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Der Telebasel News Beitrag vom 24. Oktober 2017.

Basel

Neues vom kuriosen Fall ‹Regio aktuell›

Im August 2014 standen ‹Regio aktuell›-Verleger Robert Gloor, Treuhänder Bernhard Madörin sowie der Anwalt Daniel Staehelin vor dem Strafgericht. Sie wurden zwar in erster Instanz wegen ungetreuer Geschäftsführung verurteilt, zogen das Urteil aber weiter. Kurios: Ein erkrankter Anwalt verhinderte einen früheren Prozesstermin. Jetzt verjähren viele Anklagepunkte.

Endlich, ist man versucht zu sagen. Nachdem ein früherer Termin wegen eines erkrankten Anwalts verschoben werden musste, hat heute am Appellationsgericht Basel die Verhandlung in zweiter Instanz in dieser Sache angefangen. Jetzt kommt es hart auf hart. Das Gericht muss entscheiden, ob und wie das Verfahren weitergeführt wird und die erstinstanzliche Verurteilten üben harte Kritik.

Zuerst hat das Gericht heute folgende drei Anträge der Angeklagten abgelehnt: Ausschluss von Presse und Öffentlichkeit, dass die Verhandlungssprache Hochdeutsch ist und dass die betroffenen Parteien ihre Handys mitnehmen dürfen. Materielles ist am ersten Prozesstag allerdings noch nicht verhandelt worden. Es ging in erster Linie um die Art und Weise, wie das Verfahren geführt wurde.

Die Aktenberge am heutigen Prozessauftakt waren sehr hoch und die Plädoyers sehr lange. Das zeigt das Ausmass des Falls. Die Beschuldigten, respektive ihre Anwälte verwiesen darauf, dass das Verfahren rechtswidrig abgelaufen sei. Die Staatsanwaltschaft wollte sich heute nicht dazu äussern.

Der Telebasel News Beitrag vom 23. Oktober 2017.

Madörin kritisiert Verfahren

Die Kläger gegen das Urteil des Strafgerichtes sagen, das Strafgericht und die Staatsanwaltschaft hätten zweifelhaft zusammengearbeitet, so die Quintessenz. Für den erstinstanzlich Verurteilten Treuhänder Madörin sei es ein Einschnitt in die Karriere gewesen. Deshalb lagen die Nerven heute blank bei ihm.

«Ich habe einfach jegliches Vertrauen in die Schweizer Justiz verloren», so Madörin. «Aufgrund meiner Publikationen habe ich viele Wirtschaftsleute, die zu mir kommen und Rat suchen, weil ihnen dasselbe passiert. Ich denke, unser Justizapparat ist reformierbar. Das ist notwendig. Solche Dinge sollten sich nicht wiederholen.»

Morgen um 8:15 Uhr verkündet das Appelationsgericht in einem Zwischenentscheid, ob das Verfahren abgebrochen wird wegen Verjährung oder ob gewisse Punkte weiter verhandelt werden. Es gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung.

Das Gericht hat den Prozess vom 23. – 30. Oktober 2017 angesetzt. Telebasel war für Sie am ersten Tag der Verhandlungen mit dabei. 

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