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Der Telebasel News-Beitrag vom 15. Dezember 2017.

Basel

Basel erhält Forschungsinstitut für Augenheilkunde

Ein neues Forschungsinstitut für Augenkrankheiten nimmt 2018 in Basel seinen Betrieb auf. Gegründet wurde es von der Universität Basel, dem Universitätsspital Basel und dem Pharmakonzern Novartis.

«Am Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel (IOB) werden Grundlagenforscher und Kliniker Hand in Hand an einem besseren Verständnis von Augenkrankheiten und der Entwicklung neuer Therapien arbeiten», heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung der Gründer.

Es ist weltweit eines der ersten Institute dieser Art und soll eine Brücke zwischen Labor und Klinik schlagen sowie weitere Fortschritte der Forschung in der Augenheilkunde ermöglichen.

Die drei Gründungspartner verpflichten sich, das Institut für molekuläre und klinische Ophthalmologie Basel (IOB) in den ersten zehn Jahren zu finanzieren, wie sie am Freitag, 15. Dezember 2017 mitteilten.

20 Millionen Franken pro Jahr

Langfristig sollen jährlich 20 Millionen Franken investiert werden. Davon übernimmt die Novartis zehn Millionen, das Universitätsspital Basel drei Millionen, die Universität Basel beteilige sich mit zwei Millionen Franken. Der Kanton Basel Stadt werde sich mit fünf Millionen Franken beteiligen, allerdings steht dieser Entscheid noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Parlaments.

Für die ersten vier Jahre des Instituts beantragt die Regierung dem Grossen Rat einen Staatsbeitrag von insgesamt 12,5 Millionen Franken, wie sie am Freitag mitteilte.

Operativ ab 2018

Das Institut, welches als Stiftung aufgesetzt ist, um die Forschungsfreiheit der Wissenschaftler zu gewährleisten, wird 2018 seine Tätigkeit aufnehmen.

Geleitet wird es von zwei Wissenschaftlern von Weltruf, die bereits heute in Basel tätig sind: Botond Roska arbeitet derzeit am Friedrich Miescher Institut, und Hendrik Scholl leitet die Augenheilkunde an der Universität Basel und die Augenklinik des Universitätsspitals.

Dass sich Novartis am Institut beteiligt, begründet der Konzern mit der strategischen Forschungspriorität, die Augenheilkunde für ihn habe. Novartis verfügt mit Alcon über eine Augenheilsparte, deren Zukunft derzeit noch offen ist.

Neue Lösungen für Sehstörungen und -verluste

Von der «bahnbrechenden Kooperation zwischen Forschung und Klinik» am IOB erhofft sich Novartis innovative Lösungen für Patienten mit Sehstörungen und Sehverlust, wie es in der Mitteilung heisst. Laut den Gründern des Instituts gab es in den letzten Jahren wenig Innovation in der Augenheilkunde.

Zu den künftigen Forschungsschwerpunkten am IOB zählen unter anderem grüner Star (Glaukom) und Kurzsichtigkeit (Myopie). Dazu kommen die Stargardt-Krankheit als häufigste vererbte Makula-Degeneration sowie Retinitis pigmentosa, eine Gruppe erblicher Netzhautkrankheiten.

Wo soll das neue Institut stehen?

Zuerst soll das neue Forschungsinstitut provisorisch in die heutige Augenklinik einziehen. Wo es danach hinkommen soll, steht noch offen, ein Neubau wird allerdings nicht ausgeschlossen. (jw/sda)

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