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Basel

Werden wir im Alltag digital ersetzt?

Der technische Fortschritt bringt viele Vorteile - birgt aber auch manche Gefahren und Ängste. Die Unsicherheit beim Menschen, ob er bald im Alltag obsolet und von technischen Errungenschaften ersetzt wird, steigt immer weiter.

Die Erfindungen und Errungenschaften auf technischem und digitalem Niveau sind unaufhaltsam auf dem Vormarsch und sind Teil der sogenannten Digitalisierung. Computergesteuerte Prozesse, vernetzte Systeme und die intelligente Kommunikation zwischen Maschinen und Anlagen verändern nicht nur Geschäftsmodelle, sondern die gesamte Arbeitswelt und damit auch die Anforderungen an die Mitarbeiter.

Chance oder Jobkiller?

Die Frage ist: Werden wir in naher Zukunft von Robotern oder durch digitalisierte Arbeitsprozesse ersetzt? Erfolgt nun ein Kahlschlag in der Arbeitswelt? Gut möglich, wie beispielsweise der Poststellen-Kahlschlag in der Schweiz zeigt, wonach 600 traditionelle Poststellen geschlossen werden. Der Wandel betrifft aber auch andere Branchen, wie eine Studie von Deloitte zeigt:

Dementsprechend stehen im Bereich Handel, Verkehr und Lagerwirtschaft knapp die Hälfte aller Jobs auf der Kippe. Dies hat einen klaren Grund: Die Mehrheit dieser Kategorie machen Verkäufer, Kassierer und Bürokräfte aus. Ihr Ersatz durch Roboter gilt nahezu als ausgemachte Sache. Die Self Scan-Kassen sollen nur der Anfang sein. Auch in der Luftfahrt sind beispielsweise vom Ticketverkauf bis Boarding kaum noch Menschen involviert – Web-Check-In macht es möglich. Früher gab es noch die traditionelle Gepäckabgabe. Heute nennt man es ‹Baggage-Drop›.

Arbeit wird komplexer und stressiger

Eine Studie von Ernst & Young aus dem Jahr 2016 hat die Industrie unter die Lupe genommen: Mehr als 80 Prozent der Befragten bemerken eine Veränderung die auf die Digitalisierung zurückzuführen sei. Die Arbeitsprozesse seine komplexer geworden, der Job ist stressiger als früher. Das hat einerseits mit der Digitalisierung zu tun, andererseits steht das verarbeitende Gewerbe durch den starken Franken und dem scharfen globalen Wettbewerb unter Druck. Automatisierung ist eine logische Folge in den Unternehmen.

Von 400 befragten Firmen haben zwei Drittel von ihnen seit dem Ende des Ende des Mindestkurses stärker automatisiert. Vor allem Metallarbeiter und Hilfskräfte könnten grösstenteils durch Roboter ersetzt werden.

Vom Richter bis zur Bank

Es gibt aber auch Entwarnung: Ärzte, Richter und Polizisten werden kaum um ihre Jobs fürchten müssen. Auch Lehrern und Krankenpfleger können Roboter nicht das Wasser reichen. Auch an den Schweizer Finanzplätzen macht die Digitalisierung keinen Halt. Banken und Finanzdienstleister planen laut Deloitte in den kommenden fünf Jahren umfassende Investitionen. «Lange waren die Margen ausreichend attraktiv, dass kein Wandel nötig war», sagt Bankenspezialist Daniel Kobler, Mitautor der Deloitte-Studie.

Doch die Erwartungen der Kunden steigen und externe Anbieter springen in die Bresche. Das zeigt sich im Wettkampf um den Geldbeutel der Schweizer: Hier duellieren sich Apple Pay und Twint. Beide wollen der führende Anbieter für mobiles Zahlen werden. Gewinnt das Angebot vom Tech-Riesen Apple, verlieren die Schweizer Banken einen Teil ihres Kerngeschäfts. Wie einfach Zahlungsprozesse in Zukunft sein können, zeigt etwa die in China beliebte App WeChat. Der Whatsapp-Konkurrent erlaubt die Überweisung per Message. Für den Zahlungsverkehr gilt: Einige Jobs stehen unter Druck, und sie können nur zum Teil durch den Aufbau neuer Tätigkeiten ausgeglichen werden.

Lücke der Generationen

Mit dem Thema Digitalisierung klafft auch die Lücke zwischen den verschiedenen Generationen auf. Während die 50-Jährigen eher kritisch mit dem Wandel umgehen, sehen die unter 30-Jährigen die Entwicklung positiv. Mehr Chancen und erweiterte Jobprofile. Durch Digitalisierung werden nicht nur Jobs verschwinden, sondern neue, andere Jobs hervorgehen.

In den nächsten Tagen und Wochen werden wir Online täglich in die digitale Welt auf telebasel.ch abtauchen.

Telebasel zeigt ab dem 28. August 2017 täglich, wieso wir keine Angst haben müssen und wo die Digitalisierung bereits für Furore sorgt.

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