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Der Telebasel Sport Beitrag vom 12. Dezember 2017.

Schweiz

Schweizer Schiris erhalten mehr Lohn

Die besten Schweizer Fussball-Schiedsrichter und Linienrichter müssen ab 1. Januar 2018 weniger arbeiten und erhalten dafür mehr Lohn für die Arbeit auf dem Platz. Die Swiss Football League stockt ihren Betrag um 500'000 Franken auf.

Fussball-Schiedsrichter oder Linienrichter in der Schweiz ist bislang kein Beruf. Die meisten Schiris in der Super League gehen am Montag wieder zur Arbeit und stehen am Wochenende für eine Entschädigung auf dem Platz. 2004 waren es laut ex-Top-Schiri Urs Meier 1000 Franken pro Spiel. 2012 wird in den Medien von 1200 Franken berichtet. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) und die Swiss Football League (SFL) ermöglichen nun mit namhaften finanziellen Beiträgen die Teilprofessionalisierung der besten Schweizer Super-League-Schiedsrichter und -Schiedsrichter-Assistenten.

Die folgenden sieben Schiedsrichter werden mit Beginn der Rückrunde in Super League und Challenge League künftig als Halbprofis die Spiele leiten:

Alain Bieri, Adrien Jaccottet, Stephan Klossner, Fedayi San und Sandro Schärer sowie die neu in den Status des FIFA-Schiedsrichters aufrückenden Urs Schnyder und Lionel Tschudi.

Mehr Lohn per Neujahr

Per 1. Januar 2018 werden sie deutlich höher entschädigt, im Gegenzug reduzieren sie ihr Engagement im angestammten Beruf auf maximal 50 (Schiedsrichter) respektive 60 Prozent (Schiedsrichter-Assistenten). Um die Teilprofessionalisierung zu finanzieren, erhöht die Swiss Football League ihre jährliche Pauschale um CHF 500’000 auf CHF 2,5 Mio., der SFV beteiligt sich mit zusätzlichen CHF 190’000 an den total CHF 3,25 Mio. Diese Beiträge decken die neu anfallenden Personalkosten für die Top-Referees und -Assistenten sowie für die neu geschaffene Stelle des Elite Referee Mangers. Sie ermöglichen zudem zusätzliche Aus- und Weiterbildungen sowie Investitionen in den Bereichen Training und Sportmedizin. Aber ist diese Teilprofessionalisierung nicht einfach eine Übergangslösung zur Vollprofessionalisierung?

Daniel Wermelinger findet den Beruf neben dem Pfeifen eine gute ‹Lüftungsmöglichkeit›. (Video: Telebasel)

Meilenstein für Schweizer Schiedsrichter

«Die Teilprofessionalisierung der talentiertesten und aussichtsreichsten Schweizer Spitzenschiedsrichter sowie Schiedsrichter-Assistenten mag im internationalen Vergleich ein kleiner Schritt sein, für den Schweizer Fussball ist es aber ein Meilenstein», sagt Cyril Zimmermann. Der bisherige Chef der Schweizer Spitzen-Referees ist seit dem 1. Dezember 2017 hauptamtlich als neuer Elite Referee Manager beim SFV angestellt.

Schweizer Schiris international nicht gefragt

Der letzte Schweizer Schiedsrichter, der an einer Endrunde oder Champions League pfiff, war Massimo Busacca 2010 in Südafrika und bis 2011 in der Champions League. Auch für die WM 2018 wurde kein Schweizer aufgeboten.

«Ziel der Teilprofessionalisierung ist natürlich, dass die Schweizer Spitzenschiedsrichter national und international an Ansehen gewinnen und sich mit konstant guten Leistungen für Spiele in der Champions League und internationale Top-Länderspiele aufdrängen», sagt Heinrich Schifferle, als Präsident der Swiss Football League. «Wir versuchen damit die Grundlagen dafür zu schaffen, dass die zunehmende Belastung unserer besten Spielleiter besser verarbeitet werden kann. Wir wollen mehr Erholungszeit und weniger Verletzungen», ergänzt SFV-Sportdirektor Laurent Prince. «Denn unser aller Ziel ist, dass wir mittelfristig auch wieder mit Spielleitern an den grossen Endrundenturnieren vertreten sein können.» Auch dank der jetzigen Massnahmen soll es ein komplettes Schweizer Referee-Team (Schiedsrichter und zwei Assistenten) an die Weltmeisterschaft 2022 in Katar bringen. Man kann bereits bei den Schiedsrichtern eine Veränderung spüren.

Daniel Wermelinger über die Rückkehr zur Weltspitze. (Video: Telebasel)

(sp/sda)

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