Featured Video Play Icon
Der Telebasel Report vom 30. August 2017.

Basel

Angst vor Digitalisierung? Teil 1

Der Report taucht im ersten Teil der Telebasel-Serie ‹Angst vor Digitalisierung?› ab in die Tiefen der virtuellen Welt. Was vor allem in der Gaming-Industrie boomt, kommt immer mehr auch in Unternehmen zum Einsatz. Telebasel zeigt wie und wo.

«Eine Welt, in der jeder und jede nur noch auf sein Smartphone starrt und sich kaum mehr für seine Umwelt interessiert – die kann mir gestohlen bleiben!» Kritik am Smartphone-Hype und seinen Folgen für die Gesellschaft gehört heute beinahe auf jeder Party zum guten Ton. Sich auf der Heimreise dann selbst gedankenversunken aufs Handy blicken sehen aber genauso.

Nun droht jedoch eine neuartige Technologie selbst die bösesten Smartphone-Horror-Szenarien in den Schatten zu stellen: Die Virtual Reality – eine künstliche, computer-generierte Parallelwelt, in die man mit sogenannten VR-Brillen förmlich eintauchen kann.

VR/AR-Experte Nicola Schlup zielt mit seinem virtuellen Pfeilbogen auf virtuelle Ballone. (Bild: Telebasel)

VR und AR als Chance

Die Wahrheit liegt wie so oft weit entfernt von solchen Schreckens-Szenarien. Ja, wer erstmal eine VR-Brille auf dem Kopf hat, der bekommt von seiner Umwelt nicht mehr viel mit. Das muss aber nicht zwingend schlecht sein. Dann nämlich, wenn man in dieser virtuellen Welt dermassen echt in Kontakt mit Schlangen kommen kann, dass man so seine Phobie aus der realen Welt kurzerhand besiegt. Oder dann, wenn man sein sündhaft teures Designer-Sofa vor dem Kauf erst einmal im eigenen Wohnzimmer betrachten kann. Das Bankkonto wird es danken.

Das reale 3D-Modell einer Fabrik in Detroit wurde via HoloLens-Brille mit digitalen Inhalten angereichert. Im Schauraum b in Basel kann das Experiment ausprobiert werden. (Bild: Telebasel)

Wirtschaft kommt auf den Geschmack

Worauf bisher die Gaming-Industrie beinahe ein Monopol beansprucht hat, findet nun also auch in der Wirtschaft immer mehr Anklang. Gerade die Architektur-Branche scheint für Virtual- und Augmented-Reality-Lösungen beinahe perfekt geeignet.

In Basel beispielsweise experimentieren die Blaser Architekten seit geraumer Zeit mit den digitalen Brillen. «Das Potenzial ist riesig», sagt etwa Christian W. Blaser, Inhaber des Architekturbüros. «Nicht mehr lange, und VR- und AR-Brillen sind in der Branche gang und gäbe». Hauptvorteil der Technologie sei es, etwas Geplantes bereits im Vornherein sichtbar und sogar begehbar zu machen. «Ich kann so einen Bauherren bereits durch sein Gebäude laufen lassen, bevor nur ein Stein bewegt wurde. Er sieht Schattenwurf, Raumgefühl – ist der Raum hell genug? Alles wunderbare Dinge», sagt Blaser.

‹LivePaper› bespielt gewöhnliches Papier mit digitalen Inhalten. (Bild: Telebasel)

Augmented Reality auch ohne Technik-Chrims-Chrams

Brauchbar für den Kunden seien AR- und VR erst, wenn das ganze Technik-Brimborium drum herum verschwinde, findet etwa die Hypothekarbank Lenzburg. Sie hat das Institut für 4D-Technologie der Fachhochschule Nordwestschweiz beauftragt, eine interaktive AR-Lösung zur Beratung von Kunden zu erforschen, bei der es keine Computer, Brillen oder sonstige Controller mehr braucht.

Bevor die Technik also richtig da ist, muss sie schon wieder weg. Das Team rund um Professor Simon Schubiger und Professorin Agotai hat daraufhin ‹LivePaper› entwickelt: «Unser System erkennt, was auf dem Tisch passiert und bespielt ihn mit digitalen Inhalten. Es kann Papier erkennen und darauf Tabellen projizieren. Oder es erkennt Gegenstände und blendet Zusatzinformationen dazu ein», sagt Schubiger, «Zwar ist Technik im Einsatz, der Kunde bekommt davon aber nichts mit. Er sieht nur einen Tisch mit Papier und Stift – wie früher».

Übrigens: Wer selbst einmal eine HoloLens (AR) oder eine VR-Brille ausprobieren möchte, der kann dies jeden Mittwoch ab 18:00 Uhr im Schauraum b in Basel.

Alles zum Thema Digitalisierung finden Sie hier in unserem Dossier.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Was geschah bisher

Mehr aus dem Channel

Auch interessant