Christian Campiche, Präsident vom impressum. (Bild: keystone)

Schweiz

Impressum fürchtet um redaktionelle Unabhängigkeit

Der Journalistenverband impressum befürchtet, dass nach der Fusion von KEYSTONE und der SDA der Journalismus und die Werbung vermischt werden. Dies gefährde die redaktionelle Unabhängigkeit, heisst es in einer Mitteilung der Schweizer Journalisten vom Dienstag, 31. Oktober 2017.

Ein Stellenabbau würde die Qualität zusätzlich gefährden, schreibt impressum weiter. Der Verband werde alle Hebel in Bewegung setzen, um eine gefährliche Kommerzialisierung von KEYSTONE-SDA und den Verlust von Stellen in der Redaktion zu verhindern.

Vermischung bekämpfen

Die Äusserungen von COO Jann Jenatsch und auch die Medienmitteilungen nährten die Befürchtung, dass die journalistische Ausrichtung der SDA gegenüber kommerziellen Geschäftsfeldern, wie sie KEYSTONE mit ihrem Tochterunternehmen PPR Media Relations AG bereits bewirtschafte, an Priorität einbüsse.

Besonders eine Vermischung von Journalismus und Werbung wäre gefährlich für die redaktionelle Unabhängigkeit und würde von impressum vehement bekämpft. Impressum, selbst Kleinaktionär der SDA, werde auch weiterhin mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die journalistische Unabhängigkeit, Vielfalt und Qualität sowie die für Journalismus verwendeten Ressourcen bei der Nachrichtenagentur verteidigen.

Denn KEYSTONE-SDA sei nicht nur ein Medienunternehmen, sondern auch die fusionierte Firma habe eine besondere gesellschaftliche Bedeutung für die Demokratie und den Zusammenhalt der Schweizer Landesteile.

«Es besteht keine Absicht»

Impressum fordert deshalb vom Verwaltungsrat, die Geschäftsleitung so zu ergänzen, dass dort Journalistinnen oder Journalisten mindestens dasselbe Gewicht haben wie Persönlichkeiten mit einem marktwirtschaftlich geprägten Profil.

Der COO von KEYSTONE-SDA, Jann Jenatsch, sagte auf Anfrage, KEYSTONE-SDA könne sehr wohl zwischen journalistischem und kommerziellem Inhalt unterscheiden. Und daran werde nicht gerüttelt. Bereits heute werde jedes Bild gut lesbar gezeichnet, wenn es sich um ein kommerzielles Bild handle und nicht um ein journalistisches.

Es gebe eine journalistische Unabhängigkeit. «Und auf der Vertrauenswürdigkeit, auf der wir beruhen, werden wir auch weiterfahren. Es besteht keine Absicht, etwas miteinander zu vermischen», sagte Jenatsch weiter.

Der redaktionelle Kurs werde weiterhin auf den bestehenden journalistischen Prinzipien beruhen, nämlich Unabhängigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Kompetenz und Solidarität. (sda)

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