruch.

Ueli mit Sax

Abgerundet wird das Ganze mit musikalischen Einlagen. So wird die Tambourengruppe Bâsilicum beim Klassiker «Ueli» überraschenderweise von einem Saxofon unterstützt. George Ricci, der neu mit von der Pfyfferli-Partie ist, improvisiert nämlich jazzig über den Trommelmarsch.

Bei der Pfyffergruppe Barfiessler ist etwa «Let’s be & Sof Sof», ein Arrangement von Cornelius Buser, als Ohrenschmaus dabei.

Last but not least noch etwas zu den Schnitzelbänken, die von Abend zu Abend variieren: Es punkten an der Premiere der Spitzbueb und Heiri. Letzerer, der rappende «Rampass», rechnet wieder herrlich mit dem eigenen Kanton ab. A propos «Bängg»: Ein alter Bekannter taucht vor der Pause unerwartet im Fauteuil auf. Mehr sei dazu aber noch nicht verraten.

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