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Der Telebasel News Beitrag vom 17. September 2017

Basel

Mama India lud ihr Quartier zum letzten Masala

Das Egg-Lädeli mit indischer Spezialitäten an der Kreuzung Oetlingerstrasse-Breisacherstrasse schliesst früher als geplant. Aus gesundheitlichen Gründen, sagt Geschäftsführerin Pavan Devi Kunar alias ‹Mama India›.

Eigentlich hätte Pavan Devi Kunar, die von ihren Kunden nur liebevoll ‹Mama India› genannt wird, ihr Egg-Lädeli noch bis Mitte Dezember führen können. Aus gesundheitlichen Gründen, schliesst sie ihr Geschäft nun bereits Ende September. Zum Abschied lud Devi ihre Kunden zu einem Fest ein.

Erste Anlaufstelle für hungrige Rheinschwimmer

Seit 15 Jahren ist Mama India im unteren Kleinbasel eine feste Grösse. Oft schon rettete sie einen Rheinschwimmer nach Ladenschluss vor dem Verhungern. Ihr selber gemachtes Masala to Go nach Grossmutter Art ist kult.

Geschätzt bei den Kunden: Die indischen Spezialitäten von Mama India. (Bild: Screenshot)

Dass das Ende naht, wusste die gebürdige Nordinderin schon einen Moment. Das Haus ihres Egg-Lädeli wurde verkauft und Eigenbedarf angemeldet. Nun gibt sie die Schlüssel schon früher ab. «Jetzt ist es so, dass ich gesundheitliche Probleme habe. Darum ist schon Ende September fertig», sagt Devi.

Verabschiedung von einem Quartier

Mama India wäre nicht Mama India, würde sie nicht bis zuletzt an ihre Kunden denken. Zur Feier ihres 15-jährigen Jubiäums und eben gleichzeitig als Abschiedsfest, lud sie ihr Kunden am Sonntag, 17. September 2017, zu einem letzen gemeinsamen Essen. Bis zu 200 Personen erwartete Mama India. Platz für so viele Leute hätte sie im Egg-Lädeli wohl nicht: Aber «In meinem Herzen haben immer alle Platz.»

Mama India verabschiedete sich mit einer Party von ihren Kunden. (Bild: Screenshot)

Dass sie im Quartier stark verwurzelt ist, war beim letzten Besuch spürbar. Mit jedem Passant gab es noch einen Schwaz. Woran es denn lag, dass sie so beliebt war? «Wahrscheinlich weil ich immer nett zu allen war», sagt sie bescheiden. «Zudem bin ich ein Familienmensch und habe für jeden einen Platz in meinem Herzen.»

Zum Fest dachte Devi an alle ihre Kunden. «Für die Kinder habe ich Würste, Chips und Harribo. Die Erwachsenen bekommen meine indischen Spezialitäten.»

«Hier ist es wie in Indien»

Mama India kam 1976 als 18-Jährige nach Basel. Seit 1993 ist sie in der Gastronomie tätig. Eine Rückkehr in ihre Heimat sei nie eine Option gewesen. «Hier ist es wie in Indien. Es hat hier sehr nette Nachbarn, super Kundschaft.» Sie fühle sich einfach wie zu Hause.

Und wie geht es mit Mama India nun weiter? Devi will sich vermehrt um ihre Familie und ihre Enkelkinder kümmern. «Ich möchte gern ein bisschen Pause machen. Ich habe viel, viel gearbeitet.»

Einziger Wermutstropfen: Im Egg-Lädeli arbeite ihre ganze Verwandschaft mit – ein richtiger Familienbetrieb eben. Sie werden ihr Lokal vermissen.

Mehr dazu in den Telebasel News vom 17. September 2017, ab 18:30 Uhr und ab 19:00 Uhr stündlich.

1 Kommentar

  1. Für alle war sie Mamma India, für mich einfach nur meine Mamma…und zwar die Beste die es gibt!! Viele schöne Erinnerungen sind dem hübschen Egglädeli zu verdanken – es war meistens Segen und manchmal auch Fluch in unserem Leben… Ich gönne Dir jetzt die endlich und mehr als verdiente erholsamere Zeit….
    Ich werde Deine Samosas und Curries aber in Ehren halten und weiterhin die Rheinpromenade mit feinen indischen Leckereien versorgen! Nur ein bisschen weiter Rheinabwärts auf dem Holzpark beim Patschifig im indian/italo Foodwagen GIANILA
    DANKE MAMMAReport

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