Nach einer erfolgreichen Karriere verabschiedet sich Usain Bolt von der Leichtathletik-Bühne. (keystone)

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Ein Sprint-Ass verabschiedet sich

Mit dem Start am 4x100 m Staffelrennen hat Usain Bolt heute, 12. August 2017, seinen letzten Auftritt auf der grossen Bühne. Der Jamaikaner beendet nach der Leichtathletik-WM in London seine Karriere.

Mit dem Rücktritt von Usain Bolt, geht ein Leichtathlet in «Pension», der Geschichte geschrieben hat. Satte dreimal verbesserte er den Weltrekord über 100 m, zweimal über die 200 m. Der bald 31-jährige Bolt hat polarisiert. Er hat Menschenmassen begeistert, Sprinter alt aussehen lassen und Ranglisten angeführt. Am heutigen Samstag, 12. August 2017, startet er an der Weltmeisterschaft in London mit der 4x100m-Staffel zu seinem letzten Rennen.

Siege und Rekorde

Usain Bolt ist zum Sprinten geboren. Aber auch er musste für seine Erfolge trainieren, kämpfen und Rückschläge einstecken. Vor, nach und während seiner Blütezeit:

Was viele nicht wissen: Bolt startete bereits an den Olympischen Spielen 2004 in Athen. Damals wurde er Fünfter mit 21.05s über die 100 Meter. Mit dem ersten Weltrekord, starteten die erfolgreichsten Jahre des Jamaikaners. Erstmals weltweites Aufsehen erregt er dann im Mai 2008. Am Reebok Grand Prix in New York läuft er über die 100 Meter die erstaunliche Zeit von 9,76s – neuer Weltrekord!

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Der zweite Weltrekord liess nicht lange auf sich warten. 2008 fanden die Olympischen Sommerspiele in Peking statt. Usain Bolt startete über 100 und 200 Meter, sowie mit der 4×100 m-Staffel. Es regnete dreimal Gold und es fielen drei Weltrekorde. Bolt wurde zum ersten Jamaikaner, der Olympia-Gold über die 100m-Strecke holte und zum ersten Sprinter überhaupt, dem das Double (Sieg im 100- und 200-Meter-Rennen) gelang. Mit seinen Landsmännern egalisierte Bolt in Peking auch den Weltrekord m Staffelwettbewerb. Dieser Sieg und Weltrekord wurde dem Team 2017 jedoch aberkannt, da Nesta Carter der Dopinggebrauch nachgewiesen wurde.

Olympische Goldmedaillen-Sammlung

Im daraffolgenden Jahr 2009 sicherte sich Bolt in Berlin den Weltmeistertitel über 100- und 200 Meter. Über die 100 Meter verbesserte er seinen eigenen Rekord auf 9,58 Sekunden, über die doppelte Distanz auf 19,19 Sekunden. In Berlin holte er auch, wie bereits in Peking, Gold mit der 4x100m-Staffel.

2012 startete Bolt an den Olympischen Spielen in London. Erneut konnte er die 100 Meter (9,63s – olympischer Rekord) und die 200 Meter (19,32s) gewinnen. Letzteres vor Landsmann Yohan Blake. Bolt ist damit der erste Sprinter, dem die Verteidigung des Doubles aus 100- und 200 Meter-Sprint bei Olympia gewann. Der Sieg mit der 4x100m-Staffel bedeutete die dritte Goldmedaille für Bolt und gleichzeitig neuer Weltrekord (36,84s).

In den folgenden Jahren hatte Usain Bolt stets mit unterschiedlichen Verletzungen zu kämpfen. Auf die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio kam Bolt wieder in Form – und wie: er gewann Gold über die 100 Meter (9,81s) und wurde zum ersten Athleten, der zum dritten Mal Olympia-Gold über die 100 Meter gewinnen konnte.
Auch über 200 Meter stand Bolt mit einer Zeit von 19,78s zuoberst auf dem Treppchen. Ein weiteres Triple brachte der Sieg mit der 4x100m-Staffel.

Der Showman schlechthin

Der 1,95 Meter grosse Bolt war nicht nur wegen seiner Leistungen berühmt. Seine Showeinlagen machten ihn zu einem Kamera-Magneten. Die Sprinter sind allgemein als «Showmen» bekannt. Aber Usain Bolt war der Vater der «Showmen». Als berühmteste Pose gilt die Bewegung zum Bogenschützen. Spektakulär waren auch seine Liegestützen nach dem 200-Meter-Sieg in London. Tanzeinlagen, pantomimische Darstellungen oder Jubelposen waren von Usain Bolt immer wieder zu sehen. Und wurden vom Publikum oft mit Begeisterung aufgenommen.

Bolt – auch «Lightning Bolt» (dt. Blitzschlag) genannt – gilt als grösste Attraktion der Leichtathletik. Er hat das Flair, die Zuschauerzahlen von Meetings nur durch seine Zusage in die Höhe zu treiben. Dies bestätigten zum Beispiel die Veranstalter des Athletissima in Lausanne, dass Bolt bei Wettkämpfen wie in Rom oder Paris bis zu 10’000 Zuschauer mehr anlockte.

So ist es naheliegend, dass Veranstalter oft den grössten Teil ihres Athleten-Budgets dafür aus, Bolt ins Stadion zu bringen. Am Athletissima Lausanne von 2012 erhielt der Jamaikaner satte 300’000 Schweizer Franken Startgeld – bei einem Budget von einer Million. Zum Vergleich: im darauffolgenden Jahr entschieden sich die Veranstalter von Lausanne dazu, die vier Top-Sprinte Blake, Gay, Gatlin und Powell einzuladen, an Stelle von Bolt.

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Ein Mann für die Geschichtsbücher

Im Frühjahr 2017 gab Usain Bolt bekannt, seine Karriere nach den Weltmeisterschaften in London zu beenden. Die erfolgreiche Ära ist zu Ende – aber vergessen wird man den schnellsten Mann aller Zeiten nicht. Mit acht Olympiasiegen, elf Weltmeistertiteln und dem Weltrekord über 100 Meter, 200 Meter und der 4x100m-Staffel ist Bolt definitiv der Mann für die Geschichtsbücher.

Er ist der erfolgreichste Sommerolympionike aller Zeiten, der einzige Mensch, der die 100 Meter in weniger als 9,6 Sekunden lief und gilt als «der bestbezahlte Sportler in der Leichtathletik». Und seine Shows vor und nach den Wettkämpfen werden den Fans und den Medien fehlen.

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