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Der Telebasel Talk vom 14. November 2017.

Basel

«Wie leben Sie mit den Morddrohungen, Frau Ates?»

Seit die Anwältin Seyran Ates im Juni die erste liberale Moschee in Berlin gründete, in der Frauen und Männer neben einander beten, erhält sie Morddrohungen und steht unter Polizeischutz. Am 14. November spricht sie in Basel auf dem Podium ‹Islam.Zukunft.Schweiz›. Die Basler Polizei wurde eingeschaltet. Im Talk, ab 18:40 Uhr.

Offenbar gab es auch in Basel gegen das Podium ‹Islam.Zukunft.Schweiz› Drohungen oder Anfeindungen. Unklar bleibt, wie ernst sie zu nehmen sind. Die Veranstalter – die Offene Kirche Elisabethen und die BZBasel – beschlossen aber, den Anlass aus der Reihe ‹Basel im Gespräch› trotzdem durchzuführen.

Die Basler Kantonspolizei skizzierte «Szenarien»

Die Basler Polizei, die naturgemäss kein Interesse an Schlagzeilen hat, die das Klima anheizen oder irgendwelche Leute auf schlechte Ideen bringen könnten, hält sich zurück mit konkreten Informationen zur Lage und zu Massnahmen.

Auf die Telebasel-Anfrage antwortet sie summarisch (ganzes Statement siehe unten): «Die Kantonspolizei ist den Organisatoren beratend zur Seite gestanden, damit geeignete Vorkehrungen für eine sichere Durchführung des Anlasses getroffen werden können. Im Verlauf der Beratung wurden mehrere Szenarien skizziert, mit welchen unter Umständen zu rechnen sein könnte.»

Ates: Opfer eines Attentates

Der prominenteste Gast, die 54-jährige Anwältin und Imamin Seyran Ates, lebt laut mehreren Medienberichten seit vielen Jahren mit Drohungen und Anfeindungen – durch radikale Muslime auf der einen Seite und Islamfeinde auf der anderen. 1984 wurde sie Opfer eines Attentats, bei dem sie lebensgefährliche Verletzungen davontrug.

100 Morddrohungen in Berlin

Das hielt die Frauenrechtlerin nicht davon ab, Mitte Juni 2017 die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee im Berliner Stadtteil Moabit zu eröffnen. Schon wenige Wochen danach hatte sie über 100 Morddrohungen erhalten. Der Polizeischutz wurde verstärkt. Türkische Medien hetzten. Der türkische Präsident Recep Erdogan soll sich laut Medienberichten für dazu befugt gehalten haben, die Schliessung der Moschee in Berlin zu fordern.

Die Moschee steht Sunniten, Schiiten und Aleviten offen. Frauen müssen beim Gebet kein Kopftuch tragen und können als Vorbeterin auftreten. Sie fühle sich in den anderen deutschen Moscheegemeinden als Frau diskriminiert, hatte Ates ihr Projekt laut dem Spiegel begründet.

Am Dienstagabend, 14. November 2017, ab 18:30 Uhr diskutiert Seyran Ates mit die muslimische Autorin Jasmina Elsonbati, Yavuz Selim Tasoglu, Mitglied der Basler Muslim Kommission (BMK) und Unterstützer des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, sowie Muris Begovic, der Geschäftsführer der Vereinigung der Islamischen Organisationen Zürich (VIOZ). Das Gespräch leitet der Pfarrer Frank Lorenz, Co-Leiter der Offenen Kirche Elisabethen.

Die Imamin Seyran Ates spricht über ihr Leben mit der Gefahr, ihre Moschee und ihren Glauben, ab 18:40 Uhr stündlich im Telebasel Talk. 

Das Statement der Basler Kantonspolizei zum Anlass ‹Basel im Gespräch›, ‹Islam. Zukunft. Schweiz›:

«Die Kantonspolizei Basel-Stadt steht analog zu vielen weiteren Veranstaltungen in der Vergangenheit auch im vorliegenden Fall in engem Kontakt mit den Organisatoren und informiert diese über die Pflichten und Möglichkeiten in Sachen Sicherheitskonzept. Die Kantonspolizei ist dabei den Organisatoren beratend zur Seite gestanden, damit geeignete Vorkehrungen für eine sichere Durchführung des Anlasses getroffen werden können. Im Verlauf der Beratung wurden mehrere Szenarien skizziert, mit welchen unter Umständen zu rechnen sein könnte. Die Kantonspolizei hat die Veranstalter nicht gebeten, die Veranstaltung abzusagen. Vielmehr wurde eine Absage des Anlasses als eine von vielen Möglichkeiten diskutiert. Die Entscheidung über die Durchführung liegt nach wie vor bei den Veranstaltern.»

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