FCB-Trainer Raphael Wicky macht international alles richtig. (KEYSTONE/Patrick Straub)
Basel

Das unwahrscheinlichste Ziel wurde erreicht

Der FC Basel spielt nach dem Sieg gegen Manchester United auch im Frühjahr 2018 sicher noch im Europacup. Die Fans dürfen sich auf mindestens zwei weitere internationale Spiele freuen. Der Umbruch beim FCB bezahlt sich bereits aus. Eine Momentaufnahme.

Trainer Raphael Wicky sagte nach dem Spiel gegen Manchester: Er habe den 2:0-Sieg von Moskau gegen Benfica Lissabon (das Spiel war schon um 20 Uhr beendet) «ins Positive gedreht». Er und seine Mannschaft hätten so bereits vor dem Spiel gewusst, dass sie sicher auf Platz 3 sind und damit europäisch überwintern würden.

(Video Telebasel / Danny Scherz)

Und der Walliser und seine Mannschaft haben immer noch beste Chancen, auch in die Champions League-Achtelfinals einzuziehen. Spielt der FCB am 5. Dezember in Lissabon nicht schlechter als Moskau auswärts bei Manchester United, dann winkt die K.O.-Phase der Königsklasse.

Konzept geht international auf

Dass der neue FCB so stark aufspielt in der Champions League ist eine Überraschung. Nach dem Umbruch im Sommer kommt der Ligakrösus immer besser ins Rollen – zumindest auf internationaler Bühne. Die Zahnrädchen des Konzepts von Präsident Bernhard Burgener beginnen ineinander zu greifen.

Wir erinnern uns: «Für immer Rotblau» – ein Konzept mit folgenden Oberzielen:

  • Die Emotionen sollen zurück kehren ins Joggeli
  • Die Fortschreibung der bisherigen sportlichen Erfolgsgeschichte

Die Wege dazu:

  • Mehr Identifikation. u.a. durch eigene junge Spieler aus der Region
  • Mehr Spektakel
  • Europäisch überwintern
  • Meistertitel
  • Finanziell: Nachhaltiges Wachstum

Punkt Eins wurde und wird weiterhin umgesetzt. Mit Albian Ajeti, Raoul Petretta und Taulant Xhaka spielen drei Basler regelmässig in der 1. Mannschaft. Dazu stehen weitere Basler im Kader: Cedric Itten, Dominik Schmid, Pedro Pacheco, Neftali Manzambi, Afimico Pululu.

Punkt Zwei: 5:0 gegen Benfica, 1:0 gegen Manchester, 2:0 gegen Moskau, 5:1 gegen Sion, 1:1 gegen YB, 3:2 gegen GC. Es gab bereits mehrere denkwürdige Spiele in dieser Saison. Der FC Basel ist unberechenbarer als in der Vorsaison – unkonstanter. Dies bringt Emotionen und Zündstoff – langweilig war es selten seit Saisonstart. Jedes Spielt gleicht einer Wundertüte.

Renato Steffen zur Inkonstanz seiner Mannschaft. (Video Telebasel / Danny Scherz)

Punkt Drei: Der FC Basel erreicht das erste sportliche Ziel, er überwintert im Europacup. Entweder geht es nun im Februar 2018 in der Champions League weiter oder aber in der Europa League, die je nach Gegner nicht minder attraktiv ist. Dazu ist es dort sportlich realistischer, vielleicht noch eine Runde weiter zu kommen.

Ist nun alles gut?

Nein. Damit zu Punkt vier: Der FCB betont seit Jahren, dass der Fokus auf der Super League liege und der Meistertitel das oberste sportliche Ziel sei. Sieben Punkte beträgt der Abstand auf den Tabellenführer YB. Das ist zwar aufholbar, jedoch nicht mehr aus eigener Kraft. Damit ist Punkt Vier das grosse Fragezeichen. Wird der FCB im Mai nicht zum neunten Mal in Serie Meister, dann werden die Kritiker automatisch laut. Unruhe wäre vorprogrammiert. Dennoch hat Trainer Wicky bis anhin seine Fähigkeiten bewiesen und dürfte im Amt bleiben, sofern es nicht plötzlich steil bergab geht im 2018.

Die finanzielle Nachhaltigkeit

Präsident Burgener budgetierte als er sein Konzept vorstellte, mit einem Gewinn von 10 Millionen Franken Ende Jahr.

Unter anderem. 22 Millionen Franken soll es an Transfer-Einnahmen geben. Der eine oder andere Spieler, wie Dimitri Oberlin, Mohamed Elyounoussi oder auch Torhüter Tomas Vaclik, hinterliessen durch ihre Auftritte in der Champions League Spuren in den Notizbüchern der Scouts. Transfers in der Winterpause von Leistungsträgern sind nicht ausgeschlossen. Aber ob es für die 22 Millionen reicht, ist mehr als fraglich.

Dafür schenken die Prämien der UEFA ein. Der FCB hat bis anhin in der Champions League 17.3 Millionen verdient (12.7 Mio Startprämie, 1.5 Mio pro Sieg) 6 Millionen (!) gäbe es für die Achtelfinal-Quali dazu oder für die Teilnahme in der K.O.-Phase der Europa League immerhin 500’000.

Ausserdem hat der FCB sein Kader reduziert und muss so weniger Löhne bezahlen. Wie gut Bernhard Burgener und sein Staff aber effektiv budgetiert haben, weist dich dann im Februar, wenn die Zahlen des Jahres 2017 vorgestellt werden.

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