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‹Sweet Dreams (Are Made of This)›, der Superhit der Eurythmics. (Video: Youtube)

International

Eurythmics-Sänger Dave Stewart wird 65

Der britische Musiker, Produzent und Songwriter Dave Stewart ist vor allem als die eine Hälfte des Synthiepop-Duos Eurythmics bekannt. Doch er hat auch mit vielen anderen Musikern Hits produziert. Am 9. September 2017 feiert er seinen 65. Geburtstag.

Als Teenager schloss sich Dave Stewart in seinem Geburtsort Sunderland einer Band an und lief weg – nach London. Zwei Jahre später nahm Elton Johns Label Rocket Records den 18-Jährigen unter Vertrag.

In einem Restaurant traf Stewart Annie Lennox – er exzentrisch im Pelzmantel, sie im blumigen Laura Ashley-Kleid und braunen langen Haaren – und macht ihr einen Heiratsantrag.

Stewart erzählte der Zeitung The Guardian: «Als ich sie zum ersten Mal in ihrem winzigen möblierte Zimmer besuchte, sang sie ein Lied, das sie auf einem Harmonium geschrieben hatte. Ich sagte: ‹Verdammt. Was machst du als Kellnerin? Du bist Künstlerin›». Worauf sie zusammen in der Popgruppe The Tourists spielten und mehrere Hits landeten.

Im amerikanischen National Public Radio erinnerte sich Stewart einmal: «Wir lebten in einem besetzten Haus und gingen zu Flohmärkten, um ein Schlafsofa für ein Pfund zu bekommen. Wir haben wirklich bei Null angefangen».

Eurythmics trotz Trennung

Schon mit 15 nahm Stewart Drogen, vor allem Kokain und Amphetamine. Der Huffington Post beschrieb er seinen Tiefpunkt: «Man gleitet unter den Eisberg und merkt nicht, dass es den ganzen Weg hinunter geht. Und du kannst die Oberseite nicht mehr sehen, es wird sehr dunkel und düster und dann kommen Haie und umkreisen dich». Seine Lebensgefährtin Annie Lennox half ihm, seinen Drogenkonsum langsam einzuschränken.

Doch 1980 brachen nicht nur The Tourists auseinander, sondern auch ihre Beziehung. Dennoch gründen sie eine neue Band, das Synthiepop-Duo Eurythmics. Lennox wurde mit ihrem androgynen Kurzhaarschnitt zum Sex-Symbol der 80er. Die beiden verkauften 75 Millionen Platten weltweit und verdienten je 30 Millionen Pfund mit Hits wie ‹Who’s That Girl?›, ‹Here Comes The Rain Again› und ‹There Must Be An Angel (Playing with My Heart)›.

(Video: Youtube)
(Video: Youtube)
(Video: Youtube)

Dave Stewart beschrieb dem National Public Radio die paradoxe Situation: «Vorher haben wir niemals Songs geschrieben; jetzt schreiben wir 140 Lieder über unsere Trennung». Die beiden verarbeiteten ihre Beziehung in ihrer Musik. Die Spannung auf der Bühne war stets greifbar: «Wir schauen uns an und wissen, was wir durchgemacht haben. Und ich denke, das Publikum fühlte diese Emotionen, die sich durch ein Lied oder die Konzerthalle ziehen».

Entweder zusammen oder gar nicht

Doch privat entfernten sich die beiden. 1987 heiratete Stewart nach einer bereits gescheiterten Ehe mit Pam Stewart die Musikerin Siobhan Fahey (Bananarama, Shakespears Sister). Die beiden haben zwei Kinder. Seit 2001 ist er in dritter Ehe mit der holländischen Fotografin Anoushka Fisz verheiratet, mit der er ebenfalls zwei Kinder hat.

Schon während der Zeit mit Eurythmics fing Stewart an, Hits für andere zu schreiben. Lennox war nicht begeistert. 1990 lösten sie die Eurythmics auf. Während Annie Lennox seither erfolgreiche Soloalben aufnimmt und als politische Aktivistin tätig ist, schreibt er Filmmusik, arbeitet als Filmemacher, fotografiert, produziert Soloalben und betätigt sich mit der Rockelite als Songwriter und Musiker.

Im Haus von Dave Stewart treffen sich die Superstars

Sein Haus in Los Angeles ist ein Treffpunkt der Superstars. «Einmal schrammelten Bob Dylan, George Harrison, Jeff Lynne und Tom Petty mit ihren Gitarren unter einem Baum in meinem Garten. Und Roy Orbison sang.» Auch junge Künstler, wie Katy Perry und Gwen Stefani lieben ihn.

2011 brachte Stewart Rolling Stones-Sänger Mick Jagger, Soulsängerin Joss Stone, Bob Marleys Sohn Damian und den Bollywood-Komponisten A.R. Rahman für das Album ‹Superheavy› zusammen. Und am 15. September 2017 wird das neue Album von Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr erscheinen – mit ihrem gemeinsamen Song ‹So Wrong for So Long›.

(sda dpa/Uli Hesse)

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