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Der Telebasel News Beitrag vom 11. September 2017.

Basel

«Mohrenkopf»: Rassistische Bezeichnung?

Eine Petition im Internet findet die Bezeichnung «Mohrenkopf» rassistisch und will sie ändern. Zumindest die Baselbieter Firma Richterich steht gut da: Das Wort «Mohr» bezeichnet nämlich die Bewohner von Laufen, dem Standort der Firma.

Generell achten Leute stärker darauf, dass sie keine rassistischen oder diskriminierenden Begriffe gebrauchen. Unter dem Trend zu «Political Correctness» kommt es zuweilen auch zu falschen Einschätzungen des Sprachproblems. So wehrt sich eine Petition im Internet gegen den Begriff «Mohrenkopf». Der Begriff stamme aus der Kolonialzeit und sei heute «rassistisch». Rund 500 Personen haben die Petition bislang unterschrieben. Sie richtet sich namentlich gegen die Aargauer Firma Dubler.

Laufener werden auch Mohren genannt

Aber auch im Baselbiet gibt es eine Firma, die Mohrenköpfe herstellt. Die Firma Richterich jedoch sagt, die Bezeichnung «Mohr» gehe auf den Spitznamen für die Bewohner des Städtchens Laufen zurück. Die Laufener nennt man insbesodere während der Fasnachtszeit nämlich «die Mohren». Und das Wort Mohr gehe auf den altdeutschen Begriff «Môre» für Wildsau zurück. «Von Rassismus ist also keine Spur», sagt die Filialleiterin Alexandra Bruch.

Positives Produkt, positive Bedeutung

Anders sieht die Situation bei der Aargauer Firma Dubler aus, die sich nicht auf eine solche Wortbedeutung berufen kann. Es komme immer auf den Zusammenhang an, wie man einen Begriff verwende, sagt Inhaber Robert Dubler zu Telebasel. Das Wort Mohrenkopf ist für ihn positiv besetzt und stehe für ein gutes Produkt, so Dubler. Monatlich liefere die Firma etwa eine Viertelmillion Mohrenköpfe her. Und sie zu kaufen sei ja freiwillig, betont Robert Dubler.

Schweizer Petition auf Deutscher Plattform

Hinter der Petition steht die Deutsche Organisation «change.org». Diese Organisation mit Sitz in Berlin stellt ihre Plattform für verschiedenste Petitionen zur Verfügung. Solange Petitionen nicht sexistisch, frauenfeindlich oder rassistisch seien, und auch gegen keine Gesetze verstossen würden, kann jeder dort eine Petition lancieren. Die Urherber einer Petition und deren Unterzeichner sind nur der Organisation bekannt.

7 Kommentare

  1. Diese negative stereotype Figuren existieren nur in den Köpfen der Leute, die sich darüber aufregen. Die Intention, Menschen anderer Hautfarbe zu diskriminieren, ist bei alten Brauchtümer genausowenig vorhanden wie beim Genuss eines “Schokokusses”.Report

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