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Der Telebasel News-Beitrag vom 07. August 2017 (Video: Telebasel)

Baselland

13-Jährige dealen auf Pausenplatz mit Drogen

Auf dem Pausenplatz der Sekundarschule Gelterkinden haben Schüler mit Drogen gehandelt. Die Baselbieter Polizei bestätigt gegenüber Telebasel, dass bereits 13-jährige Schüler in den Cannabis-Handel involviert waren.

Auf dem Pausenplatz der Sekundarschule Gelterkinden haben Schüler mit Drogen gehandelt. Dies hat die Volksstimme publik gemacht. Die Baselbieter Polizei bestätigt gegenüber Telebasel, dass bereits 13-jährige Schüler in den Cannabis-Handel involviert waren.

Wie die Zeitung aus Sissach berichtet, habe man an der Schule seit rund einem Jahr Probleme mit kiffenden Jugendlichen. Als einige Schüler plötzlich unmotiviert waren, unerklärliche Leistungsabfälle zeigten oder dem Unterricht ganz fernblieben, sei die Schule auf das Problem aufmerksam geworden.

Der für das Schulwesen zuständige SP-Gemeinderat Martin Rüegg zeigte sich heute besorgt: «Sie wissen wie lange die Schülerinnen und Schüler hier zur Schule gehen. Die jüngeren und älteren sind miteinander in Kontakt, die Grenzen sind fliessend. Und dies mach mir schon Sorgen».

Polizei intensiviert Kontrollen

Mittlerweile wurde auch die Polizei und die Jugendanwaltschaft eingeschaltet. Die Baselbieter Polizei hat ihre Kontrollen im Dorf intensiviert und konnte bereits verdächtige Jugendliche anhalten. Dies auch am Bahnhof, welcher sich als weiterer Drogen- Brennpunkt neben der Sekundarschule etablieren konnte. Im Rahmen von Personenkontrollen seien schon Drogen beschlagnahmt und Hausdurchsuchungen ausgelöst worden. Wie viele Tatverdächtige die Polizei eruieren konnte und welche Drogen dabei beschlagnahmt werden konnten, wurde heute wegen des laufenden Verfahrens nicht kommentiert. Es handle sich jedoch nur um einzelne Schüler.

Für jugendliche Täter im Alter zwischen 10 und 17 Jahren unterhält die Baselbieter Polizei eine eigene Abteilung, den sogenannten Jugenddienst. Deren Leiter Kurt Frei sagt, dass die jungen Täter je nach Alter mit unterschiedlichen Schutz- und Sanktionsmassnahmen rechnen müssen. Jedoch würde zunächst ein Jugendstrafverfahren durchgeführt. Die Eltern, deren Kinder sich als Drogendealer betätigten, müssten laut Kurt Frei mit keinen Strafen rechnen: «Es gibt für die Eltern keine Konsequenzen in Sinne des Strafverfahrens. Aber es wird natürlich erwartet, dass die Eltern während des Strafverfahrens mit der Jugendstaatsanwaltschaft zusammenarbeiten. Den Eltern selber drohen aber keine Sanktionen».

«Gruppendynamik unter den Jugendlichen extrem stark»

Gemeinderat Martin Rüegg glaube nicht, dass die Gemeinde Fehler gemacht hat: «Wir haben schon seit Jahren einen Schulsozialdienst, wie andere Gemeinden auch. Und ich gehe davon aus, dass die ihren Job gut machen. Und ich glaube auch, dass die Schulleitung permanent aktiv war, die Polizei und die anderen Sozialdienste auch. Und trotzdem kann man einfach nicht immer alles an jedem Ort kontrollieren. Man muss ein Stück weit mit solchen Auswüchsen rechnen. Ich hoffe aber auch, dass es uns gelingen wird, dies wieder in den Griff zu bekommen».

Nach dem die Polizei ihre Präsenz verstärkt hat, habe sich die Lage bereits etwas entspannt. Jedoch sei es schwierig, an die betroffenen Jugendlichen heranzukommen, da sich unter ihnen eine verschworene Gemeinschaft gebildet habe. Schulleiterin Barbara Zwygart in der Volksstimme: «Die Gruppendynamik unter den Jugendlichen ist extrem stark. An die entstandenen Peergroups kommt man nur mit grosser Mühe ran».

Die Polizei wolle auch nach den Sommerferien vermehrt in Gelterkinden präsent sein.

Mehr dazu in den Telebasel News vom 7. August 2017 um 18:30 Uhr und ab 19:00 Uhr stündlich.

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