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Der Telebasel Newsbeitrag vom 31. August 2017.
Basel

Messe lanciert den Super-Luxus-Autosalon in Basel

Basel soll zum Mekka der superreichen Autosammler aus aller Welt werden. Die MCH Group lanciert Grand Basel als ersten globalen Salon für die wertvollsten Automobile der Welt. Damit will die Messe Basel ihre Top-Position im Luxus-Bereich ausbauen. Im Talk redet der Managing Director Mark Backé.

Es geht um sehr viel Geld, um sehr reiche Menschen und edelste Kraftwagen, wobei das hier fast despektierlich klingt: es geht naturgemäss um «exklusive Stücke mit einer individuellen Historie», um die wertvollsten Automobile der Welt. Hier soll einer «anspruchsvollen Community» «absolute automobile Ausnahmeerscheinungen» vorgestellt werden.

Basel, Miami, Hong Kong

«Zum ersten Mal werden Automobile im kulturellen Kontext von Design, Architektur und Kunst präsentiert», heisst es in der Medienmitteilung der MCH Group. Nach der Premiere im September 2018 in Basel sind weitere Messen in Miami und Hong Kong geplant.

Grand Basel soll ein von «führenden Experten» kuratierter «Marktplatz für den Handel» werden, eine «fahraktive Ausstellung von Meisterstücken, eine Auktionsplattform, ein Wettbewerb und ein Ort für Kongresse und Diskurse.»

Erster globaler Salon dieser Art

Als einziges derartiges «Format mit einer weltweiten Präsenz» will die Messe in eine Marktlücke vorstossen. Die Grand Basel soll zur «exklusiven Plattform für absolute automobile Ausnahmeerscheinungen» werden, «historisch ebenso wie zeitgenössisch». Wie schon bei der ART Basel wird der Zutritt gestaffelt und dosiert mit Pre-Show, Exklusivtagen und «Öffentlichkeitstagen».

In Europa, Nordamerika und Asien soll es jährlich eine Veranstaltung geben. Dazu sind Zusatzveranstaltungen in weiteren Regionen wie Nahost oder Australien geplant. Denn allein die Regionen Europa, Nordamerika und Asien repräsentierten 87 Prozent der angepeilten Käuferschaft: die Superreichen.

14 Monate habe die Projektentwicklung gedauert, sagt Mark Backé, Managing Director der Grand Basel, an der Medienorientierung am Donnerstag, 31. August 2017. «Braucht die Welt eine weitere Automobilmesse? Nein aber Grand Basel steht für etwas anderes: Werte», erklärt der Initiator der Messe Paolo Tumminelli. Man solle automobile Kultur erleben können.

Vier Autos, die repräsentativ für die Messe stehen, wurden vorgestellt:

(Video: Telebasel)

Designer und Entwickler Andrea Zagato präsentierte ein neues Auto. Das Auto ist nicht für die Strasse zugelassen, sondern für das Playstation-Spiel ‹Gran Turismo› entwickelt worden:

(Video: Telebasel)

Wie in einem modernen Museum

Gezeigt werden sollen an der Grand Basel zunächst jeweils 100 bis 200 Fahrzeuge; später können es auch 300 sein. Bewusst lege man aber eine Obergrenze fest, sagte Backé. Die Auswahl erfolgt durch ein Kuratorium, das für den Event eine hohe Qualität sicherstellen soll.

Für die Grand Basel liess die MCH Group eigens ein modulares Architektur- und Ausstellungskonzept erarbeiten. Damit sollen historische, zeitgenössische und zukunftsweisende Automobil-Ikonen in der Qualität moderner Museen gezeigt werden können.

Die einzelnen Aussteller können jeweils höchsten sieben Autos präsentieren. Für Fahrpräsentationen und Auktionen wird im Lichthof der von den Basler Stararchitekten Herzog & de Meuron entworfenen Messehalle ein Parcours angelegt.

Der Telebasel Talk vom 31. August 2017 mit Marc Backé.

Tummelplatz der Superreichen

In den sogenannten ‹Classic Cars› erkennt die Messe den ganz grossen Wachstumsmarkt: «Betrachten wir die Trends der Luxusmärkte und die Vorlieben der Ultra High Net Worth Individuals (UHNWIs mit Vermögen ab 30 Millionen Dollar), so sehen wir Classic Cars über die letzten 10 Jahre mit einem Wachstum von 457 Prozent an der Spitze der Entwicklung (Knight Frank Luxury Investment Index, Q4 ⁄ 2016). Luxusgüter wie Uhren, Kunst oder Schmuck wuchsen in diesem Zeitraum zwischen 66 und 147 Prozent.»

Anders gesagt: Von Grand Basel erwartet die Messe Basel mehr als von ihren beiden weltweiten Spitzenreitern Baselworld und Art Basel. Mit dem Trio der globalen Topmessen könnte sie ihre Position im Luxussegment ausbauen.

Erfolgreiche Zukunft der Messe?

Dass das Konzept der MCH-Gruppe aufgehen könnte ist sich Stephan Musfeld vom Pantheon Basel und Branchenkenner sicher: «Bei allen anderen Messen kann man von der Schraube bis zum Auto alles kaufen. Bei der ‹Grand Basel› ist man jetzt bei einem hohen Segment drin. Dazu wird ein ganz anderes Spektrum gezeigt wie bei anderen Auto-Messen.»

Das Pantheon Basel zeigt ‹billigere› Autos

Dazu komme, dass Exklusivität im hohen Preissegment eine entscheidende Rolle spiele. Ein spezielles Auto könne man heute ohne Probleme im Internet finden und erwerben. Bei der Messe erwartet der Autoliebhaber aber «Autos, welche man einfach noch nie gesehen hat. Und dies in einer einmaligen Fülle».

Heute sei zudem der Automarkt im sehr hohen Preissegment eine Anlage, vergleichbar mit der Kunst nur «kommt beim Auto noch der Spassfaktor dazu. Denn das gekaufte Objekt kann der Besitzer noch fahren.» Das Interesse an solchen exklusiven Exklusiven Autos sei daher nachhaltig vorhanden.

Warum riskiert die Messe dieses neue Projekt und wie schätzt sie Chancen und Risiken ein? Wie kann der Basler Normalbürger an Grand Basel teilnehmen? Sind Messen mit realem Standort im Internet-Zeitalter erfolgsversprechend?

Der Telebasel Newsbeitrag vom 31. August 2017.

(cb/jw/mbr/sda)

Neuer Vorstoss ins Luxussegment: Mark Backé ist Managing Director von Grand Basel. (Bild: zVg)

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