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Der Telebasel Talk vom 29. November 2017.

Basel

Anita Fetz zeigt die Super-Baslerinnen!

Stadtführer gibt es viele. Aber im November hat Anita Fetz die erste Basler «Stadtführerin» veröffentlicht: Die Historikerin zeigt darin ihr «Baasel», das Basel der Geschäftsfrauen, Wissenschaftlerinnen, Arbeiterinnen, Wirtinnen, Künstlerinnen. Im Talk vom 29. November sprach sie über ihr Buch, die Reformation und die Super-Baslerinnen. Heute nochmals, ab 18.40 Uhr.

Den Tennisspieler und die Star-Architekten muss man in Basel nicht mehr bezeichnen. Oder den Goal-Karli, den grossen Humanisten oder den berühmten Mathematiker. Alles Männer! Da ist doch sonst noch wer … Richtig, die andere Hälfte der Bevölkerung! Schlimm, wenn man sagen muss, dass unsere Ständerätin Anita Fetz mit ihrem Stadtbuch eine kaum berührte Nische geöffnet hat. «my baasel» holt im Jahre des Herrn 2017 nach, was die Geschichtsschreibung auch 25 Jahre nach der Eröffnung des Gleichstellungsbüros bislang ausliess: Die Baslerinnen!

Neun Streifzüge durch die Basel

Medientext: «In neun Streifzügen durch Basel zeigt Ihnen die Autorin, was die Frauen in der Stadt am Rheinknie alles in Geschichte, Politik, Bildung und Wissenschaft, Arbeit und Wirtschaft und in Literatur, Kunst und Architektur hervorgebracht haben. Erleben Sie die Stadt – Basel ist auch das Tor zu Schweiz – aus Frauensicht und tauchen Sie ein in die Welten von Anna von Habsburg und Margaretha Merian, Iris von Roten, Elisabeth Ackermann, Emilie Louise Frey, Silvia Arber, Anita Treml, Adelheid Dvanel und Cecile Ines Loos, Trudl Bruckner, Bettina Eichin, Tanja Klein und Christine Binswanger …» Warum sind die meisten Namen in der Aufzählung nur einer gebildeten oder gut informierten Gesellschaftsschicht geläufig?

«Die Frauen gehörten zum Privaten, das war uninteressant»

Anita Fetz schreibt im Vorwort: «Es stellte sich (bei der Recherche, die Red.) heraus, dass Frauen die Stadt Basel seit ihrem Bestehen ganz entscheidend mitgeprägt haben – auch wenn sie in kaum einem Geschichtsbuch erwähnt werden. Dass Frauen in der Geschichtsschreibung weitgehend fehlen, liegt nicht nur an den dürftigen Quellen, sondern vor allem an den Historikern des 19. Jahrhunderts. Damals wurde die Geschichte der Schweiz und ihrer Kantone neu geschrieben, auch die Geschichte von Basel. Es dominierte der männliche Blick auf das Heroische und Öffentliche. Die Frauen gehörten zum Privaten, und das war uninteressant.»

Das must-read über Basler Geschichte und Gegenwart

Telebasel meint: Fetz holt Basler Frauen und ihre Geschichte aus dem Vergessen. Das Buch ist aber weder ein feministischer Aufguss von Altbekanntem noch eine politische Streitschrift – auch wenn der Kampf um öffentliche Teilhabe und gesellschaftliche Mitsprache naturgemäss einen nicht geringen Teil erhalten muss, wenn es um die Geschichte der Frauen in einer patriachalisch geprägten Gesellschaft geht. Fetz’ Stadtgeschichte kann man auch nicht als «Frauenbuch» abtun, das nur ein Minderheiten-Publikum interessiert. Es ist das must-read für alle, die an der Stadt, ihrer Geschichte und Gegenwart interessiert sind: Ein Mainstream-Buch für den leicht gehobenen Anspruch.

Die Historikerin hat das Buch nicht einfach mit Expertinnen-Interviews abgefüllt, sondern eine Vielzahl von wissenswerten Informationen aufbereitet, sie erzählt plastisch vom Leben in der Stadt, macht mit leicht lesbarer Sprache gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche, kulturelle Geschichte quasi «räumlich» fühlbar – und zeigt, welche Frauen diese Stadt geprägt haben und selten oder nicht mit Aufmerksamkeit gewürdigt wurden und werden. Der Band ist mit prächtig leuchtenden Fotos von Jutta Jacobi ausgestaltet.

Im Talk vom 29. November sprach Anita Fetz über ihr Buch «my baasel», die männlich geprägte Geschichtsschreibung, ihre Entdeckungen während der Recherche. Und ein paar politische Fragen gab es naturgemäss auch. Ab 18.40 Uhr.

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