Doris Altermatt mit einem ihrer selbst-kreierten Monster. (Bild: Telebasel)

Basel

«Die Monster sind wie meine Kinder»

Süsse Monster mit grossen Kulleraugen: Überall, wo die Besucher am Petersplatz am Stand von Doris Altermatt hinblicken, entdecken sie diese witzigen Kreaturen. Telebasel hat die ‹Monster-Macherin› zum Interview getroffen.

Bei einem Spaziergang über den Petersplatz stechen sie einem sofort ins Auge. Grosse Kulleraugen, grinsende Gesichter und keins sieht aus wie das andere. Von pink über grün, bis zu knallbunt, Doris Altermatt aus Nunningen bringt mit ihren Monstern definitiv Farbe an die Herbstmesse. Interessierte Flaneure bleiben gerne am Stand von Nanooh stehen, um die plüschigen Kreaturen zu bestaunen.

Die Handarbeit ist Doris’ Leben und sie lernte schon früh zu stricken, zu häckeln oder zu nähen. Mit ihren Kreationen ist sie seit nunmehr 29 Jahren auf Schweizer Märkten unterwegs und auf dem Petersplatz sind Doris und die Monster schon zum fünften Mal.

(Video: Telebasel) 

Freudensprünge vor dem Briefkasten

An der Herbstmesse dabei zu sein war für die Solothurnerin schon immer ein Traum. «Das Tüpfchen, einfach eine Auszeichnung nach der ganzen Schafferei», erzählt sie. Auf die Frage, wie sie denn auf den positiven Bescheid vor fünf Jahren reagiert hat, muss Doris lachen. «Zum Glück haben mich die Nachbarn nicht beobachtet. Ich bin vor dem Briefkasten umhergehüpft». Als sie nämlich das Couvert mit dem Aufdruck gesehen hat, wusste sie gleich, was Sache ist.

Danach musste aber alles ziemlich schnell gehen. «Den Bescheid habe ich im Mai bekommen. Danach habe ich mich gleich an die Arbeit gemacht.» Die farbigen Monster hat Doris eigens für die Herbstmesse entworfen. Und das aus einem ganz besonderen Grund:

(Video: Telebasel) 

Doris wollte kleine Freunde erschaffen, die dem Alltag einen kleinen Farbtupfer geben und den Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. «Dann habe ich nämlich mein Ziel erreicht», sagt sie. Aber auch ein weiterer Gedanke zählt: «Jedes Monster darf sein, wie es ist und wird akzeptiert».

‹Sorgen-Monsterli› sind der Hit

Verkaufsschlager an der Herbstmesse sind vor allem die sogenannten ‹Sorgen-Monsterli›. Dabei frisst der plüschige Freund über Nacht die Sorgen, welche ihm auf Papier in den Mund gesteckt werden. Aber nicht nur dafür sind sie gut: «Darin können auch Nuschis verstaut werden oder zum Beispiel ein kleiner Batzen.»

Die farbigen Monster werden aber auch von der älteren Generation gerne genutzt. «Viele Erwachsene verstauen ihr Handy darin, sodass es im Bett nicht verloren geht», erklärt Doris. Es gibt aber auch Menschen, die ihrem flauschigen Mitbewohner die Fernbedienung in den Mund stecken: «Einfach damit das Monster mit auf der Couch sitzt.»

Neben den Sorgenfressern kommt auch die Finken-Kollektion mit Kulleraugen bei den Besuchern sehr gut an. «Die Finkchen wachsen eigentlich mit, bis die Kinder laufen können», sagt Doris lachend. Auch die neu designeten Monstertaschen finden Anklang.

«Nanüchen, wo bist du?»

Ursprünglich nannte sich Doris ‹Nähzauber Nunningen›. Bei der Namensänderung wurde dann lange überlegt. «Wir sind dann irgendwann auf Nanooh gekommen, denn das kann jeder ausprechen wie er will.» Das neue Logo kam dann schliesslich so gut an, dass die Solothurnerin sogar Kunden hatte, die mit dem Kauf gewartet haben, bis der neue Schriftzug auch die Produkte zierte.

Der neue Name hat sich auch schon auf den Märkten etabliert. «Viele laufen vorbei und rufen ‹Nanüchen, wo bist du?› Viele vergessen fast, dass ich Doris Altermatt heisse», erzählt sie lachend.

Ein schwieriges Geschäft

Der Start an der Herbstmesse war für Doris dieses Jahr besonders hart. «Es lief sehr schleppend», gibt sie zu und ist damit nicht die einzige. «Alle sind im Moment etwas am kämpfen und hoffen»:

(Video: Telebasel) 

Von New York bis in die Wüste

Trotzdem schätzt Doris den Kundekontakt sehr und möchte diesen auch nicht missen. Vor allem die vielen positiven und herzlichen Rückmeldung, sei das auf Facebook oder persönlich, geben der Solothurnerin Kraft. Und die Monster-Grüsse kommen aus aller Welt: «Ich durfte eine ganze Monster-Bande nach New York schicken»:

(Video: Telebasel) 

Zum letzten Mal an der Herbstmesse?

Wie aber die Zukunft der flauschigen Monster aussieht, kann Doris noch nicht genau sagen. «Der Stichtag ist für mich Ende Herbstmesse», sagt sie ernst. «Wenn die Verkäufe so schleppend laufen wie bisher, kann ich mir das nicht mehr leisten».

Für die Solothurnerin ist es ein schwieriges Jahr und sie muss über die Bücher. «Es kann sein, dass ich mit meinen Mönsterchen dieses Jahr zum letzten Mal an der Herbstmesse war», so Doris traurig. «Ich hoffe es aber ganz fest nicht!». Man könne leider nicht nur von Komplimenten leben, sondern muss auch verkaufen.

Wer Doris noch an der Herbstmesse besuchen möchte, kann dies noch bis am 14. November tun. Und auch sonst ist die ‹Monster-Macherin› mit anderen Produkten noch auf diversen Märkten zu finden.

Marktdaten 2017:

  • 28. Oktober bis 14. November 2017 Basel, Petersplatz: Herbstmesse Basel
  • 17. und 18. November 2017 Bubendorf: Weihnachstmarkt Schloss Wildenstein
  • 25. und 26. November 2017 Münchenstein: Bazar de Noël im Walzwerkareal
  • 2. Dezember 2017 Arlesheim: Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz
  • 3. Dezember 2017 Olten: Adventsmarkt beim Ruttigerhof
  • 8. bis 10. Dezember 2017 Langenthal: Stärne Wiehnacht in der Altstadt
  • 13. bis 17. Dezember 2017 Kreuzackerpark Vorstadt Solothurn: Soledurner Wiehnachtsmäret

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