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Der Telebasel News Beitrag vom 20. November 2017.

Basel

Auf der Suche nach dem Hass-Troll im Klassenzimmer

Durch die Verbreitung der sozialen Medien verändert sich auch die Streitkultur der Jugendlichen untereinander. Immer wieder werden junge Menschen Opfer von Hasskommentaren und Cybermobbing. Das ‹Junge Theater Basel› greift diese Problematik jetzt auf und zeigt ein Klassenzimmer-Stück mit dem Namen ‹Don't Feed The Troll›.

Rassismus, Sexismus, Beschimpfungen unter der Gürtellinie und Drohungen: Die vielen Hassbotschaften in den Kommentarspalten und Social Media dienten als Anstoss für die Inszenierung ‹Don’t Feed The Troll›. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir miteinander umgehen wollen – im Netz und im richtigen Leben. Wie hält man andere Meinungen aus? Wann muss man streiten? Und ist es vielleicht sogar besser sich zu ‹trollen›, anstatt die Fäuste sprechen zu lassen?

Regisseurin Suna Gürler entwickelte das Stück aus zahlreichen Interviews mit Jugendlichen, in denen sie die oben aufgelisteten Fragen stellte. Bevor das Stück am 25. November 2017 Premiere feiert, besucht Telebasel die Schauspielerinnen Sascha Bitterli, Lee-Ann Aerni und Lou Haltinner sowie ihre Regisseurin bei den Proben im Klingental-Schulhaus. ‹Don’t Feed The Troll› wird dabei nicht auf der Theaterbühne aufgeführt, sondern finden im Klassenzimmer statt.

Die Darstellerinnen und die Regisseurin sprechen mit Telebasel über das neue Stück. (Video: Telebasel)

Den Mobber in der Hosentasche

‹Dont feed the troll› ist eine Floskel aus dem Netzjargon. Gemeint ist damit, dass man seinen Kritikern, die im Netz über einen herziehen, lieber keine Aufmerksamkeit schenken soll, da genau das ihr Ziel ist: eine Reaktion zu provozieren.

Grundsätzlich unterscheidet sich dieses Verhalten nicht gross von den Streitereien und Hänseleien die man vom Pausenhof kennt. Durch das Smartphone und die sozialen Medien wie Facebook, Snapchat oder Instagram wird der Druck jedoch permanent. Die Räume, in denen Jugendliche und Kinder sich geborgen und sicher fühlen, schrumpfen. Ein heikles Thema für die Schulen. Was die dagegen tun können, behandelt der Telebasel News Beitrag vom 20. November 2017:

(Video: Telebasel)

Die Schweiz spricht über Cybermobbbing

Vergangenen August machte ein besonders tragischer Fall von Cybermobbing Schlagzeilen. Die 13-jährige Sabrina aus Spreitenbach nimmt sich das Leben. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass Cybermobbing eine wichtige Rolle dabei spielte.

Ein 15-jähriges Mädchen aus Dietikon soll Sabrina so lange drangsaliert haben, bis diese keinen Ausweg mehr sah und sich umbrachte. Angeblich soll Sabrina in einen Jungen verliebt gewesen sein, das passte der 15-jährigen Mobberin nicht. Sie habe angefangen, Sabrina zu bedrohen und zu mobben. Das Mobbing soll sich über längere Zeit hingestreckt haben, schreibt ‹20 Minuten›.

Nach dem Ableben von Sabrina begibt sich die 15-Jährige in ärztliche Behandlung. Während ihres Aufenthalts nimmt sie aber ein neues Mobbing-Video auf und richtet die Worte «dir wird es genau so ergehen wie Sabrina» an ein neues Opfer. Als die Internetgemeinde von dem Video erfuhr, breitete sich ein Shitstorm gegen sie aus. Die Jugendstaatsanwaltschaft hat wegen des Videos ein Strafverfahren eröffnet, berichtet die ‹Schweiz am Wochenende›. Es ist der erste tödliche Fall von Cybermobbing der so in der Schweizer Öffentlichkeit diskutiert wird.

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