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Marco Streller, Michael Lang, Taulant Xhaka, Renato Steffen, Manuel Akanji und Raphael Wicky sprechen über die positive Leistung des FCB. (Video: Telebasel)

International

Keine Tore, dafür ein Lichtblick für die Zukunft

Man geht grundsätzlich nicht ins Old Trafford, um zu gewinnen. Trotzdem wollte der FC Basel versuchen gegen Manchester United zu punkten. Auch wenn am Ende drei Gegentore und keine Tore der Basler für die Engländer sprechen, so wusste der FC Basel zu gefallen.

Um in Manchester zu punkten, ja gar zu gewinnen, dafür braucht es eine perfekte Leistung und eine Menge Glück. Auch wenn der FC Basel dem englischen Team aus Manchester mit 0:3 unterlag, so hatten die Basler auch Glück.

Denn bevor Marouane Fellaini in der 36. Minute den Führungstreffer für Manchester United per Kopf erzielte, hätten die Engländer auch schon ein, zwei Tore mehr erzielen können. Hervorzuheben ist zum Beispiel der Pfostenschuss von Henrikh Mkhitaryan rund 10 Minuten vorher. Der Ball springt an den Posten, abermals in die Füsse des Armeniers, der den Ball dann aber nicht richtig kontrollieren kann und in die Hände von Vaclik spielt. Dieser lag noch immer am Boden, zwischen den beiden Abschlussversuchen von Mkhitaryan fiel Manuel Akanji noch über den Tschechen drüber.

Der isolierte Wolf

Während die Verteidigung um Marek Suchy, Manuel Akanji und Eder Balanta ihre Arbeit gut vollrichtete und gegen Lukaku und Co. doch lange dagegenhalten konnten, war die Leistung im Sturm der Basler doch etwas dürftig.

Mit knapp 40 Prozent Ballbesitz war zu erwarten, dass Ricky van Wolfswinkel, welcher mit Mohamed Elyounoussi und Renato Steffen an den Seiten als Mittelstürmer fungierte, nicht zu zahlreichen Chancen kommen wird.

Die Realität war aber dann noch ernüchternder. Der Wolf im Sturm konnte keine Chance verzeichnen, war unscheinbar und hatte kaum Anteile am Spiel. Zum Vergleich: Moskau hatte 10 Prozent weniger Ballbesitz gegen Benfica Lissabon und erzielte trotzdem zwei Tore. Ricky van Wolfswinkel bestätigte in diesem Spiel den Eindruck, den die Engländer von ihm haben. Nämlich dass der Holländer keine Tore schiesst.

Klasse trifft auf Wille

Dass Manchester United mindestens eine Klasse besser ist als der Schweizer Meister, das wurde während des Spiels zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt. Manchester United kontrollierte das Spiel über 90 Minuten.

(Video: Telebasel)

«Wir haben gewusst, das dass schwierig wird, gegen sie zu spielen. Das hat sich bestätigt. Es ist ein sehr starkes Team in allen Bereichen. Sie haben technisch gute Spieler, taktisch gute Spieler, physisch gute Spieler, sie haben Tempo. Sie haben alles. Wenn sie mehr Tempo oder mehr Schwung hineinbringen wollen, können sie das. Es ist ein komplettes Team. Wir müssen ihnen natürlich zugestehen, dass das Spiel über 90 Minuten unter der Kontrolle von Manchester war. Es ist eines der besten Teams. Nur zur Veranschaulichung: Sie können einen verletzten Pogba auswechseln und mit einem Spieler ersetzen, der diesen ohne Klassenunterschied ersetzt.» (Raphael Wicky)

Die FCB-Spieler gaben sich nach dem Spiel trotz der Niederlage beeindruckt, über die Klasse von Manchester United.

(Video: Telebasel)

«Sie haben viele grosse Spieler. Sie wissen, wie sie den Körper einsetzen müssen, sie sind stark. Es war sehr schwierig, gegen sie zu verteidigen.» (Marek Suchy)

Der FC Basel hielt aber gut dagegen. Auch nach den Gegentoren war der Wille der Mannschaft spürbar. Die wollte nicht aufgeben. Also kämpften sie weiter.

Die Basler kamen zwar schnell in Not, wenn Manchester United wieder ein paar Gänge hochschraubte, doch der FC Basel zeigte, dass man auch bei einer klaren 0:3-Niederlage eine gute Mannschaftsleistung abrufen kann.

Die richtige Mentalität

Es kommt von allen Spielern, vom Trainern und auch von Sportchef Marco Streller: Trotz Niederlage stimmte die Mentalität der Basler. Ausgerechnet die Mentalität, die in den letzten Wochen oft in der Kritik stand. Es sei kein Wille zu sehen, keiner geht für den anderen, es passt nichts zusammen.

Gegen Manchester United wollte jeder Spieler und alle schienen für den anderen zu rennen und zu kämpfen. Natürlich waren da Stellungsfehler, Fehlpässe, zu langsame Ballkombinationen und schlicht einfach zu wenig Druck in der Offensive. Doch die Teamleistung war gut.

Würde der FC Basel immer mit solch einer Entschlossenheit spielen, wäre es wohl nie zu einem solch durchzogenen Saisonstart gekommen. «Wenn wir so in der Schweiz spielen, dann sind wir wieder da, wo wir sein wollen.» – «Mit dieser Mentalität müssen wir in jedes Spiel gehen.» – «Heute hat hoffentlich jeder gemerkt, wie wichtig diese Mentalität ist.» Dies nur eine Auswahl von Sätzen, welche von Spielern und Trainer nach dem Spiel gesagt wurden.

Fazit also nach diesem Spiel: Manchester United ist und bleibt eine Nummer zu gross, ABER es ist möglich mit grossen Gegnern mitzuhalten. Ein Lichtblick, denn der Sieg von ZSKA Moskau auswärts über Benfica Lissabon macht das Ziel europäisch zu überwintern für den FC Basel noch schwieriger zu erreichen. Im nächsten Spiel wird Benfica Lissabon mit dem Messer am Hals nach Basel reisen und der FCB braucht bereits jetzt Punkte, Moskau hat mit dem Auswärtssieg nämlich vorgelegt.

Mehr über den FC Basel und die Champions League sehen Sie am 13. September 2017 im Telebasel Sport, um 18:30 Uhr und ab 19:00 Uhr stündlich.

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