(KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Basel

Valon Behrami spielt wohl nicht am Donnerstag

Sein einziges Pflichtspieltor für die Schweizer Nationalmannschaft schoss Valon Behrami in einem Barrage-Spiel. Damals 2005 gegen die Türkei. Gegen Nordirland muss die Schweiz jedoch wohl auf den Udinese Spieler verzichten.

Valon Behrami ist der einzige Spieler der aktuellen Nationalmannschaft, der bereits eine Barrage gespielt hat. 2005 gegen die Türkei wurde der damals 20-Jährige in beiden Spielen eingewechselt. Im Hinspiel erzielte er kurz vor Schluss sogar das 2:0. Es ist sein bisher einziger Pflichtspieltreffer im Dress der Schweizer Nati.

Für die Nati unersetzlich

Behramis Wert für die Nationalmannschaft bezieht sich nicht auf die Tore, die er erzielt. Auch seine Assists halten sich in Grenzen (4 in 72 Spielen). Trotzdem ist er für die Mannschaft von Vladimir Petkovic unersetzlich.

Eine Szene, die Valon Behramis Wichtigkeit perfekt wiederspiegelt, ereignete sich im ersten Gruppenspiel der Schweizer an der letzten Weltmeisterschaft in Brasilien. 92 Minuten waren gegen Ecuador bereits gespielt. Beim Stand von 1:1 kommt ein Südamerikaner im Strafraum der Schweizer an den Ball und befindet sich in guter Schussposition. Valon Behrami grätscht ihn ab, steht auf und zieht vom eigenen Strafraum los Richtung gegnerisches Tor. Auf dem Weg dahin wird er gefoult, steht wieder auf und geht weiter. Dieser Kraftakt hat das Siegtor der Schweizer in der 93. Minute zur Folge. Torschütze: Haris Seferovic, Vorlage: Ricardo Rodriguez, Verantwortlich für den Sieg: Valon Behrami.

Diese Bereitschaft, sich über die komplette Spielzeit für die Mannschaft aufzuopfern und aus vollem Herzen alles zu geben, braucht die Schweiz. Das hat man im entscheidenden Spiel gegen Portugal gesehen, wo die Mannschaft den Iberern ohne Valon Behrami moralisch nichts entgegenzusetzen hatte.

Eine Prognose zur Genesung seiner Zerrung im Oberschenkelbereich mochte der dreifache WM-Teilnehmer nicht machen. «Aber wenn ich nur zu 90 Prozent fit bin, überlasse ich meinen Platz einem anderen Spieler.» Das letzte Wort habe am Spieltag er und nicht sein italienischer Arbeitgeber, stellte der Mittelfeld-Schwerarbeiter in Basel klar.

Riskant wäre ein Barrage-Einsatz von Valon Behrami für seinen Klub Udinese Calcio. Falls die Verletzung des Tessiner sich wieder verschlimmern sollte, würde er den Friulanern wieder einige Zeit fehlen. Doch der Serie-A-Klub kann eine mögliche Aufstellung des Tessiners nicht verhindern.

Bedingungslose Identifikation mit der Nati

Der verletzte Schweizer Teamleader und Wortführer hat alles unternommen, dem Kreis der SFV-Auswahl anzugehören. Unmittelbar vor dem Abflug nach Belfast bekräftigte der 32-Jährige seine bedingungslose Identifikation mit dem Team. Er habe seinem Klubcoach Luigi Delneri in Udine klargemacht, wie wichtig ihm die Schweizer Equipe sei. Der Serie-A-Klub hielt zunächst wenig von der Idee, den angeschlagenen 76-fachen Internationalen freizustellen.

«Seine Präsenz und seine Unterstützung können uns viel Positives geben», hat Vladimir Petkovic bereits am ersten Camptag erklärt. Die Chancen auf ein wundersam schnelles Comeback beziffert der Nationalcoach bei «einigen Prozenten».

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