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Der Telebasel Report vom 31. August 2017.

Basel

Angst vor Digitalisierung? Teil 2

Nirgends ist Technik so faszinierend wie da, wo sie Leben rettet. Nirgends sind wir aber auch skeptischer, als wenn es um unseren Körper geht. Wollen wir uns von einen Roboter operieren lassen? Im zweiten Teil der Telebasel Digitalisierungs-Serie befassen wir uns mit Fluch und Segen von ‹Digital Health›.

«Das ist ein Paradigmenwechsel, eine medizinische Revolution!», frohlockt Professor Hans-Florian Zeilhofer im Telebasel-Interview. Zeilhofer ist Chefarzt der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Unispital Basel und zudem Mitgründer und somit Vater von CARLO.

Roboter CARLO im Einsatz. (Bild: Telebasel)

Kalt, anstatt heiss

CARLO, das bedeutet so viel wie ‹Cold Ablation Robot-guided Laser Osteotome› und ist der wohl intelligenteste Roboter, den Basel zurzeit zu bieten hat. CARLO schneidet nämlich Knochen, und zwar vollständig autonom und präziser, als dies je ein Chirurg gekonnt hätte: «Was ich bisher mit Hammer, Meissel und Säge nicht annähernd geschafft habe, macht CARLO problemlos mit seinem Laser», sagt Professor Zeilhofer.

Der Versuch, einen Knochen per Laser zu schneiden, ist indes nicht neu. Entsprechende Ansätze gibt es schon seit über 20 Jahren. Bis heute konnten dabei aber keine befriedigenden Resultate erzeugt werden. «Die Knochen wurden vom Laser beinahe verkohlt», sagt Alfredo Bruno, Laserphysiker und CEO der Entwicklerfirma AOT Swiss: «Der Laserstrahl muss kalt bleiben, also weniger als 50 Grad».

Im Gegensatz zum Chirurgen und seiner Säge kann CARLO auch komplizierte Geometrien schneiden. (Bild: Telebasel)

CARLO bereits Ende Jahr im Einsatz?

Nun, mit einem kalten Laserstrahl könne jedoch so präzise und in x-beliebiger Geometrie alles geschnitten werden, was der Körper so an Knochen hergibt. Seien es heikle Schädel-Operationen oder Operationen am Kiefer – CARLO ersetzt gar den besten Chirurgen. «CARLO wird so selbstverständlich in den Operationssälen dieser Welt stehen wie es heute vielleicht mobile Röntgen-Geräte oder Herz-Lungen-Maschinen tun», ist Professor Zeilhofer überzeugt.

Bis zur endgültigen Zulassung stehen aber noch einige klinische Tests an. Klappt alles wie geplant, dann könnte CARLO jedoch schon Ende dieses Jahres den ersten menschlichen Patienten operieren und somit direkt aus Basel die Medizin revolutionieren.

Ein 3D-Drucker am Unispital Basel beim Aufbau eines Kiefer-Modells. (Bild: Telebasel)

Wie CARLO funktioniert und wie er arbeitet, sehen Sie oben im Video. Weiter betreten wir eine komplett digitale Zahnarztpraxis und zeigen die Möglichkeiten des 3D-Drucks in der Medizin. Und – stellen fest: Auch in diesem Bereich bahnt sich eine Sensation an.

Alles zum Thema Digitalisierung finden Sie hier in unserem Dossier.

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