Featured Video Play Icon
Beitrag in den Telebasel News vom 2. Dezember 2017.

Basel

Verdrängen Hipster das Kleinbasler Milieu?

Das Kleinbasler Milieu ist nichts mehr wie früher: In den letzten paar Jahren schlossen im Rotlichtbezirk mehrere ‹Knillen› und Kontaktbars. Dafür wurden schicke Gourmettempel und Hipster-Bars eröffnet. Bedeutet das das schleichende Ende des Rotlichtmilieus im Kleinbasel?

Wo früher an der Ochsegasse leichtbekleidete Damen ihre Freier suchten, steht seit mehr als einem Jahr das Edelrestaurant Roter Bären. Keine Spur mehr von Bordell. Das seien die eben die Zeichen der Zeit, erklärt Chefin Cecile Grieder. Hingegen sei die Nachfrage nach dem Strassenstrich definitiv nicht mehr zeitgemäss – und leere Lokale gäben ja auch kein schönes Stadtbild ab.

Der Gourmettempel ist aber bei weitem nicht das einzige Lokal, das in den letzten Jahren eine Kontaktbar oder eine Milieu-Beiz verdrängt hat. Das Renée neben dem ‹Klingeli› ist eine Bar für junge Hipster. Das ehemalige Tyffanys heisst nun Styx und ist eine Gin Tonic Bar, allerdings in Zwischennutzung. Aus dem Baggenstos wurde das Zytloos, das sich auch an junges, urbanes Publikum richtet.

Milieu-König Beat Emmenegger sitzt in der Bermuda-Bar an der Webergasse und erklärt, er finde die Invasion der Hipster nicht negativ, wenngleich man natürlich um jeden Gast froh sei. Er begrüsse das eher als sehr gesunde Mischung. Es dürfe neben Kontaktbars auch Gehobeneres im MIlieu geben, zumal das wieder neue und vor allem auch jüngere Leute anziehe.

Der ‹harte Kern› im Milieu ist immer noch da

Den klassischen Bordellen hätten hingegen vor allem Frauen aus dem Osten, die schnellen und billigen Sex in Inseraten und im Internet anböten, zugesetzt. Den ‹harten Kern› im MIlieu gebe es aber immer noch, so Emmenegger.

Und dass Traditionslokale, wie das Moulin Rouge, das Whitehorse, die Bermuda-Bar oder der Rote Kater ganz verschwinden werden, glaubt er kaum, auch wenn man es heutzutage schwerer habe als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Aber jede Bar im Rotlichtbezirk habe ihre Berechtigung und man sei ja schliesslich immer noch da.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Auch interessant