Die Jungfische im Basler Zolli. (Bild: Zoo Basel)

Basel

Rotblauer Nachwuchs im Basler Zolli

Der Basler Zolli hat es geschafft und die seltene Zucht der Roten Neonsalmler erfolgreich über die Bühne gebracht, dies zum ersten Mal. Der berühmte Aquarienfisch, in zu Basel passendem Rot-Blau, ist nun im Zolli zu sehen.

Die ‹Neonfische› in den FCB-Farben Rot und Blau konnten dieses Jahr erstmals erfolgreich gezüchtet werden, dies teilte der Zolli am Mittwoch, 27. September 2017,  mit. Es sind rund 500 kleine Fische hinter den Kulissen des Zollis geschlüpft und schwimmen jetzt im Schwarm aus circa 1000 Fischen im Aquarium Nummer 26 mit.

Anspruchsvolle Fischchen

Die Zucht der Roten Neonsalmler gestaltete sich wegen deren Lebensraum und Ansprüchen schwierig. Damit Nachwuchs kommen kann, muss man das natürliche Umfeld simulieren. Die kleinen Fische kommen von weit her, ihr natürlicher Lebensraum ist der obere Amazonas und seine Nebenflüsse mit sogenanntem ‹Schwarzwasser›. Das  ist ein feindlicher Lebensraum für ‹normale› Fische, da das Wasser extrem mineralienarm, aber voll von Huminsäuren ist und deshalb sehr sauer.

Diese Flüsse haben ihren Ursprung meist in Mooren oder humusreichen Regenwäldern und ‹normale› Fische verenden darin meist aufgrund der Säure oder wegen  Mineralienmangel. Die Neonsalmler hingegen können unter diesen Bedingungen unbeschwert leben und dies sogar ohne grosse Konkurrenz von anderen Fischen. In diesen Gewässern finden sich viele Insekten und andere kleine Wirbellose Tiere, was die Nahrungssuche der leuchtenden Neonsalmler sehr erleichtert.

(Bild: Zoo Basel) 

Zolli-Erfolg

Dem Zolli gelang es 2017 also, dieses an sich überhaupt nicht lebensfreundliche Umfeld zur Züchtung nachzubilden. Dies gelang dank absolut mineralfreiem Osmosewasser, welches als künstlicher Regen mithalf, durch Zugabe von Humin-, Gerb- und anderen Säuren entsteht ‹Schwarzwasser› mit einem pH von nur 4.2.

Die Neonsalmler laichen in diesem sauren Wasser in kleinen Gruppen von circa 30 Tieren. Die Fischeier, die in der Natur zu Boden sinken, gelangen im Zuchtaquarium durch ein Lochgitter in einen sicheren Bereich. Von diesem Bereich werden die Eier in ein separates Aquarium überführt um vor ihren Eltern sicher zu sein, die sie sonst fressen würden. die Fischlarven schlüpfen schon nach nur einem (!) Tag und nach fünf Tagen fressen sie zum ersten Mal.

Umweltorganisationen fördern Handel

Obwohl die kleinen Neonfische in grosser Zahl gezüchtet werden können, und dies von nur wenigen Haltern, wird der nachhaltige Fang der Fischchen von Umweltorganisationen gefördert. Dies soll die einheimische Bevölkerung des Amazonasgebiets davon abhalten, nicht in den Handel mit Tropenholz einzusteigen. Es finden sich heute viele Fischer, die am Rio Negro vom nachhaltigen Aquarienhandel leben.

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