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Der Sonntags-Talk vom 12. November 2017.

Basel

Baselworld, Paradise Papers, Nationalität von Straftätern

Soll die Polizei die Nationalität von Straftätern bekanntgeben? Was bedeutet die Krise an der Baselworld und deuten die Paradise Papers darauf hin, dass Reiche Schurken sind? Andreas Burckhardt, Thomas Kessler und Gabriel Brönnimann diskutieren darüber ab 19:10 Uhr im Sonntagstalk vom 12. November 2017.

Nationalität der Straftäter verschweigen?

Das Beispiel könnte Schule machen: Die Zürcher Stadtpolizei will ab sofort die Nationalität mutmasslicher Straftäter nicht mehr automatisch bekannt geben. Das hat der Zürcher Stadtrat und Sicherheitsvorsteher Richard Wolff von der Alternativen Liste diese Woche an einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Damit reagiert er auf einen Vorstoss aus dem Mittelinks-Lager. «Indem man die Nationalität nennt, wird suggeriert, damit lasse sich die Tat ein Stück weit erklären. Dies verdeckt aber nur, was die eigentlichen Ursachen für kriminelle Handlungen sind», so Wolff.

SVP-Nationalrat Alfred Heer hält den Entscheid des Zürcher Stadtrates – so der BLICK – für einen schlechten Witz. «Diese Anordnung ist eine typisch kommunistische Antwort auf die Frage, wie das Problem der Ausländerkriminalität gelöst werden soll: Man verschweigt einfach, dass es ein solches Problem überhaupt gibt», so Heer. Das Misstrauen der Bürger gegenüber Behörden werde mit dieser Anordnung nur noch grösser.

Telebasel fragt: Betreibt Zürich eine Polizeizensur? Muss Basel nachziehen?

Der Einbruch der Baselword

Die BZ berichtete: «Nur noch halb so viele Aussteller werden an der nächsten Baselworld teilnehmen. Gegenüber SRF bestätigt der Sprecher der Messe Schweiz, Christian Jecker, dass damit auch die Ausstellungsfläche der Baselworld, der grössten Uhren- und Schmuckmesse der Welt, um ein Drittel verkleinert werde.

600 bis 700 Aussteller sollen es noch werden, statt der 1’300, die noch 2017 nach Basel kamen. Ein komplettes Stockwerk der Halle 1, die extra für die Baselworld gebaut wurde, wird 2018 leer stehen.

Die Telebasel News vom 9. Noveber 2017 zum Thema.

Bereits der Jahrgang 2017 war gegenüber den Vorjahren deutlich abgefallen, nun folgt der Einbruch. Und dies trotz Standmieten, die um zehn Prozent gesenkt wurden. Gemäss Jecker sei es aber mit der Redimensionierung nicht getan. Es werde die Baselworld in fünf Jahren noch geben, äussert er sich gegenüber SRF. Aber wie sie dann aussehen werde, das könne man heute noch nicht sagen.

Die MCH Group und die Messeleitung würden nun eine grundlegende Neuorientierung prüfen. Die Basler Politik reagiert auf die neue Hiobsbotschaft vom Messeplatz mit Bestürzung.

Die Baselworld ist insbesondere für die Hotellerie und die Gastronomie in Basel ein Umsatztreiber erster Güte.»

Das meint das Basler Gewerbe zum Einbruch der Baselworld:

Der Telebasel News-Beitrag vom 9. November 2017 zum Thema.
Der Telebasel Talk vom 22. März 2017 mit Sylvie Ritter, Direktorin der Baselworld.

Telebasel will wissen, was das für Basel bedeutet und ob sich die MCH Group strategisch verplant hat.

Paradise Papers: Reiche Schurken?

In einem Artikel zu den Panama Papers schrieb die NZZ: «Knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung der Panama Papers zeigen vertrauliche Dokumente Aktivitäten von Superreichen und Unternehmen in der Offshore-Welt. Die Recherchen zeigen, wie mittels Offshore-Geschäften Steuern vermieden oder andere Gesetze zum Beispiel bei Haftungsfragen oder Gläubigerschutz umgangen werden.

Die Paradise Papers legen deutlich offen: Solche Dienstleistungen werden von Politikern, Spitzensportlern und Superreichen in Anspruch genommen. Der französische Ökonom Gabriel Zucman hat für die Süddeutsche Zeitung berechnet, dass jährlich 600 Milliarden Euro von multinationalen Konzernen über Steueroasen verschoben werden.»

Dabei käme dem in Baar ZG ansässigen Rohstoffkonzern Glencore eine «Sonderrolle» zu, weil den Konzern allein über 30’000 Dokumente betreffen sollen. Darin ginge es um «korruptionsverdächtige» Geschäfte.

Weitere Beispiele: Der amerikanische Handelsminister Wilbur Ross, die britische Königin Elizabeth II., Formel 1-Weltmeister Lewis Hamilton, U2-Sänger Bono Vox etc.

Telebasel fragt: Muss die Politik eingreifen – und kann sie das überhaupt?

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