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Die vergebene Grosschance von Haris Seferovic und seine Auswechslung kurz danach. (Video: Telebasel / Danny Scherz)
International

Nati-Topskorer erhält Pfeifkonzert

Die Schweiz hat es geschafft - sie ist an der WM 2018 in Russland dabei. Euphorie brach deswegen nicht aus nach dem Spiel in Basel. Zu Reden gaben vielmehr auch die vergebenen Chancen des Stürmers Haris Seferovic sowie die Pfiffe gegen den Nati-Topskorer.

Eigentlich ist es schade, dass nach einem emotional und hart geführten Duell mit gutem Ausgang für die Schweiz etwas thematisiert werden muss, das eine Erwähnung gar nicht Wert wäre. Der Unmut des Publikums war bei Haris Seferovics Auswechslung sieben Minuten vor Schluss aber derart gross, dass just jener Spieler, der mit vier Toren und drei Vorlagen der Topskorer der WM-Quali war, im St.-Jakob-Park einen sehr unschönen Abgang erleben musste.

«Es ist nicht einfach, nach einer solchen Qualifikation mit Pfiffen vom Platz zu gehen», so Captain Stephan Lichtsteiner, der dem Stürmer für seinen generösen Einsatz ein ‹Sonderlob› ausstellte. «Ich wünschte mir, dass einer wie er mehr Respekt erhält.»

Auch der für Seferovic eingewechselte Breel Embolo, der die Situation aus eigener Erfahrung kennt, sagt «Ich finde das frech, das kann ich nicht ernst nehmen.»

(Video: Telebasel)

Mangelnde Effizenz aber viel Einsatz

Der Tenor in den Aussagen der Teamkollegen war klar. Zwischen den Zeilen mag man vielleicht herausgehört haben, dass Seferovics Effizienz hätte besser sein können. Die vielen gelaufenen Kilometer auf dem schwer zu bespielenden Terrain und die einmal mehr mannschaftsdienliche Leistung des Benfica-Stürmers verdienten aber – nicht nur teamintern – grosse Anerkennung. «Er hat viel investiert», stellte Goalie Yann Sommer fest. «Die Pfiffe sind komplett unverständlich. Es ist ein absolutes No-Go, dass man einen eigenen Spieler auspfeift.»

Der direkt Betroffene zog es vor, keine Stellung zu beziehen. Seferovic, der beim Verlassen des Feldes nach 83 Minuten still vor sich hinfluchte und ebenso wenig Verständnis für die Situation aufbrachte wie der Rest des Teams, zog mit gesenktem Blick und weit ins Gesicht gezogener Kapuze Richtung Teambus. Er hätte definitiv einen anderen Abgang verdient gehabt.

(sda)

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