(Foto: Wikimedia/Jcornelius)

International

FCB-Fans per U-Bahn weg eskortiert

Nach dem CL-Spiel des FCB in Lissabon eskortierte die Polizei mit fragwürdigen Mitteln friedliche FCB-Fans weg vom Stadion. Telebasel-Sportreporterin Isabelle Pfister war mitten drin.

Am Vorabend des CL-Spiels gegen Benfica Lissabon sorgten FCB-Fans in der portugiesischen Hauptstadt für negative Schlagzeilen. Wohl wegen diesen Randalen zog die Polizei vor, während und nach dem Spiel rund um das Stadion ungewöhnliche Sicherheitsmassnahmen gegen die Basler Fans auf. Diese erlebte auch die Autorin hautnah mit, welche sich das Spiel zusammen mit ihrer Mutter im Gästesektor anschaute. Die Rückkehr ins Hotel nach dem historischen Sieg war für die rund 1000 FCB-Fans sehr ungemütlich.

In den Untergrund

Wir wurden von der Polizei vom Stadion weg eskortiert. Links und rechts waren Polizisten zu Fuss oder auf Motorrädern. Wir hatten keine Ahnung, wohin die Reise ging, beschreibt die Reporterin die Szenerie. Versuchte jemand die Strasse zu verlassen, wurde er mit erhobenem Schlagstock wieder auf den Weg zurückbeordert.

Nach rund 500 Metern erreichten wir die U-Bahnstation. Dort, dachten die Fans, die Polizeieskorte wäre beendet – falsch gedacht. Wollte der korrekte Schweizer sogar noch ein Ticket für die Metro lösen, wurde er erneut mit erhobenem Schlagstock vom Ticket-Automaten weg beordert. Ohne Tickets musste der gesamte Basler Anhang durch die offenen Pforten der U-Bahn schreiten und in den bereitstehenden Zug einsteigen.

Auch die Polizisten stiegen hinzu. Ziel der Reise: Unbekannt. Die U-Bahn stoppte an keiner Haltestelle. Unser Hotel hätte sich theoretisch bereits an der dritten Haltestelle befunden. Keinen einzigen Zwischenstopp legte die U-Bahn ein. Die Einheimischen an den zahlreichen Haltestellen schauten nur verdutzt, als der mit FCB-Fans gefüllte Zug an ihnen vorbeirauschte.

Endlich wieder in Freiheit

Erst an der zehnten Haltestelle, kam die Metro endlich zum Stillstand. Es war die Haltestelle «Baixa Chiado». Wer sich in Lissabon auskennt weiss, dass dies die U-Bahnstation ist, bei welcher man gefühlt tausend Treppen hochsteigen muss, bevor man wieder Tageslicht sieht.

Oben angekommen, standen dort die letzten fünf Polizisten – quasi ein Abschiedskomitee, 12 Kilometer vom «Estadio da Luz» entfernt.

Es muss die Frage gestellt werden: Macht es Sinn, hunderte Fans zusammenzupferchen und der Gefahr auszusetzen, dass die Situation jederzeit eskalieren könnte?

Ähnliche Szenarien trugen sich bereits auf den verschiedensten FCB-Auswärtsreisen zu. München, Barcelona, Hamburg.. Auch in Liverpool 2014 war ich als Fan dabei und ja, auch dort war gefühlt die halbe Polizei Englands vor Ort. Doch der Fan durfte sich bewegen, wie er wollte. Die Eskorte bestand aus einzelnen berittenen Polizisten.

2 Kommentare

  1. Viel schlimmer waren die Eingangskontrolle. So eine Schikane habe ich noch nie erlebt und ich war schon an vielen FCB Internationalen Auswärtsspielen. Wir sind 25. Minuten nach Spielbeginn im Stadion gewesen.
    Auch mussten sich Frauen am Hag erleichtern und Frauen wurden von Männer abgetastet.
    Die Kontrollen wurde extra so vorgenommen, damit man nicht pünktlich ins Stadion kommen konnte. Im weiteren war die Polizei extrem Agressiv. @Midi ich habe mich sehr anständig verhalten!
    Ich hoffe der Verein hat gegen das schikanöse Verhalten bei der UEFA Beschwerde eingelegt.Report

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