Der tödlich verunglückte Franzose David Poisson im Januar 2017 in Kitzbühel (Archivbild: sda)

Schweiz

Schweizer Speed-Team erlebte tödlichen Sturz hautnah mit

Beim tödlichen Trainingsunfall von David Poisson, der in Kanada mit hohem Tempo in einen Baum prallte, ist das Schweizer Abfahrtsteam unmittelbar zugegen.

Wie Swiss-Ski mitteilte, trainierten Beat Feuz, Patrick Küng, Mauro Caviezel, Marc Gisin und Gilles Roulin zum Zeitpunkt des Unglücks auf der gleichen Piste wie das französische und auch italienische Team. «Während die Franzosen auf der Hauptpiste ein Speed-Training absolvierten, fuhren unsere Athleten auf einer Nebenpiste frei Ski. Poissons Sturz sah keiner. Doch natürlich haben alle mitbekommen, dass etwas passiert sein muss. Einer sah dann auch, wie der Rettungsschlitten wegfuhr», so Cheftrainer Thomas Stauffer, der selber nicht vor Ort war und erst am Montagabend in Calgary gelandet war.

Das Swiss-Ski-Fahrerquintett mit dem Betreuerstab war am Samstagabend in Nakiska angekommen. Am Sonntag setzten die meisten Schweizer noch mit dem Skitraining aus, am Montag wäre die Speed-Einheit erst nach den Franzosen angesetzt gewesen. Stattdessen galt die Konzentration der Athleten danach der gemeinsamen Verarbeitung der Geschehnisse, wofür auch professionelle Hilfe aus der Schweiz hinzugezogen wurde. «Das ist ganz individuell, wie das die Athleten handhaben», sagt Stauffer. Wer wolle, der könne auf psychologische Betreuung aus der Schweiz zurückgreifen, so der Berner Oberländer.

Wann und wo die Vorbereitung auf die Saison fortgesetzt wird, ist noch offen. «Im Moment kann ich noch nichts sagen», sagt Cheftrainer Stauffer, der sich zunächst vor Ort in Nakiska ein Bild machen will. Klar ist aber, dass das Schweizer Männer-Team vor dem Weltcup-Auftakt der Speed-Fahrer von Ende nächster Woche im nahe gelegenen Lake Louise auch noch ein Trainingscamp in Panorama eingeplant hat.

Poisson: Durch Sicherheitsnetze geflogen

Gemäss übereinstimmenden Berichten von Augenzeugen verlor David Poisson im untersten Teil der Trainingsstrecke in einer Kompression einen Ski. Danach flog der 35-jährige Franzose durch das Sicherheitsnetz und prallte mit immer noch hohem Tempo in einen nahe dahinterstehenden Baum.

«Als wir an der Unfallstelle ankamen, konnten wir nur noch den Tod dieser Person feststellen», so ein Sprecher der medizinischen Notfalldienste vor Ort. Wiederbelebungsversuche des Rettungsteams blieben ohne Erfolg.

(sda)

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