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Der Telebasel News Beitrag vom 12. September 2017.

Basel

Basler Premiere: Eine Tramfreie Innerstadt

Seit Samstag 9. September 2017 können die Trams wegen der Bauarbeiten nicht mehr in die Basler Innerstadt fahren. Wer mit dem öffentlichen Verkehr in Basel unterwegs ist, muss komplett umdenken. Für einige bringt das auch Vorteile.

Zum ersten Mal ist die Basler Innerstadt wirklich verkehrsfrei  –  abgesehen von Velos und Taxis. Autos dürfen die Innerstadt schon länger nicht mehr befahren und nun fahren auch keine Tram mehr. Der Grund sind Bauarbeiten. Die BVB erneuern die Geleise, und kein Tram kann mehr über die Knotenpunkte Barfüsserplatz und Marktplatz fahren. Wer sich mit dem öffentlichen Verkehr in Basel bewegen will, studiert am besten zuvor die neue Linienführungen. Die meisten Trams sind nämlich auf anderen als den gewohnten Geleisen unterwegs.

Verwirrende Linienführungen

Auffallend ist beispielsweise das Tram 2, das vom Bankverein nicht wie gewohnt den Weg zum Eglisee bei Riehen nimmt, sondern ganz neu nach Birsfelden fährt. Oder das Tram Nummer 10, das vom Birsigtal her schon an der Heuwaage überraschend wendet; wer nun aber weiter in die Innerstadt will, muss sich schon auskennen, um weiterzukommen.

Neu gibt es im Kleinbasel zwischen Messeplatz, Claraplatz und Schifflände eine ganz neue Tram-Nummer 9. Und auf der kurzen Strecke zwischen Schifflände, Marktplatz und Barfüsserplatz kursiert extra der neue «Barfi-Bus».  Beide ausserordentlichen Bus- und Tramlinien fahren nur bis Ende September; solange bis die Bauarbeiten in der Innerstadt abgeschlossen sind.

Nachteile, aber auch Vorteile

Die neuen Tramverbindungen haben für einige Tram-Passagiere auch Vorteile. Zum Beispiel für diejenigen, die zum Bahnhof SBB fahren wollen: Das Tram 6 fährt ausnahmsweise von Riehen direkt zum Bahnhof. Ebenso der Ersatzbus für die aufgehobene Tramlinie 3. Um sich zu orientieren haben die BVB sogenannte Kundenberater eingesetzt, die orientierungslosen Passagieren weiterhelfen können. Dies geschieht am Bankverein, an der Schifflände und am Centralbahnplatz des Basler Bahnhof SBB.

Engpass Aeschenplatz und Bahnhof

Weil gleich mehrere Linien neu zum Bahnhof SBB fahren, entsteht ein neuer Engpass zwischen Schifflände und Bahnhof. Dort stauen sich gelegentlich die Trams, sagt BVB-Mediensprecher Benjamin Schmid. «Beim Bahnhof, der auch zu Normalzeiten schon ausgelastet ist, sind wir nun am Maximum.» Insgesamt lasse sich das Tram-Aufkommen aber gut bewältigen, fasst Schmid zusammen. Zu den Stosszeiten am Morgen und Abend komme es jedoch zu Staus.

Positiv: Hirn-Jogging

Für einige Tramkunden mögen die Umstände durch die Bauarbeiten ein Ärgernis sein, das mit Zeitaufwand und Lärm verbunden ist. Andere scheinen die verkehrsfreie Innerstadt zu geniessen, und flanieren gerne auf Strassen, wo sie plötzlich nicht auf Trams aufpassen müssen.

Psychologen sehen in solchen Veränderungen nur Vorteile: Das Hirn bleibt jung, wenn es nicht routinemässig dieselben Wege entlang fährt, und stattdessen sich neu orientieren muss und dabei Neues lernt.

Wer mehr über den momentanen Zustand des öffentlichen Verkehrs in Basel erfahren will, findet zusätzliche Informationen hier.

 

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