Der schreckliche Basilisk ist heute das Wappentier von Basel. (Bild: Keystone)

Basel

Die sagenumwobene Stadt am Rhein

Der berühmte Basilisk, Hexenverfolgungen und Geister, die ihr Unwesen trieben. Die Stadt Basel ist voll von Sagen, Legenden und Geschichten. Warum im 15. Jahrhundert am Kohlenberg ein Hahn verbrannt wurde und was es mit der Schlangenjungfrau auf sich hat – finden Sie es heraus im ersten Teil der Geschichten rund um Basel.

Ob als Denkmal oder Brunnen, die mystische Gestalt des Basiliken ist in Basel an vielen Orten vertreten. Das Mischwesen aus Hahn, Schlange und Drache ist bekannt für seinen tödlichen Blick und wird auch oft als ‹König der Schlangen› bezeichnet. In der Stadt am Rhein erschien die Kreatur zum ersten Mal 1448. Wie der Basilisk aber nach Basel kam, ist nicht ganz klar. Gemäss einer Sage soll bei der Gründung der Stadt ein eben solches Tier in einer Höhle bei heutigen Gerberbrunnen in der Gerbergasse gewohnt haben. Oberhalb des Brunnes auf einer Tafel steht:

«In dieses Brunnen dunklem Grund haust einst – die Sage tut’s uns Kund – der Basilisk ein Untier wild. Heut hält er Basels Wappenschild. D’rauf ward hier ein Gericht gehegt auch Tanz und Minnesang gepflegt. Vom Zunfthaus, das beim Quell dann stand, ward Gerberbrunnen er genannt. Nachdem versiegt er manches Jahr, strömt heut’ er wieder hell und klar. Kein Drach mehr sinnt in ihm nach Mord, doch lebt ein anderer Drache fort. O Basel mach von ihm dich frei. Der Zwietracht tritt den Kopf entzwei.»

Ein Hahn zum Tode verurteilt

Andere erzählen sich die Geschichte eines Kaufmannes, der das Monster nach Basel gebracht haben soll. Der Glaube an die sagenumwobene Kreatur war in der Stadt am Rheinknie aber allgegenwärtig. Weil ein Hahn ein Ei gelegt hatte, wurde er 1474 zum Tode verurteilt. Im Beisein des Volkes wurde das Tier am Kohlenberg verbrannt. Zuvor wurde es vom Henker aufgeschnitten und so kamen noch drei Eier zum Vorschein. Gemäss allgemeinem Aberglaube sollte aus einem Hahnenei nämlich ein Basilisk schlüpfen. Voraussetzung dafür: Der Hahn musste sieben Jahe alt sein und sein Ei im Mist einer Schlange ausgebrütet werden.

Halb Hahn, halb Schlange mit den Flügeln eines Drachen – der Basilisk. (Bild: commons.wikimedia/Friedrich Johann Justin Bertuch /Jaybear) 

So schrecklich der Basilisk auch sein mag, die Eigenschaft seines tödlichen Blickes besass das Monster gemäss Sage nur bei Sonnenlicht. Wer also ein solches Ungetüm im Keller hatte, musste diesen ein ganzes Jahr geschlossen halten. Töten kann man einen Basilisken nur, wenn man ihm sein eigenes schreckliches Spiegelbild vorhält.

Der Schatz im Untergrund

Aber nicht nur der fürchterliche Basilisk soll unter der Stadt Basel gehaust haben. Die Sage ‹die Schlangenjunfrau› erzählt die Geschichte eines jungen Mannes namens Leonhard, der um das Jahr 1520 nach Basel kam. Der stotternde Sohn eines Schneiders begab sich in einen unterirdischen Gang, der gemäss Überlieferung von der Stadt bis nach Augst führte. Mit einer Kerze wagte sich der Jüngling weiter hinein als je einer vor ihm.

Nach etlichen Gewölben und grünen Gärten stiess er in der Mitte auf ein Schloss oder Fürstenhaus. Darin wohnte eine Jungfrau, halb Mensch, halb Schlange. Sie erzählte Leonhard, dass sie von königlichem Blute sei, verflucht von einem Ungeheuer. Nur drei Küsse von einem reinen Jüngling können sie erlösen. Als Belohnung versprach sie ihm den ganzen Schatz. Leonhard versuchte es natürlich, scheiterte aber an der vermeidlich einfachen Aufgabe. Später erzählte er, dass er nach dem zweiten Kuss fürchtete von der Jungfrau zerrissen zu werden. Er machte sich aus dem Staub und vergnügte sich stattdessen mit einem Freudenmädchen. So verlor er nicht nur seine Reinheit, sondern auch den Schatz. Denn den Eingang zum Tunnel fand er nie mehr.

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In aller Kürze:

Geschichten und Legenden aus der Stadt Basel Teil 1: Warum sogar ein Hahn zum Tod verurteilt wurde

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